Dr. Streit
Wenn Liebe zur Chefsache wird

Ein wechselseitiger Flirt ist schmeichelhaft.
  • Ein wechselseitiger Flirt ist schmeichelhaft.
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Dr. Philip Streit gibt Tipps im Umgang mit Flirts am Arbeitsplatz.

Flirten im Betrieb ist keine Seltenheit. 30 bis 40 Prozent aller dauerhaften Beziehungen bahnen sich am Arbeitsplatz an. Ein Flirt schmeichelt, kann aber auch schnell unangenehm werden, wenn er nicht wechselseitig ist. Sollte es wirklich "funken", verlagern Sie Ihren Flirt in Ihre Freizeit. Haben Sie den Mut zur Distanz am Arbeitsplatz – einerseits aus Respekt zueinander, andererseits aber auch aus Respekt gegenüber ihren Kollegen.

Hier einige Tipps, wie Sie damit umgehen können, wenn Ihr Chef mit Ihnen flirtet:

1. Innehalten: Wenn Sie da etwas spüren, werden Sie acht- und wachsam. Halten Sie inne.

2. Rat holen: Sprechen Sie mit jemandem – nach Möglichkeit außerhalb Ihres Betriebs – , der Ihr Vertrauen genießt. Sollten Sie den Flirt erwidern, genießen Sie, achten Sie aber auch auf Korrektheit und Distanz.

3. Suchen Sie das Gespräch, um zu klären, wie Sie mit Ihrem Flirt umgehen sollen. Offene Flirts zwischen Chef und Mitarbeiter haben im professionellen Bereich keinen Platz.

4. Grenzen setzen: Wenn Ihnen die Annäherungsversuche unangenehm werden, grenzen Sie sich höflich, aber klar, ab. Etwa so: "Ich schätze Sie als meinen Chef, aber bitte hören Sie auf mit mir zu flirten."

5. Hilfe: Wenn alles nichts nutzt, werden Sie öffentlich. Organisieren Sie sich Unterstützung und bleiben Sie mutig dabei. Kein Chef der Welt wünscht sich ein Verfahren wegen sexueller Belästigung seines Mitarbeiters.

6. Beziehung auslagern: Es darf auch sein, dass es funkt und eine Beziehung oder Affäre mit gegenseitigem Respekt entsteht. Dann ist das Gebot der Stunde, dies aus dem Unternehmen auszulagern und auf anderer Ebene weiterzuführen. Auf diese Art und Weise entsteht auch Platz für so manches mehr.

Der Experte: Dr. Philip Streit

Philip Streit ist klinischer Gesundheitspsychologe, Psychotherapeut, Lebens- und Sozialberater.
Seit 1994 leitet er das „Institut für Kind, Jugend und Familie“ in Graz.
Telefon: 0316/77 43 44
Web: www.ikjf.at
Leser-Fragen bitte an: redaktion.graz@woche.at oder per Post an „WOCHE Graz“, Gadollaplatz 1/6. Stock, 8010 Graz

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