Online-Umfrage: 270 Vorschläge für eine Neugestaltung Europas

Millionen Bürger aus 27 EU-Mitgliedsstaaten haben sich an der europaweiten Online-Umfrage WeEuropeans beteiligt. Die zehn Vorschläge, welche sich in den einzelnen Ländern als Favoriten durchgesetzt haben, betreffen die Themenbereiche Umwelt, europäische Institutionen, Forschung & Entwicklung sowie Ausbildung, Steuerflucht, Sozialpolitik und Migration. Die ersten Umfrageergebnisse zeigen deutlich, dass das Thema Nachhaltigkeit eine besonders große Rolle für die Europäer spielt.  Insgesamt 34 Millionen Menschen wurden durch die Meinungsumfrage erreicht: 1,5 Millionen Teilnehmer gaben insgesamt 9,3 Millionen Stimmen ab und reichten 30.000 Vorschläge ein. Ab sofort können alle für ihre Favoriten abstimmen, von denen die zehn beliebtesten am 22. März im Europäischen Parlament präsentiert werden.

Die von der Bürgerplattform MAKE.ORG und der parteiunabhängigen, transnationalen Non-Profit-Organisation CIVICO Europa durchgeführte Befragung wurde in 27 Ländern und 24 verschiedenen Sprachen in Bewegung gesetzt. Europäern wurde die Frage gestellt: „Wie können wir Europa konkret neu gestalten?“ EU-Bürger haben sich in großer Zahl an der Umfrage beteiligt, konkrete Vorschläge zum Zukunftsprojekt Europa unterbreitet und darüber abgestimmt. 

Für die 10 besten Vorschläge voten

Die 10 Vorschläge, welche in den einzelnen EU-Staaten die meiste Zustimmung erhalten haben, sind auf der Website von WeEuropeans unter https://weeuropeans.eu einsehbar. Ab jetzt können alle Bürger über die insgesamt 270 eingereichten Vorschläge voten und mitentscheiden, welche finalen zehn im Europäischen Parlament präsentiert werden.

Österreichs TOP 10

1. Man sollte sich mehr dafür einsetzen, überschüssige Lebensmittel zu spenden, anstatt sie wegzuwerfen.
2. Man sollte den Umweltschutz wieder als Schutz unseres Lebensraumes bei jeder Entscheidung berücksichtigen!
3. Man sollte Steuerschlupflöcher für Konzerne schließen (Double Irish / Dutch Sandwich) und vorsätzliche Steuervermeidung strafbar machen.
4. Man sollte dafür sorgen, dass es keine Massentierhaltung mehr gibt und somit auch keine damit verbundenen Tierqualen.
5. Man sollte viel mehr Natur in die Architektur einplanen und die Städte wieder grün werden lassen. Keine Betonwüsten sondern Stadtgärten.
6. Man sollte die geplante Obsoleszenz der Konzerne bekämpfen. Produkte sollen leicht reparierbar und Ersatzteile länger erhältlich sein!
7. Man sollte dafür sorgen, dass in der EU kein einziges Kind mehr sexuell verstümmelt wird.
8. Man sollte den Großkonzernen ihre Einflussnahme auf die Politik verweigern und endlich wieder Politik für die Bürger machen.
9. Man sollte Prävention als Aufgabe der Pflege und Medizin fest implementieren.
10. Man sollte leistbaren Wohnraum für Alt und Jung schaffen. Die stark gestiegenen Wohnungskosten sind ein Hauptproblem in vielen Ländern.

Nachhaltigkeit eine der wichtigsten Themen

Die Ergebnisse zeigen, dass Umweltfragen und eine nachhaltige Entwicklung, sowohl in den einzelnen Ländern als auch in ganz Europa, zentrale Interessen für Europäer darstellen. Unter den beliebtesten Themenbereichen finden sich: der Kampf gegen die Umweltverschmutzung, Nahrungsverwertung und Abfall, Plastikverpackungen und die Abholzung von Wäldern, aber auch der Wunsch nach einer Reformierung der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Andere Vorschläge, die auf Anklang gestoßen sind, umfassen die Bereiche EU-Behörden, Migration, Forschung & Entwicklung, Ausbildung, Steuerflucht oder Sozialpolitik.
Bürgeragenda für ein gemeinsames Europa

Bis 21. März haben alle Interessenten Zeit über die 270 Vorschläge aus allen Ländern abzustimmen. Aus den zehn finalen Vorschlägen mit der höchsten Zustimmung wird eine Bürgeragenda zusammengefasst und im Rahmen eines „Kongresses der Europäerinnen und Europäer“ am 22. März im Europäischen Parlament unter Anwesenheit von rund 100 wichtigen Vertretern der europäischen Bürgergesellschaft vorgestellt.

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