Nicht jeder Traum wird wahr

Gerald Puntigam trug heuer in der Ersten Liga nur fünfmal den Dress der Hartberger.
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  • Gerald Puntigam trug heuer in der Ersten Liga nur fünfmal den Dress der Hartberger.
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Messi, Ronaldo, Rooney oder naheliegender, Haas, Säumel, Kienast, Junuzovic oder Hofmann – Hunderte Kinder träumen allein in Graz davon, einmal so zu kicken wie ihre großen Idole. Die Realität sieht aber so aus, dass dieser Traum bei den meisten relativ schnell ausgeträumt ist. Einer, der zweifellos das Potenzial hätte, zumindest in Österreichs Bundesliga zu spielen, ist Hartbergs Gerald Puntigam.
Der gebürtige Oststeirer (wohnt seit Jahren in Gratkorn) galt als eines der größten Talente Österreichs. Der „Dribblanski“ spielte in sämtlichen Jugend-Nationalteams – trickste an der Seite von Christoph Leitgeb, Michael Liendl oder Thomas Prager. Schnell wurden auch die Scouts aufmerksam – Stuttgart und andere deutsche Klubs, aber auch die Wiener Austria hatten ihre Fühler ausgestreckt.
„Aber als dann die ersten Angebote konkreter geworden sind, hab ich mich verletzt – Schienbeinbruch“, erinnert sich Puntigam. Eine richtige Verletzungsodyssee begann: „In den letzten sieben Jahren hat es keine Saison gegeben, in der ich nicht verletzt war.“
Reha-Programm, wieder langsam ins Training einsteigen, sich in die Mannschaft zurückkämpfen – Puntigam kennt das zur Genüge, nur um dann nach ein paar Partien wieder im UKH zu landen. Nur ein kleiner Auszug aus seiner Krankenakte: Rippenbruch, Zehenbruch, Knorpelschaden im Knie (der ihn bei Gratkorn für eineinhalb Jahre außer Gefecht setzte) und seit Sommer ist er „dank“ eines Knöchelbruchs erneut nur in der Zuschauerrolle.

Anzug statt Fußballdress
In der heurigen Erste-Liga-Saison hat es der bald 27-Jährige gerade einmal auf fünf Spiele gebracht. „Irgendwann muss man sich dann eingestehen, dass es mit der großen Karriere nichts mehr wird. Was bringt es, wenn du nach Kapfenberg oder Mattersburg gehst? Dort verdienst du deine 2.000 oder 3.000 Euro, was im Moment ja nicht schlecht ist. Aber dann – mit 31 oder 32 – stehst du ohne Vertrag und ohne Ausbildung da. Was dann?“, ist Puntigam Realist.
Deswegen tauscht er immer öfter die Kickschuhe mit feinem Anzugszwirn, jobbt beim Finanzdienstleister FINOVA. Die Prioritäten haben sich verschoben. Die großen Arenen Europas wird er aber nur als normaler Fan betreten.

Gerald Puntigam trug heuer in der Ersten Liga nur fünfmal den Dress der Hartberger.
Puntigam macht auch hinterm Schreibtisch eine gute Figur.

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