Vernichtendes Akademie-Zeugnis für den SK Sturm

Einer der letzten, die den Durchbruch wirklich schafften: Dario Maresic wurde bei Sturm ausgebildet und kickt mittlerweile in Frankreich.
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Akademieleiter Walter Hörmann übt vernichtende Kritik am fehlenden Interesse der Blackys an der Jugend.

"Fakt ist: In den sieben Jahren, in denen ich in der Akademie bin, gab es nie ein klares Konzept vonseiten des SK Sturm, wie der Weg der Jugend verlaufen soll." Dieses vernichtende Zeugnis für die sportliche Führung der Blackys der vergangenen Jahre kommt von niemand geringerem als Walter Hörmann, ehemaliger Spieler des SK Sturm und aktueller wirtschaftlicher Geschäftsführer der Akademie.


Jugend vernachlässigt

Gemeint ist jene Akademie, die als hundertprozentige Tochtergesellschaft des SK Sturm und des Steirischen Fußballverbandes eigentlich das Flaggschiff in Sachen Jugendarbeit des größten und bekanntesten steirischen Sportvereins darstellen sollte. Hörmann betont allerdings: "Aus sportlicher Sicht wurde die eigene Jugend durch den SK Sturm vollkommen vernachlässigt – für mich absolut unverständlich, da unser Trainerteam unter der Führung des Sportlichen Leiters Didi Pegam hervorragende Arbeit leistet und reihenweise Top-Spieler ausbildet."
Der ehemalige Profi-Fußballer erklärt, dass in der Akademie 90 Prozent der steirischen Top-Talente gesammelt und ausgebildet werden: "Deswegen müssten normalerweise jedes Jahr drei bis vier Spieler den Sprung zu den Profis schaffen, das Potenzial ist ohne Frage da. Aber was passiert? Nichts! Es werden viel zu wenig Spieler hochgezogen."

Im Gespräch: Walter Hörmann (l.) und Sturm-Präsident Christian Jauk.
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Kein Konzept

Dabei nimmt der Akademieleiter vor allem den mittlerweile nicht mehr in dieser Position tätigen Ex-Sturm-Sportchef in die Kritik: "Günter Kreissl war jedes Jahr bei vier Aufsichtsratssitzungen der Akademie anwesend. Interesse an der Akademie hat er ansonsten allerdings keine Sekunde lang gezeigt." Dabei wurden von den eigenen Akademie-Mannschaften hervorragende Leistungen erbracht, wie auch Dietmar Pegam, sportlicher Geschäftsführer der Akademie, betont: "In den vergangenen Jahren waren wir an Ergebnissen gemessen die zweiterfolgreichste Akademie Österreichs hinter Salzburg." Pegam verweist außerdem auf die auch in den vergangenen Jahren ausgebildeten Spieler wie Dario Maresic, Sandi Lovric oder Romano Schmid und erklärt: "Von Andreas Schicker wurden mir bereits Gespräche versprochen, auch der neue Cheftrainer der Profis Christian Ilzer wird da bereits eingebaut. Ich bin mir sicher, dass wir hier eine große Chance haben, uns als Gesamtverein weiterzuentwickeln."

Schicker als Hoffnungsträger

Als Schnittstelle für eben diese Bereiche rund um die Durchlässigkeit von der Akademie zur Kampfmannschaft und die Entwicklung eines Gesamtkonzeptes war ursprünglich der aktuell in Auszeit weilende ehemalige Sportchef Günter Kreissl angedacht, der im Herbst als technischer Direktor zu Sturm zurückkehren soll. Walter Hörmann ist allerdings weiterhin skeptisch, was das Gesamtkonzept für Jugendarbeit des SK Sturm angeht: "Ich weiß, wie es bei Sturm abläuft. Bis jetzt gibt es nichts Transparentes, was dieses angebliche neue Konzept betrifft. Bis sich wirklich etwas tut, glaube ich nicht, dass es bei Sturm ein Prinzip für die Jugend gibt, auch wenn das äußerst bedauerlich ist."
Tatsache ist, dass trotz der weiterhin geplanten Rückkehr von Günter Kreissl mit Andreas Schicker ein neuer Mann das Sagen hat. Er hat mit einigen neuen Jungprofiverträgen bereits ein erstes Zeichen für die Jugend gesetzt. Erst die Zukunft wird weisen, ob dem auch weitere Taten folgen und es künftig auch wirklich ein echtes Konzept für die Jugend beim SK Sturm geben wird.

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