Gewalt in Schulen
FPÖ fordert "Erziehungscamps" für gewalttätige Schüler

Strafcamps für schwer Erziehbare: Das wollen die steirischen Blauen mit Mario Kunasek und Hannes Amesbauer.
  • Strafcamps für schwer Erziehbare: Das wollen die steirischen Blauen mit Mario Kunasek und Hannes Amesbauer.
  • Foto: FPÖ
  • hochgeladen von Roland Reischl

Die nackten Zahlen, die von der steirischen FPÖ präsentiert werden, wirken zumindest erschreckend: Seit dem Jahr 2014 werden Zahlen zu Gewalttaten an Schulen erhoben, eine entsprechende Statistik dazu gibt es vom Innenministerium.

Über 200 Vorfälle im Vorjahr

Waren es etwa 2014 noch 26 Vorfälle in der Steiermark, stiegen die Zahlen in den Jahren 2015 bis 2017 auf rund 150 Vorfälle im Jahr. Letztes Jahr drehte sich dann offensichtlich die Eskalationsspirale weiter, laut öffentlichen Meldungen der Bildungsdirektion waren es 2018 bereits 210 solcher Gewalttaten. Und leider handelt es sich mittlerweile großteils um keine "Lausbuben-Streiche" mehr, zu den angezeigten Delikten zählen leichte und schwere Körperverletzung, gefährliche Drohung, sexueller Missbrauch von Unmündigen, Raub und Nötigung.

Camps für auffällige Schüler

Diese Missstände rufen jetzt die steirischen Freiheitlichen auf den Plan. "Die Zahlen zu den Gewalttaten in steirischen Bildungseinrichtungen verdeutlichen, dass auch die Steiermark bei weitem keine Insel der Seligen ist", ist der blaue Nationalratsabgeordnete Hannes Amesbauer entsetzt. Er fordert deshalb ein Maßnahmenpaket – eines, das jedenfalls polarisieren dürfte ...
Demnach sollen in der Steiermark Erziehungscamps für stark auffällige und gewaltbereite Jugendliche eingeführt werden. "Diese Camps sollten vom Bildungsressort der Steiermark gemeinsam mit dem zuständigen Ministerium schnellstmöglich umgesetzt werden", so Amesbauer. Nachsatz: "Gerade die grüne Mark mit ihrer vielseitigen Landschaft würde sich als Pilotregion für Erziehungscamps anbieten." O-Ton aus einem entsprechenden Landtagsantrag: "Unverbesserliche Störenfriede sollen aus ihren Klassenverbänden herausgenommen und intensiv vonSozialarbeitern oder Psychologen betreut werden können."

Strafen für die Eltern

Außerdem regt die FPÖ einen Strafenkatalog an. Demnach sollen Eltern, deren Kinder in der Schule regelmäßig gewalttätig werden, die jedoch nachweislich nichts dagegen unternehmen, mit Strafen von bis zu 660 Euro zur Kasse gebeten werden. "Die Erziehung muss klarerweise in erster Linie im Elternhaus stattfinden, deshalb kommt den Vätern und Müttern eine hohe Verantwortung zu", erklärt er seinen Zugang. Zudem dürfe nicht geleugnet werden, dass vor allem viele aus Migrantenfamilien stammende Schüler ein massives Autoritätsproblem mit Lehrkräften haben, schwingt Amesbauer schlussendlich die Integrationskeule.
Und die FPÖ schießt auch gegen Wien scharf: Der Wiener Bildungsdirektor habe im Rahmen der "Spuck-Affäre" ausschließlich Maßnahmen gegen Lehrer präsentiert, mögliche Mittel gegen Schüler blieben aus. Schlusssatz der FPÖ: Es geht dabei in erster Linie um den Schutz und die Sicherheit alleranständigen und braven Schüler, die in ihrem Lernfortschritt nicht beeinträchtigt werden sollen."

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