Schwere Unwetter in und um Graz
Starkregen und Hagel sorgen für Verwüstungen

Überflutete Straßen und abgesoffene Autos mitten in Graz
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  • Überflutete Straßen und abgesoffene Autos mitten in Graz
  • Foto: Tauschmann/Pertzl
  • hochgeladen von Andrea Sittinger

Der diesjährige Juli zählte in der steirischen Landeshauptstadt zu den bisher trockensten, doch sein Ende kommt nun richtig dick. Starkregen, Gewitter und auch Hagel sorgten gestern Abend und Nacht in Graz und Umgebung für gewaltige Schäden. Bäume wurden beschädigt und entwurzelt, auch Straßen wurden überflutet und mussten gesperrt werden. Es entstand großer Sachschaden, verletzt wurde niemand. Zahlreiche Einsatzkräfte standen im Dauereinsatz.

Enorme Niederschlagsmengen

Innerhalb weniger Stunden regnete es etwa bei der Messstelle Universität über 110 Liter pro Quadratmeter. An diesem Ort ist das ein neuer Regenrekord für Juli.
Von den Niederschlägen besonders betroffen sind die Bezirke im Grazer Westen und Norden sowie das Grazer Umland ebenfalls in Richtung Norden - siehe dazu auch hier. So mussten der Plabutschtunnel und die Gratkorn-Tunnel aufgrund der Wettersituation für einige Zeit gesperrt werden. Auch Teile der Grazer Innenstadt wie der Gries- und Lendkai waren aufgrund umgestürzter Bäume gesperrt.

Mehr als 200 Einsätze in der Nacht

Die ganze Nacht über waren die Berufsfeuerwehr Graz und unzählige Freiwillige Wehren aus Graz Umgebung im Dauereinsatz und unterstützten die laufenden Einsätze (Überflutungen, umgestürzte Bäume, herabgestürzte Äste, Sicherungsarbeiten, Hangrutschungen, Vermurungen, etc.). Rund 200 Einsatzadressen waren zu bearbeiten.
"Wir werden heute den ganzen Tag im Einsatz sein. Rund 300 offene Einsatzstellen gilt es zu bearbeiten. Ab den Abendstunden steigt im Stadtgebiet wieder das Potential für Gewitter mit Starkregen und Hagel laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik", erklärt Heimo Krajnz, Branddirektor-Stellvertreter der Berufsfeuerwehr.

Flugpolizei im Dauereinsatz

Bereits Freitagnachmittag rettete eine Crew des Polizeihubschraubers zwei in Not geratene Bergsteiger aus Graz (28, 32) bei widrigsten Wetterbedingungen mittels Tau vom Pfaffenstein (Eisenerz, Bez. Leoben).
Auch am heutigen Morgen standen Polizisten der Flugeinsatzstelle Graz bereits wieder im Einsatz. Nach den gestrigen Unwettern führten sie Erkundungsflüge zur Bestandsaufnahme der Unwetterschäden durch. Dabei waren vor allem im Norden von Graz einige kleinere Murenabgänge festzustellen. Allein die steirische Polizei verzeichnete im Rahmen der jüngsten Unwetter etwa 250 bis 300 Einsätze in Zusammenhang mit Hilfeleistungen, Straßensperren und Schadensereignissen.

Krisenstab tagt

Der städtische Krisenstab tagt zur Stunde, um das weitere Vorgehen gemeinsam mit der Katastrophenschutzabteilung des Landes, der Landeswarnzentrale, den Energieversorgungsunternehmen der betroffenen Gebiete und den Einsatzorganisationen zu planen. "Die Zusammenarbeit mit sämtlichen Einsatzkräften hat ausgezeichnet funktioniert", richtet das Sicherheitsmanagement seinen Dank an alle Helferinnen und Helfer. "Auch die Bevölkerung war in dieser Situation sehr kooperativ und geduldig."
Um weitere Schäden möglichst hintanzuhalten, wird derzeit auch an der Stabilisierung der Rückhaltebecken gearbeitet. "Sämtliche Rückhaltebecken im Grazer Stadtraum sind funktionstüchtig und haben uns vor größeren Schäden im Stadtgebiet bewahrt. Derzeit wird mit Hochdruck und schwerem Gerät daran gearbeitet, sämtliche Rückhaltebecken von Verklausungen und Verschlammungen zu befreien, damit die Becken auch bei weiteren Niederschlägen ihren Dienst tun können. Das gleiche gilt für alle Bachbett-Erweiterungen im Stadtgebiet", so die Stadt in einer Aussendung.

Weitere Mahnung zur Vorsicht

Die Grazerinnen und Grazer werden gebeten, weiter achtsam zu bleiben. Auch für die kommenden Stunden sind wieder Unwetter zu erwarten. Es kann weiterhin zu Hangrutschungen kommen. Es wird daher empfohlen:

• nicht zwingend notwendige Aufenthalte im Freien zu vermeiden
• Vorsicht beim Autofahren: Es sind noch nicht alle Straßen geräumt. Daher auf freiliegende Kabel, umgestürzte Bäume und offene Kanaldeckel achten
• Unterführungen meiden und das Auto in der Tiefgarage abstellen
• Die Unwetterwarnungen für den heutigen Nachmittag und Abend beachten

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