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Tschick-Stummel sind nicht Schall und Rauch

Chemielabor: Zigarettenstummel landen häufig am Boden, dabei kann laut Studien ein Stummel 1.000 Liter Wasser verschmutzen.
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Mit einer Kampagne samt "Taschenbecher" kämpft Saubermacher gegen weggeschnipste Tschick-Stummel.

Seit drei Monaten gilt das Rauchverbot in Lokalen, wer rauchen will, muss vor die Türe. Oft werden Zigaretten mangels Möglichkeiten oder Motivation zum richtigen Entsorgen lässig und achtlos auf den Boden geschnipst. Auch in Graz ist das ein großes Thema, wie Umweltstadträtin Judith Schwentner bestätigt: "Den Menschen ist oft nicht bewusst, wie sehr sie die Umwelt und auch das städtische Budget belasten, wenn sie Zigarettenstummel, Kaugummis und andere kleine Abfälle einfach fallen lassen."

1.000 Tonnen Plastik

"Eine ‚Tschick‘ am Boden ist gefühlt ein ähnliches Kavaliersdelikt, wie einen Apfelbutzen an den Straßenrand zu werfen. Mit der Wahrheit hat dies leider nichts zu tun", macht Saubermacher-Unternehmenssprecherin Bernadette Triebl-Wurzenberger aufmerksam und erklärt: "Bis zu 4.000 unterschiedliche Chemikalien stecken im Filter, 250 davon sind giftig, 90 sogar krebserregend. Zudem belegt eine Studie der WHO, dass Stummel die am zweithäufigsten weggeworfenen Einwegartikel aus Plastik sind und somit weit schwerer wiegen als das Plastiksackerl." Saubermacher-Gründer Hans Roth ergänzt: "15 Milliarden Zigaretten werden jährlich in Österreich geraucht. Wenn nur 20 Prozent davon in der Natur landen, sind das rund 1.000 Tonnen Kunststoffabfälle." Das Entsorgungsunternehmen aus Feldkirchen bei Graz hat deshalb eine Kampagne entwickelt, die seit dem Start im September 2019 in der Stadt Mödling erste Erfolge bringt.

Outdoor-Behälter

"Der erste richtige Schritt ist die Bewusstseinsbildung", bekräftigt Roth. Deshalb wurde mit Drucksorten in den Trafiken, Lokalen, auf Spielplätzen und stark frequentierten Plätzen Aufklärungsarbeit geleistet. Zudem regte die Stadt Gastronomiebetriebe zum Auflegen des Info-Materials und Aufstellen der Outdoor-Sammelbehälter, die im Zuge der Stadtreinigung entleert und getrennt gesammelt werden, an. Für unterwegs wurde im Rahmen des Projekts zudem ein "Taschenbecher" entwickelt, der als dicht verschließbarer Reise-Aschenbecher zu verstehen ist. Dieser ist allerdings nur in Zusammenhang mit der Kampagne, die übrigens von jeder Gemeinde gemeinsam mit Saubermacher durchgeführt werden könnte, erhältlich. "Bisher existiert kein gesonderter Umgang mit dieser Art von Abfall. Saubermacher prüft deshalb verschiedene Möglichkeiten zum Recycling von Zigarettenstummeln. Natürlich gilt es dabei auch, die Wirtschaftlichkeit entlang des gesamten Verwertungsweges zu berücksichtigen", erklärt Saubermacher-Vorstand Andreas Opelt. Schwentner betont: "Die Stadt Graz hat schon in der Vergangenheit einige Schwerpunkte zum Thema gesetzt und tut das laufend auch im Rahmen des jährlichen Frühjahrsputzes. Ganz grundsätzlich unterstützen wir jede Initiative zur Abfallvermeidung in Graz."

Auch Positiver GU-Tenor

Da Saubermacher ein Unternehmen aus GU ist, hat die WOCHE sich umgehört, wie die Gemeinden rund um den Firmenstandort zu dieser Kampagne stehen. Allen voran bei Erich Gosch, Bürgermeister von Feldkirchen, dem Unternehmensstandort von Saubermacher: "Wir führen immer wieder die Aktion ‚Saubere Steiermark‘ durch und merken dabei, dass sehr viele Stummel gerade neben den Spazierwegen und generell an Orten, an denen sich vermehrt Menschen aufhalten, am Boden landen", so Gosch und ergänzt: "Wenn etwas den Menschen Bewusstsein gibt, stehen wir dem offen gegenüber." Eine Meinung, die auch Manfred Komericky, Bürgermeister von Kalsdorf, vertritt: "Ich bin offen für neue, gute Ideen, die die Umwelt betreffen, denn wir haben nur eine Umwelt." Beide Bürgermeister kündigen an, dass wenn es eine Möglichkeit zur Kooperation gibt, man dies nicht ausschließe. Der Umwelt würde es sicher gut tun.

Chemielabor: Zigarettenstummel landen häufig am Boden, dabei kann laut Studien ein Stummel 1.000 Liter Wasser verschmutzen.
Saubermacher-Gründer und Aufsichtsratvorsitzender Hans Roth betont die Wichtigkeit von Bewusstseinsbildung.

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