Gemeindereform bedroht Hausapotheken

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Durch die Zusammenlegungen sind rund 60 Hausapotheken in der Steiermark gefährdet. Landeshauptleute sollen jetzt helfen.

Es ist an sich ein bewährtes System: In all jenen steirischen Gemeinden, in denen sich keine Apotheke befindet, kann der praktische Arzt, um die Bevölkerung optimal zu versorgen, eine Apotheke neben seiner Praxis mitführen - die so genannten Hausapotheken. Rund 200 davon gibt es in der Steiermark, vorrangig befinden sich diese in infastrukturell schwächeren Gebieten, in vielen Fällen sichern sie dem niedergelassenen Arzt das wirtschaftliche Überleben.
Die in der Steiermark anstehende Gemeindereform wird allerdings dazu führen, dass rund 60 dieser Hausapotheken in den nächsten Jahren geschlossen werden müssen. Denn das Bundesgesetz für Apotheken sieht vor, dass Hausapotheken (nach einem Arztwechsel) geschlossen werden muss, wenn es in der Gemeinde eine Apotheke gibt. Und dies wird nach den Zusammenlegungen fast überall in der Steiermark so sein. Ebenso betroffen sind jene Gemeinden, wo nach der Zusammenlegung mehr als ein Arzt tätig ist.
Dieser Umstand hat nun die Ärztekammer auf den Plan gerufen: "Vorweg ist festzuhalten, dass wir keinesfalls die Gemeindereform in Frage stellen. Aber ich glaube, es sind sich alle einig, dass diese Fusion keine Auswirkungen auf die wohnortnahe medizinische Versorgung der ländlichen Bevölkerung haben darf", so der Kammer-Vizepräsident Jörg Garzarolli.
Aus diesem Grund hat man sich auch in einem Schreiben an die Landeshauptleute Franz Voves und Hermann Schützenhöfer gewandt. "Da es sich hier um ein Bundesgesetz handelt, brauchen wir unbedingt einen Schulterschluss der Steiermark, um die negativen Auswirkungen dieses Gesetzes für die Steiermark zu verhindern", baut Garzarolli auf Hilfe durch die "Reformzwillinge". Beispiele dafür gibt es in anderen Ländern: In Deutschland unterstützt man niedergelassene Ärzte durch Förderungen, in der Schweiz hat man dies durch eine Zusammenarbeit von Apotheken und Hausapotheken gelöst.

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