Dieses Atelier geigt in Graz richtig auf – Business Lunch mit Geigenbau Atelier Hofer

Im Thomawirt wird aufgetischt: Martina Maros-Goller (WOCHE) und Rupert Hofer (M.) wurden von Barnabas Dorman bewirtet.
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Mit viel Fachwissen und Liebe zum Detail pflegt Rupert Hofer das traditionelle Handwerk des Geigenbaus.

Geigen, Bratschen, Celli, Kontrabässe, aber auch Gitarren und Flöten: Das Geigenbau-Atelier von Rupert Hofer in der Leonhardstraße ist seit Jahren eine der Top-Adressen, wenn es um den Erwerb, die Reparatur oder Restauration dieser Instrumente geht. Im WOCHE-Interview erklärt der Unternehmer, worauf es in seinem Beruf ankommt, welche Bedeutung die Geige hat und warum das Instrument nicht teuer sein muss.

WOCHE: Sie haben das Geigenbau-Atelier vor 23 Jahren eröffnet. Wie kam der Entschluss, sich einem solchen Traditionshandwerk zu widmen?
Rupert Hofer: Ich liebe Musik und habe am Musikgymnasium Cello gespielt. So habe ich Kontakt zum Beruf geknüpft und danach die Ausbildung in Deutschland, wo ich mich bei der Aufnahmeprüfung gegen 250 Bewerber durchgesetzt habe, abgeschlossen. Nach ein paar internationalen Stationen habe ich mich dazu entschlossen, mich in Graz selbstständig zu machen.

Was sind die Haupttätigkeitsfelder Ihres Unternehmens?
Wir verkaufen natürlich Geigen, aber ein Schwerpunkt liegt auch in der Reparatur und Restauration der Instrumente. Viele sind mehrere Jahrhunderte oder Jahrzehnte alt und da ist die richtige Wartung das Um und Auf, um möglichst lange eine Freude daran zu haben.

Worauf muss man als Geigenbesitzer genau achten?
Man muss sich bewusst sein, dass jedes Instrument Betriebskosten hat, diese können in Grenzen gehalten werden, wenn man die Geigen regelmäßig zu einem Fachmann gibt. Wichtig ist, dass die Substanz in Ordnung ist, Arbeiten an den Wirbeln, dem Griffbrett, Steg oder Lack fallen aber an. Genauso ist es nötig, Saiten zu tauschen oder den Bogen zu pflegen. Vorsorge ist – genauso wie beim Zahnarzt – besser als Reparaturen.

Die Geige ist ein teures Instrument. Wie viel Budget muss für den Kauf kalkuliert werden?
Wie bei vielen Dingen gibt es auch bei Geigen ein großes Preisspektrum. Produktionen aus China sind sehr günstig. Neue, in Europa hergestellte Geigen kosten zwischen 10.000 und 75.000 Euro, ein von mir handgefertigtes Instrument, das etwa 200 Stunden Arbeit in Anspruch nimmt, liegt etwa bei 18.000 Euro. Es kommt aber immer auf die persönlichen Bedürfnisse an, welches Instrument sich am besten eignet. Daher ist Beratung auch ein wesentlicher Teil unserer Arbeit, denn es macht einen Unterschied, ob jemand Profi- oder Hobbymusiker ist und wie oft und wie intensiv die Geige in Anspruch genommen wird.

Auch bei Kindern stellt sich die Frage, ob der Kauf sinnvoll ist ...
Korrekt, daher bieten wir, nicht nur für Kinder, das Mieten von Instrumenten an. Schon ab 36 Euro pro Monat, inklusive einer speziellen Instrumentenversicherung und der Kosten für die Abnutzung, kann ein Instrument gemietet werden. Das eignet sich hervorragend, wenn man noch nicht abschätzen kann, ob man sich eine eigene Geige, Viola oder ein Cello kaufen möchte. Auch nach einem Erwerb bieten wir an, das Instrument zurückzubringen und für das nächste aufzuzahlen. Der Besitz einer Geige mit einer gewissen Qualität ist wertbeständig und zahlt sich daher aus.

Sie haben zwei Mitarbeiter und bilden Lehrlinge aus ...
Ja, ich habe ein großartiges Team und ich freue mich sehr, dass sie meine Leidenschaft für das Handwerk teilen. Derzeit habe ich einen Lehrling und es ist auch eine große Freude, das Können und Wissen an jüngere Generationen weiterzugeben.

