Politik-Abschied
Thomas Rajakovics: 13 Jahre an der Seite des Bürgermeisters

Freund, "Rasputin", Wegbegleiter: Thomas Rajakovics war 13 Jahre an der Seite von Bürgermeister Siegfried Nagl.
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  • hochgeladen von Roland Reischl

"Der Zar hatte Rasputin, Nagl hat Rajakovics." So titelte vor einigen Jahren das BZÖ über Thomas Rajakovics. "Es kommt selten vor, dass ein Mitarbeiter zu einem wahren Freund wird. Thomas ist ein Freund, auf den ich mich Tag und Nacht verlassen kann.“ Das sagt wiederum der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl über seinen Langzeit-Pressesprecher. Und deshalb wird er seinen "Rasputin" wohl auch schmerzlich vermissen, mit dem heutigen Tag verlässt Rajakovics das Bürgermeister-Büro und siedelt als neuer Leiter in das Grazer Sportamt.

An der Seite von Küberl und Nagl

Damit endet eine spannende politische Karriere, die irgendwann in den späten 80er-Jahren unter Erich Edegger und mit der Grazer "Stadtidee" begann. Ab 1999 saß Rajakovocs nahezu ohne Unterbrechung für die ÖVP im Gemeinderat, seit 2005 (nach 10 Jahren in der Caritas) begleitet er Nagl als Berater und Sprachrohr. "Ich hatte das große Glück, zuerst mit Franz Küberl, dann mit Siegfried Nagl, zwei Chefs zu haben, die großen Wert auf die Eigenständigkeit ihrer Mitarbeiter gelegt haben", sagt er selbst über seinen Berufsweg. "Und beiden war wichtig, dass man kritisch seine Meinung zu ihren Projekten sagt. Zwei Persönlichkeiten, die mich wirklich gefördert haben", blickt Rajakovics dankbar zurück. Auch von Edegger habe er viel gelernt. "Vor allem auch, dass man immer mit allen im Gespräch bleiben soll. Einiges konnte er vor allem in der Zeit bei Nagl an Ideen anstoßen, wobei er selbst schmunzelnd relativiert: "Bei einem Bürgermeister, der nahezu jede Woche eine neue Idee hat, muss man eher schauen, dass man mit der Kommunikation nachkommt." Von einem ist er jedenfalls überzeugt: "Nagl ist der wahrscheinlich begabteste Kommunalpolitiker Österreichs, es macht mich sehr stolz, dass uns mittlerweile eine echte Freundschaft verbindet." Die Sozialisierung sei eine ähnliche gewesen, beide seien sie mit Jugendgruppen, Ministranten und Co. groß geworden. Und beide teilen eine Überzeugung: "Jeder muss seine Talente für die Allgemeinheit einbringen. Die Gesellschaft muss das ermöglichen, sie darf es aber auch einfordern. Jeder kann etwas beitragen." Eine Einstellung, die ihm aus der linken Ecke immer wieder schwere Kritik eingebracht hat, etwa als er forderte, dass Mindestsicherungsbezieher Leistungen für die Allgemeinheit erbringen sollten.

"Man kann Dinge voranbringen"

Worauf ist man stolz nach einer so langen Zeit? "Ich konnte auch als kleiner Gemeinderat größere Dinge voranbringen, das ist ein schönes Gefühl." Dazu gehören unter anderem die "Rettung" der Eventlocation "ppc", die Welle in der Mur und die deutsch-kroatische Volksschule Geidorf. An der Seite des Bürgermeisters durfte er sich über drei Wahlsiege freuen. "Wahltage sind immer etwas Besonderes, vor allem für den Pressesprecher. Du musst immer zwei Reden vorbereiten, eine für den Fall des Sieges, eine für den Fall der Niederlage ..."
Viele Menschen konnte Rajakovics in den Jahren kennenlernen. "Durch die unterschiedlichen Konstellationen habe ich auch mit allen Fraktionen zusammengearbeitet, viele Pressesprecher in Stadt und Land kennengelernt." Und auch mit dem Los des "Kommunikators" hat er leben gelernt: "Wenn irgendetwas nach außen dringt, schiebt man das gleich einmal dem Pressesprecher in die Schuhe. Ich hatte da Glück, weil mir Siegfried Nagl immer vertraut hat." Und er war sich für nichts zu schade, ist auch einmal bei der Eröffnung eines Kindersicherheitszentrums ins Bärenkostüm geschlüpft. "Da muss man schon einmal über seinen Schatten und die eigene Eitelkeit springen." Eines sei aber stets wesentlich gewesen: "Ich bin immer gerne arbeiten gegangen, habe keinen Tag bereut.

Loipe, Leitbild und Co.

Das soll sich auch im Sportamt nicht ändern, der neue Leiter, jetzt unter der Führung von Sportstadtrat Kurt Hohensinner, scharrt schon in den Startlöchern. Mehr Schneekanonen für die Loipe am Thalersee, die Modernisierung des Sportleitbildes oder eine Grazer Sportstiftung stehen da ganz oben auf seiner Agenda. Viel vor also, oder um es mit dem Bürgermeister zu sagen: "Thomas Rajakovics ist ein hoch politischer Mensch mit sozialen Wurzeln.“ Und daran wird sich auch im Sportamt nichts ändern.

Freund, "Rasputin", Wegbegleiter: Thomas Rajakovics war 13 Jahre an der Seite von Bürgermeister Siegfried Nagl.
Viele Stars kennen gelernt: Thomas Rajakovics, Siegfried Nagl, Roger Moore (r.)

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