Steyr Puch 500: historisch

Das "Puchschammerl" darf redlich als "rollende Legende" bezeichnet werden (Hier bei einer Rutschpartie im Fahrtechnikzentrum Ludersdorf)
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  • Das "Puchschammerl" darf redlich als "rollende Legende" bezeichnet werden (Hier bei einer Rutschpartie im Fahrtechnikzentrum Ludersdorf)
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Das „Puch-Schammerl“ ist österreichische Folklore. Es ist außerdem ein kleiner Meilenstein der Mobilitätsgeschichte des 20. Jahrhunderts.


Die Geschichte des „Pucherls“ markiert etwa die Mitte einer Grazer Jahrhundert-Story. Als der Kleinwagen 1957 auf den Markt kam, war er eines der ersten Automobile überhaupt, das für breitere Bevölkerungsschichten erschwinglich schien.

Bis zum Zweiten Weltkrieg sind Autos in Privatbesitz eine Ausnahme gewesen. Was auf unseren Straßen rollte, gehörte meiste Firmen oder Behörden. Das illustriert die enorme Popularität des „Fünfhunderters“, der dann im „Haflinger“ einen phänomenalen „Offroad-Bruder“ erhielt.

Beide Fahrzeugtypen, das „Pucherl“ und den „Hafi“, können Sie im Alltag noch gelegentlich entdecken. Der kleine Allrader ist außerdem legitimer Vorfahre des „Puch G“, der seit nun dreißig Jahren gebaut wird. Eine rollende Ikone für weltweit gefragte Allradtechnik aus Graz.

So ist im „Pucherl“ gewissermaßen Technologie- und Sozialgeschichte gebündelt, aber auch Alltagskultur der Nachkriegszeit präsent. Entsprechend rege zeigt sich die heimische Sammler-Szene, die freilich auch Mopeds, Motorräder und Roller von Puch pflegt.

Frühere Fahrräder des Konzerns, der inzwischen in „Magna Steyr“ aufgegangen ist, können Sie jederzeit auf unseren Straßen entdecken, sogar 50 Jahre alte „Waffenräder“, die noch als Gebrauchsgegenstände gefahren werden.

Also war es Zeit, diese Geschichte einmal zusammenfassend zu erzählen. Das hab ich gemeinsam mit dem Wiener Wissenschafter Matthias Marschik getan. Das Buch ist nun im Handel verfügbar. Das Verlagshaus Hernals publizierte die „Geschichte des Steyr Puch 500“ (In Österreich weltbekannt).

Es geht dabei auch um die Geschichte der individuellen Mobilität. In den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts waren selbst Fahrräder noch so teure Güter, daß Leute meiner Herkunft keines haben konnten.

Bis 1910 waren kleine Verbrennungsmotoren ausreichend verfügbar und erprobt, daß für reichere Leute Motorräder und Automobile in Kleinserien produziert wurden.

Die Steiermark hat dabei immer eine glänzende Rolle gespielt. Manche Produzenten, wie etwa Sorg und Albl, sind längst vergessen. Doch der vormalige Keuschlerbub Janez Puh, der als begabter Handwerker in Graz seinen Militärdienst ableistete, war als Fabrikant Johann Puch enorm erfolgreich.

Er brillierte auf allen Sektoren, Fahrrad, Motorrad und Automobil. Seine eigene Fabrik, das „Einserwerk“, besteht in Teilen noch am südlichen Rand von Graz.

Dort residiert heute in der letzten original erhaltenen Halle aus jenen Tagen das „Johann Puch-Museum Graz“ und zeigt rund ein Jahrhundert steirischer Mobilitätsgeschichte.

Wo: Johann Puch-Museum, Puchstraße 85, 8020 Graz auf Karte anzeigen

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