Welchen Stellenwert hat die Geige in unserer Gesellschaft?
Die Geige ist Musikinstrument und Ausdrucksmittel und wirkt sich positiv auf die Entwicklung aus. Sie ist ein Kulturgut, das seit Jahrhunderten große Bedeutung hat.

Das ist
Rupert Hofer

Geboren am 24. April 1971 in Graz
Maturierte am Musikgymnasium Dreihackengasse
Schloss in Mittenwald die 3,5-jährige Ausbildung zum Geigenbauer ab.
Arbeitete danach bei renommierten Geigenbauern in Deutschland und Holland.
Machte sich nach der Meisterprüfung in Graz selbstständig.
Seit 23 Jahren betreibt er mittlerweile sein Atelier in der Leonhardstraße und ist spezialisiert auf die Herstellung sowie die Reparatur und Restauration von Geigen, Violen, Celli und Kontrabässen.
Hofer ist Landesinnungsmeister der Landesinnung Kunsthandwerke der Wirtschaftskammer Steiermark.
Zudem ist er Bundesinnungsmeister der Musikinstrumentenerzeuger und Ausschussmitglied der Kunsthandwerke der Wirtschaftskammer Österreich.
Selbst spielt er seit seiner Jugend Cello und ist leidenschaftlicher Musiker.
Er geht seinem Beruf mit viel Liebe nach und ist dankbar dafür, bei sehr guten Werkstätten gelernt zu haben.
Schon während seiner Ausbildung hat er sich in seiner Freizeit mit dem Bau von Instrumenten beschäftigt, um das Erlernte zu kräftigen und perfektionieren.
Er rät dazu, sein Instrument stets zu pflegen, um möglichst lange eine Freude daran zu haben.

Infos zu Geigenbau Atelier Rupert Hofer

Im Jahr 1997 gründete Rupert Hofer sein Geigenbau-Atelier.
Der Geigenbaumeister hat derzeit zwei Mitarbeiter und bildet einen Lehrling aus.
Im Sortiment hat er Geigen, Bratschen, Celli, die dazupassenden Bögen sowie Meister- und Schülerinstrumente.
Neben dem Neubau bietet er auch Reparaturen und Restaurationen der Instrumente an.
Darüber hinaus verkauft er Saiten, Etuis und Zubehör.
Auch Beratung, Schätzungen, Wertgutachten und Expertisen gehören zu Rupert Hofers Spezialgebieten.
Ein weiteres Angebot umfasst die Vermietung von Streichinstrumenten und Bögen.
Standort: Leonhardstraße 36, 8010 Graz
Telefon: 0316/37 39 11
Mail: rupert.hofer@geigenbau.at
Web: www.geigenbau.at
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 12 und von 15 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung

Gast und Wirtschaft

thomawirt
Restaurant – Bar

Leonhardstraße 40-42, 8010 Graz
Web:thomawirt.at
Telefon: 0316/32 86 37
Öffnungszeiten: Täglich von 9 bis 0 Uhr
Beschreibung: Der thomawirt hat sich zu einem der beliebtesten Restaurants im Bezirk St. Leonhard gemausert. Seit Jahren besticht er durch erdiges, urbanes Design und eine ansprechende Karte, die zu jeder Tages- und Abendzeit das richtige Angebot parat hat.
Das Essen: Als Vorspeise gab es Salate, für die Hauptspeise wählte Rupert Hofer ein Filetsteak mit Gemüse, WOCHE-Redakteurin Martina Maros-Goller das thomawirt-Pfandl und WOCHE-Fotograf Christopher Jörgler entschied sich für den thomawirt-Burger mit Süßkartoffel-Sticks.
Die WOCHE meint: Das Essen hat eine herausragende Qualität und dass das Lokal für Familienfeste beliebt ist, zeigte sich an diesem Tag aufgrund der große Anzahl der dort abgehaltenen Sponsionsessen. Zudem überzeugt der thomawirt mit einem Mittagsmenü und bietet auch regelmäßig Live-Konzerte junger Musiker – jeden Sonntag ab 20 Uhr kann man thomawirt-Livemusik erleben.

Autor:

Martina Maros-Goller aus Graz

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