Kindersport: Zwischen übergewichtigen Kids und Leistungssport

Wolfgang Göschl (Primärsportmodell), Gerhard Peinhaupt (Leiter Sportamt Graz), Peter Schober (Medizinische Universität Graz), Peter Hofmann (Institut für Sportwissenschaften/Universität Graz) Jörg Christandl (Trainer) Christian Prates (Moderator der Diskussion) (v.l.)
  • Wolfgang Göschl (Primärsportmodell), Gerhard Peinhaupt (Leiter Sportamt Graz), Peter Schober (Medizinische Universität Graz), Peter Hofmann (Institut für Sportwissenschaften/Universität Graz) Jörg Christandl (Trainer) Christian Prates (Moderator der Diskussion) (v.l.)
  • Foto: Margit Haid
  • hochgeladen von Stefan Haller

Das "Primärsportmodell" feiert seinen 25-jährigen Geburtstag und hat deswegen in Graz zu einer Diskussionsrunde rund um das Thema Kindersport geladen. „In einer Gesellschaft, die immer schnelllebiger wird, ist Zeit zum wertvollen Gut geworden. Entwicklungsförderung heißt für mich, Kindern die Zeit zu geben, die sie brauchen, um sich zu entwickeln und sich als Eltern die Zeit zu nehmen, sie dabei zu begleiten“, so. Wolfgang Göschl, Gründer und Geschäftsführer des Primärsportmodells sowie international erfolgreicher Leichtathlet.

Mittelweg finden

In 25 Jahren nutzten rund 28.000 Kinder aus dem Großraum Graz die Kurse, die sich der Förderung von Gesundheit, sozialen Kompetenzen und Eigenverantwortung verschreiben. „Es gilt, die Kinder weder unter- noch überzufordern. Man muss abwägen, was die Kinder bereits mitbringen und wie man sie weiter aktivieren kann“, so Göschl. Das Primärsportmodell wolle nicht vorrangig Kinder zum Leistungssport treiben, man verwehre sich besonderen Talenten aber natürlich auch nicht.

Gesundheit, Selbstvertrauen & ein aktives Leben

Der Anteil übergewichtiger Kinder steigt seit 40 Jahren stetig an, Österreich liegt hier im mitteleuropäischen Trend. „Seit 1975 gab es eine Steigerung adipöser Buben von 2,8 auf 11,3 Prozent im Jahr 2016. Peter Schober, ehemaliger Vorstand der Intensivstation der Kinderchirurgie am LKH Graz und Ehrenpräsident der österreichischen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention, verweist auf die vielen negativen Auswirkungen einer bewegungsarmen Kindheit: „Bewegungsmangel im Kindesalter führt zum fehlenden Aufbau von Muskeln, Kraft und Koordination und erhöht die Unfallgefahr. Daneben leidet auch die Psyche: Die Folgen reichen von Angst, mangelndem Selbstvertrauen über Verhaltensstörungen bis hin zu höherer Suchtanfälligkeit und Lernschwierigkeiten.“

Soziale Medien und Smartphones als Problem

Laut Peter Hofmann, vom Sportinstitut der Karl-Franzens Universität Graz, liegt in der immer stärkeren Nutzung sozialer Medien und Smartphones die Ursache für den Mangel an aktiver Freizeitgestaltung: „Kinder zu einem „bewegten“ Leben zu motivieren, ist enorm wichtig. Qualitativ hochwertige Sportangebote, die Grundtechniken von Sport und Bewegung vermitteln und darüber hinaus auch noch Werte transportieren, liefern dazu einen nachhaltigen Beitrag.“

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