Start-Up-Zeitung 2021
Die digitale Welle in der Versicherungsbranche

"Es ist ein Mittel, das du nutzen kannst oder die Konsequenzen trägst, wenn du es nicht tust", sagt Dusan Urban über die Digitalisierung.
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  • "Es ist ein Mittel, das du nutzen kannst oder die Konsequenzen trägst, wenn du es nicht tust", sagt Dusan Urban über die Digitalisierung.
  • Foto: Marija Kanizaj
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Ein Beitrag von Sebastian Peischl (Sophia)

Versicherung per Mausklick abschließen? Wir haben in der heimischen Branche nachgefragt, wie es um das Thema "Digitalisierung" steht. 

Essen, Autos, Kleidung, Möbel, Fernseher – alles direkt von der Couch aus im Internet bestellbar. Lieferung direkt vor die Tür. Bestellungen können jederzeit und überall aufgegeben werden. Beim Thema Versicherungen sieht das im 21. Jahrhundert noch etwas anders aus. Orts- und zeitgebundene Termine stehen hier auf der Tagesordnung. Aber die digitale Welle macht vor der alteingesessenen Versicherungsbranche nicht halt. Wir haben uns mit drei Branchenexperten zusammengesetzt und über die digitale Zukunft der österreichischen Versicherungsbranche gesprochen.

Schluss mit den persönlichen Terminen bei Versicherungsvertretern? Ein Gespräch mit Experten aus der Branche.
  • Schluss mit den persönlichen Terminen bei Versicherungsvertretern? Ein Gespräch mit Experten aus der Branche.
  • Foto: Pixabay
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Der Status Quo

"Die Digitalisierung in der Versicherungsbranche schreitet mit großen Schritten voran. Das Jahr 2020 mit Corona hat sicherlich wesentlich dazu beigetragen, vor allem in den Bereichen der Kommunikation, der Schadenabwicklung, aber auch beim Verkauf von einfachen Versicherungsprodukten", meint Gernot Reiter. Er ist Generaldirektor-Stellvertreter bei der Grazer Wechselseitigen (GRAWE). Die Digitalisierung ist bereits etwa wie Geld oder Elektrizität, sie gehört zum Alltag, meint auch Dusan Urban, Head of Innovation & Strategy bei Merkur Versicherung: "Es ist ein Mittel, das du nutzen kannst oder die Konsequenzen tragen musst, wenn du es nicht tust." Auch Ralf Widtmann sieht das ähnlich. Er ist Geschäftsführer von riskine, einem Unternehmen, dass digitale Beratungslösungen entwickelt. "Im Back-Office und in der Servicierung sind derzeit alle Versicherer am Investieren. Die Philosophien der Versicherungen bei der Digitalisierung unterscheiden sich im Bereich des Vertriebs über Direktkanäle."

Die “Instant everything”-Zukunft

“Du brauchst eine Versicherung, du bekommst sie sofort. Du möchtest etwas erledigen – alles nur einen Klick entfernt. Es wird zu einer “Amazonisierung” kommen: Kunden werden von Amazon und Apple geprägt, die eine sehr kundenzentrierte Lösung bieten. Es wird erwartet, dass in allen Bereichen der gleiche Service herrscht”, meint Urban. “Wenn wir es nicht schaffen, dasselbe Niveau zu erreichen, wird es als Scheitern oder schlechtes Service gewertet.” Das oberstes Ziel sei eben die Convenience der Kunden, betont auch Reiter: "Danach richten wir unsere Geschäftsprozesse aus."

Ralf Widtmann beschäftigt sich mit digitalen Lösungen. Er meint: “Hochwertige Technik wird in Zukunft jedem Kunden zur Verfügung stehen."
  • Ralf Widtmann beschäftigt sich mit digitalen Lösungen. Er meint: “Hochwertige Technik wird in Zukunft jedem Kunden zur Verfügung stehen."
  • Foto: riskine GmbH
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Versicherungsberatung in der Zukunft

Je nach Komplexitätsgrad der Versicherung wird die Beratung an Bedeutung verlieren oder dazugewinnen, dabei sind sich Widtmann und Urban einig. "Wie die Beratung für den Kunden aussehen soll, sollte ihm frei überlassen sein: Alexa, Messenger, Face-To-Face, der Kunde sollte sich frei entscheiden können", meint Urban. 

Zukunftstrends

Die Entscheidungsfreiheit steht auch ganz oben bei den Zukunftstrends der Branche: "Der Kunde sollte auswählen können, wie, wo und wann er mit uns interagieren will. Versicherungsprodukte werden flexibler und können sich den aktuellen Kundenbedürfnissen anpassen", so Urban. "Es wird zu einer konstanten Verbesserung der Beratungslösungen kommen, viel mehr Transparenz und bessere Benutzererfahrungen: “Hochwertige Technik wird jedem Kunden zur Verfügung stehen", meint auch Widtmann. Reiter erwartet, dass im Zuge der Digitalisierung weitere Kontaktpunkte für den digitalen Support entwickelt werden. Einen Trend zu reinen Online-Versicherern sieht er nicht.

Versicherungen am Smartphone

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