Große Trauer
Steirischer Altbischof Johann Weber im 94. Lebensjahr verstorben

Bischof Johann Weber ist verstorben: Gütig, segnend, herzlich – so wird er uns in Erinnerung bleiben.
  • Bischof Johann Weber ist verstorben: Gütig, segnend, herzlich – so wird er uns in Erinnerung bleiben.
  • Foto: Velchev
  • hochgeladen von Roland Reischl

Die Steiermark trauert um ihren "Volksbischof": In der Nacht zum 23. Mai  ist Johann Weber, von 1969 bis 2001 Bischof der Diözese Graz-Seckau, verstorben. Erst kürzlich hatte er gesagt, dass er mit Dankbarkeit auf sein Leben zurückblicke und "bereit sei, über die letzte Brücke zu gehen".
Tiefe Betroffenheit auch bei Bischof Wilhelm Krautwaschl: "Seine Herzlichkeit, seine Offenheit und sein tiefer Glaube waren über Jahrzehnte das Rückgrat unserer Diözese. Er hat Generationen von Menschen und unsere Steiermark geprägt. Ich bin dankbar für dieses Gottesgeschenk an geistlichem Leben." Krautwaschl bittet darum, für den verstorbenen Bischof zu beten.

Das Leben von Johann Weber

Geboren wurde Johann Weber am 26. April 1927 in Graz-St. Veit. Bis zur Schließung 1938 besuchte er das Bischöfliche Seminar,  anschließend das Akademische Gymnasium in Graz. 1950 schloss er das Studium der Theologie ab, im Juli desselben Jahres wurde Johann Weber im Grazer Dom zum Priester geweiht. Nach jeweils drei Jahren als Kaplan in Kapfenberg und dann in Köflach, wurde er Diözesanseelsorger der Katholischen Arbeiterjugend. 
Von 1962 bis 1969 war er Pfarrer der Stadtpfarre Graz-St. Andrä, am 10. Juni 1969 ernannte  Papst Paul VI. ihn zum Nachfolger von Bischof Josef Schoiswohl, Johann Weber reiht sich damit als 56. Bischof der Diözese Graz-Seckau ein.
Sein Amt war damals kein leichtes: Es galt, die Polarisierung im Klerus über die Ausrichtung nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil in der Diözese zu überwinden und gleichzeitig das Konzil umzusetzen. Die Einrichtung des Diözesanrates und der Pfarrgemeinderäte sowie die Bestellung von Laien zu PastoralassistentInnen wie auch die Errichtung des Kulturzentrums bei den Minoriten und des Welthauses fanden in seiner Ära statt.

„Herzbischof“ Weber

Über 30 Jahre stand er an der Spitze der Diözese, große Ereignisse waren die Österreich-Synode 1973/74, der "Tag der Steiermark" 1993, die "Wallfahrt der Vielfalt" 1996, die Zweite Europäische Ökumenische Versammlung 1997 in Graz und der "Dialog für Österreich" 1998. Absolute Höhepunkte seiner Amtszeit: Der Besuch von Papst Johannes Paul II. im Jahr 1983 in Mariazell und der Katholikentag 1981 in Graz, zu dem 70.000 Gläubige in den Stadtpark gekommen waren. Sie feierten das „Fest der Brüderlichkeit“ gemeinsam mit Bischof Johann Weber, der – passend zum Logo des Katholikentages – zum „Herzbischof“ ernannt wurde.
2001 legte Johann Weber sein Amt aus gesundheitlichen Gründen zurück. Egon Kapellari wurde sein Nachfolger. Zum Abschied schrieb er im Sonntagsblatt: „Beinahe 32 Jahre war ich nun Bischof unserer Diözese Graz-Seckau. Es gibt einem viel Freude, in der Steiermark Bischof zu sein, das ist meine Erfahrung. Danke!“
Als Bischof der Herzen wird Johann Weber den Steirern in Erinnerung bleiben ...

Stimmen zum Ableben von Johann Weber

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer: „Bischof Johann hat in den Herzen der Steirerinnen und Steirer einen ganz besonderen Platz. Er war über Jahrzehnte das geistliche Herz einer aufblühenden Steiermark. Sein aufbrechender offener Geist verpflichtet dem 2. Vatikanischen Konzil prägte als Bischof der kleinen Leut Generationen von SteirerInnen. Ich konnte ihm im April noch zu seinem Geburtstag gratulieren und war sehr berührt von seiner Antwort.“

Siegfried Nagl, Bürgermeister Graz:  „Der Ehrenbürger der Stadt Graz Bischof Weber war ein selbstbewusster Religionsverbinder, der in Demut seine Glaubensbotschaft mit allen in der Bevölkerung teilte. Mit seiner Gabe, Menschen für den Glauben und die Stille des Gebets zu begeistern, wird er uns immer in Erinnerung bleiben. Sein religiöses Wirken und seine Verbinderrolle in der Ökumene in Graz und darüber hinaus bleien uns immer ein Vorbild. Der Tod von Bischof Weber geht mir nahe, da auch Bischof Weber immer den Menschen nahe war."

Caritas-Direktor Herbert Beiglböck: "Ganz nahe bei den Menschen und bei Gott, aufmerksam und interessiert für unsere Arbeit war er der Caritas bis zuletzt verbunden. Persönlich war er mir Weggefährte, ein Wort, das er gerne gebrauchte, der mich entscheidend geprägt und behutsam begleitet hat."

Autor:

Roland Reischl aus Graz

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