Statistik: Graz kämpft gegen die dicke Luft

Feinstaub und Stickstoffoxide verschmutzen aktuell die Luft in Graz.
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  • Foto: Sommer
  • hochgeladen von Lucia Schnabl

Die neue Feinstaub-Saison wirft erneut die Frage nach einem aktuellen Emissionskataster für Graz auf.

„Graz ist die Stadt mit der höchsten Luftbelastung in Österreich“, heißt es in der neuen Informationsbroschüre „Aufatmen statt weiterhusten“ der Grazer Grünen. Die neue Feinstaub-Saison hat begonnen und tatsächlich zählt Graz nicht nur etliche Überschreitungstage (s. Statistik), seit 2016 läuft auch ein Vertragsverletzungsverfahren der Europäischen Kommission gegen das Land Steiermark. Eine Sachlage, die auch entsprechende Maßnahmen bewirkt hat.

60 Millionen Euro investiert
„Wir sind derzeit glücklicherweise nicht in einer ‚Alarmsituation‘ wie vor zehn Jahren. Die Jahre 2014 bis 2016 waren immissionsseitig die am geringsten belasteten seit Beginn der flächendeckenden Luftgütemessungen Ende der 80er-Jahre“, so Verkehrslandesrat Anton Lang. Um dies zu erreichen, habe man das „Luftreinhaltungsprogramm Steiermark“ konsequent umgesetzt: „In den letzten Jahren wurden seitens des Landes hierfür insgesamt rund 60 Millionen Euro investiert.“ Geplant sei zudem auch heuer wieder die Aktion „Meine Luft, reine Luft“.

Veraltete Daten
Da sich der letzte Emissionskataster für Graz jedoch auf Daten aus dem Jahr 2001 bezieht, herrscht bei der Stadt trotz der gesetzten Aktionen Unmut: Die Daten seien veraltet, vieles habe sich verändert. Bereits zu Beginn des Jahres sei die zuständige Umweltstadträtin Tina Wirnsberger mit dem Anliegen nach einem neuen Kataster für Graz an den Verkehrslandesrat herangetreten. „Richtige Maßnahmen können nur gesetzt werden, wenn die aktuellen Verursacher der Emissionen bekannt sind. Wie will man etwaige Einschränkungen, beispielsweise im Verkehr, ohne jeweilige Daten begründen?“, urgiert auch Umweltamtsleiter Werner Prutsch.

Light-Variante

Beim Land verweist man indes auf eine zu dünne Datenlage für einen Emissionskataster im „klassischen Sinn“, insbesondere aufgrund des Wegfalls der Volkszählung, die für den Kataster relevante Daten enthielt. Es werde allerdings an einer „Light-Variante“ gearbeitet. Aus den vorhandenen Daten und unter Zugrundelegung der Informationen aus der Heizanlagendatenbank wird man eine Hochrechnung für Graz anstellen.

Eigeninitiative zeigen
Wer in Graz derzeit hauptverantwortlich für die Schadstoffbelastung ist, ist ohne aktuellen Emissionskataster somit unbekannt. Klar ist trotzdem, dass insbesondere Verkehr, Hausbrand und Industrie schuld an der „dicken Luft“ tragen.
Als Bürger kann man daher auch selbstständig zur Verringerung der Luftverschmutzung beitragen. Zum Beispiel, indem man auf mit Holz befeuerte Zweitöfen verzichtet, regionale Produkte bevorzugt, keine Feuerwerke zündet und auch das eigene Fahrverhalten ändert. Denn in Graz werden noch immer vier Millionen Kilometer täglich mit dem Auto zurückgelegt. Dabei belasten nicht nur die Schadstoffe, die aus dem Auspuff kommen, sondern auch jene, die aus dem Abrieb der Reifen, dem Bremsabrieb und der Aufwirbelung des Straßenstaubs entstehen, die Luft.
Das Auto stehen lassen und die Öffis nutzen ist somit eine gute Möglichkeit, um zu einer saubereren Luft in Graz beizutragen. Letzteres ist in der Feinstaubsaison bis 31. März auch zu zweit möglich. Personen, die eine Halbjahres- oder Jahreskarte besitzen, können in der Zone 101 (Graz) in der Straßenbahn, im Bus und im Zug auch heuer wieder von Montag bis Samstag ab 18.30 Uhr und an Sonn- und Feiertagen ganztägig eine zweite Person kostenlos mitnehmen.

Feinstaub und Stickstoffoxide verschmutzen aktuell die Luft in Graz.

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