Steirischer FPÖ-Chef
"Herbert Kickl gut beraten, nicht in die Länder hineinzuregieren"

Richtungsweisend: Mario Kunasak unterstützt Herbert Kickl am Parteitag – rät ihm aber, sich in den Ländern nicht einzumischen.
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  • hochgeladen von Roland Reischl

Man darf die letzten zwei Jahre für die FPÖ durchaus als "Tal der Tränen" bezeichnen, am besten nachvollziehbar wohl am steirischen Parteichef Mario Kunasek: Als Verteidigungsminister startete er ins Jahr 2019, dann kam Ibiza, der Spesen-Skandal, Liederbuchaffären, eine mittelmäßige Landtagswahl, seither in Bund und Land die harte Oppositionsbank. Und am Samstag steht wieder einmal ein richtungsweisender Tag an: Herbert Kickl wird am Parteitag in Wiener Neustadt zum neuen Bundesparteichef der FPÖ gewählt. Ein guter Zeitpunkt, um mit Mario Kunasek über die steirische Position zu reden.

"Hofer vielleicht wieder Bundespräsidenten-Kandidat"

Da wäre vorher aber noch ein gewisser Norbert Hofer zu erwähnen. Einer, den Kunasek als bodenständigen Familienmenschen, als Freund beschreibt, der sich große Verdienste um die FPÖ erworben hat: "Da muss man die Bundespräsidenten-Wahl erwähnen, wo er fast 50 Prozent der Stimmen erreicht hat. Aber vor allem auch, dass er die Partei nach Ibiza übernommen und wieder in ruhiges Fahrwasser geführt hat." Er sei einer, der von der Struktur her sicher nicht auf Dauerkonfrontation eingestellt ist, da sieht Kunasek Ähnlichkeiten: "Ich bin ja auch einer, der nicht mit dem Bihänder durchs Landhaus läuft." Als Speerspitze der Opposition seien halt hart geführte Gefechte vonnöten, dies sei nicht unbedingt etwas, das Hofer liege. "Aber er  bleibt uns ja in der Partei und als dritter Nationalratspräsident erhalten. Und wer weiß, ob es mit ihm nicht wieder einen blauen Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl gibt ..."

"Kickl ist gut beraten, nicht in die Länder hineinzuregieren"

Damit wird also künftig Herbert Kickl zur personifizierten Speerspitze im Bund, positiv sei das Tempo der Neuausrichtung: "Viele haben das Auseinanderbrechen der Partei prophezeit, das Gegenteil tritt ein, es gibt sofort den Parteitag, innerhalb einer Woche wurde alles bereinigt, jetzt können wir den Fokus auf den Bund und die kommende Landtagswahl in Oberösterreich richten." Geht das denn zusammen, die harte Kickl-Linie und die Positionierung in den Ländern? "Ja, das muss möglich sein. Herbert Kickl ist ja nicht seit gestern im Parlament dabei, war Generalsekretär, er weiß, dass differenzierte Sichtweisen in den Ländern möglich sein müssen." Und: "Jedes Bundesland hat unterschiedliche politische Konstellationen, Kickl ist gut beraten, nicht in die Bundesländer hineinzuregieren."

"Auch mit Kurz will keiner koalieren"

Dennoch unterstellen viele Experten, dass es mit Kickl zu einer Verengung in der Ausrichtung kommt, oder? "Das hat man anfangs von HC Strache auch behauptet, trotzdem wurde aus einer Mini-Partei mit ihm wieder eine starke Kraft." In der Steiermark stehe man jedenfalls für Breite, vom Hackler bis zum Unternehmer, von Jung bis Alt will man für jeden wählbar sein. Nach sechs Jahren als steirischer FPÖ-Obmann wolle er nun mitgestalten, seine Partei sei absolut regierungsfähig. Hat er Sorge, dass mit der Kickl-FPÖ niemand koalieren wollen würde? "Da geht die Diskussion in die falsche Richtung, auch mit Kurz will derzeit niemand koalieren. Letztlich entscheidet der Wähler, nach der Wahl redet man über die Ergebnisse."
Auf diese (guten) Ergebnisse hofft er auch in der Steiermark – und sieht sich dabei in einer guten Position: Beim Parteitag 2022 werde er wieder antreten und darum werben, als Spitzenkandidat in die Wahl 2024 gehen zu können. "Damit sind wir in einer starken Position, als einzige. Denn wir wissen nicht, wer 2024 Obmann der ÖVP, wer Obmann der SPÖ sein wird." Dass diese Positionen dann mit Hermann Schützenhöfer und Anton Lang besetzt sein werden, schließt Kunasek aus. Hinter sich sieht er ein junges Team, das dennoch über viel Erfahrung verfüge. "Mit Stefan Hermann, Marco Triller und Hannes Amesbauer sind wir bestens aufgestellt." Außerdem habe man in der Vergangenheit viel gelernt: "Wir waren 2005 am absoluten Nullpunkt, haben von dort weg eine Partei geformt, die es sonst so nie gegeben hätte. Eine Partei der Kämpfer, in der vieles auf Ehrenamtlichkeit aufgebaut wurde, mit schlanken Strukturen und vielen Möglichkeiten für die Jungen." Und wofür steht diese Steirer-FPÖ jetzt? "Wir bleiben breit, wolle alle ansprechen. Und den Begriff Heimat positiv besetzen und modern weiterentwickeln."

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