"Floristen bringen die Natur in Form" – Business Lunch mit Floristik Obendrauf

Rosengarten: Martina Maros-Goller (WOCHE, l.) und Johann Obendrauf wurden von Andrea Rattensberger im Café Fotter bewirtet.
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  • Rosengarten: Martina Maros-Goller (WOCHE, l.) und Johann Obendrauf wurden von Andrea Rattensberger im Café Fotter bewirtet.
  • Foto: Jorj Konstantinov
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Warum bei Blumen auf Regionalität geachtet werden muss und was im Trend liegt, verrät Johann Obendrauf.

Er sei familiär nicht vorbelastet und habe sich als Erster in seiner Familie dazu entschlossen, Florist zu werden, erzählt Johann Obendrauf. Der Geschäftsführer von drei "Obendrauf Floristik"-Filialen und Landesinnungsmeister der Floristen gibt Einblick in seine Branche, sagt, wo es Verbesserungspotenzial gibt, und erklärt, warum Floristen Künstler sind.

WOCHE: Kurz vor Allerheiligen: Wie geht es Ihrem Stresslevel?
Johann Obendrauf: Wir haben sehr viel zu tun (lacht). Auch die Hochzeitssaison hält noch an, mittlerweile wird bis November geheiratet, aber natürlich bringt Allerheiligen viel Arbeit mit sich.

Hat sich in dem Bereich in den letzten Jahren viel geändert?
Ja, die Menschen haben in der heutigen Zeit sicher einen anderen Zugang, was Allerheiligen und das Gedenken an die Verstorbenen betrifft. Das wirkt sich auch auf unser Handwerk aus. Kunden sind im Fachgeschäft auf der Suche nach besonderen Werkstücken wie kleinen Herzen und edlen Kränzen, und bei jenen, die sich für Gedenkfloristik entscheiden, darf es gerne etwas Außergewöhnliches sein.

Kunden sehen, dass Floristen Sträuße binden. Aber was steckt noch hinter diesem Beruf?
Floristen sind Künstler, die durch ihr Handwerk die Natur in Form bringen. Jeder Florist hat ein umfassendes Wissen und auch ein gestalterisches Talent, jeder Florist leistet Meisterarbeit. Blumen sind naturgegeben und einfach faszinierend. Wir Floristen haben das Privileg, damit zu arbeiten und Blumenträume wahr werden zu lassen.

Worauf ist hier zu achten?
Wir raten allen Kunden, uns zu vertrauen, denn wir kennen unser Handwerk und wissen, wie gewisse Blumen miteinander wirken. Beratung, insbesondere bei Hochzeiten, ist enorm wichtig, daher nehmen wir uns für diese viel Zeit.

Dabei ist Ihnen auch Regionalität ein großes Anliegen?
Ja, wir arbeiten viel mit saisonalen Blumen und regionalen Produzenten, denn so respektieren wir den Jahreskreislauf und unterstützen unsere heimischen Betriebe. Ich bin kein Freund davon, im November Pfingstrosen aus Neuseeland zu importieren.

Wie kam der Entschluss, einen Floristikbetrieb zu eröffnen?
Ich habe die Gärtnerlehre abgeschlossen und war danach in der Produktion und im Gartenbau tätig. Meine Eltern haben einen landwirtschaftlichen Betrieb, und ich bin sehr naturverbunden aufgewachsen, daher bin ich in diesem Bereich hängen geblieben. Nach Abschluss der Floristiklehre übernahm ich 2005 das Geschäft in der Jahngasse, zudem habe ich noch eines in St. Georgen an der Stiefing und im Shopping Nord.

Wie geht es Ihnen mit der Personalfindung?
Wir haben derzeit 19 Mitarbeiter. Die Suche ist nicht einfach, aber unsere Stärke ist, dass wir ein Ausbildungsbetrieb sind. Wir haben derzeit fünf Lehrlinge, und es freut mich besonders, wenn ich den Nachwuchs für diesen Beruf begeistern kann.

Sie sind auch Landesinnungsmeister der Floristen. Was können Sie von diesem Aspekt her für Ihre Branche tun?
Die Herausforderung liegt darin, den Wert unserer Dienstleistung in einem zeitgerechten Preis darzustellen. Wir haben ein besonderes Handwerk und Produkt, hinter dem außerordentlich viel Arbeit steckt. Hier müssen wir Bewusstsein schaffen, dass Dienstleistung, Beratung und Handwerk mehr zählen.

Weihnachten rückt auch mit großen Schritten näher. Gibt es hier besondere Trends?
Die Tradition steht wieder im Fokus, echte Adventkränze in Grün, Braun, Natur, Gold und Silber sind heuer gefragt. Darüber hinaus dominieren Vintage-Blumen, und die Farbe Lila erlebt ein Revival.

Das ist Johann Obendrauf

Geboren am 24. März 1980.
Vater zweier Kinder (drei und neun Jahre alt).
Lebt mit seiner Familie in der Südsteiermark.
Absolvierte die Lehre zum Gärtner und danach auch die Floristik-Lehre.
2005 machte er sich mit Floristik Obendrauf selbstständig und hat derzeit drei Geschäfte.
Er ist Florist mit Leib und Seele und liebt es, Blumenkunstwerke zu erschaffen.
Seit 2005 dekoriert er das Neujahrskonzert in Wien.
Obendrauf nimmt an internationalen Kongressen und Wettbewerben teil und hat bereits einige Titel geholt.
Als Landesinnungsmeister der Floristen ist er auch in der Wirtschaftskammer aktiv und setzt sich für seine Sparte ein.
Bei den WorldSkills, der Berufs-Weltmeisterschaft, trainiert er die Teilnehmer für die Workshops.
Bei den EuroSkills, der Berufs-Europameisterschaft, organisiert er die Workshops.
Seine freie Zeit verbringt er am liebsten mit seiner Familie.
Musik und Volleyball sind seine Leidenschaften.
Obendrauf singt gerne und spielt auch Trompete.
Er liebt die Südsteiermark, fährt aber auch gerne nach Italien, wenn es die Zeit zulässt.
Da er beruflich aber viel unterwegs ist und reist, genießt er die Zeit zuhause.
Dort darf es dann gerne auch mal ein Gläschen Muskateller sein.

Informationen zu Floristik Obendrauf

Das Floristik-Fachgeschäft "Floristik Obendrauf" wurde 2005 von Johann Obendrauf gegründet.
Zwei Geschäfte befinden sich in Graz, eines in St. Georgen an der Stiefing.
Das Unternehmen hat 19 Mitarbeiter und bildet derzeit fünf Lehrlinge aus.
Gerne werden Bestellungen an die Wunschadresse zugestellt. Zudem gibt es einen Online-Shop, in dem Blumen gekauft werden können.
Zudem werden Floristik-Kurse zu unterschiedlichen Themen angeboten.
Web:floristikobendrauf.at
Mail: kontakt@floristikobendrauf.at
Geschäft Jahngasse 9, 8010 Graz
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 7.30 bis 18 Uhr, samstags 7.30 bis 14 Uhr; Telefon: 0316/823224
Geschäft Shopping Nord
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9 bis 19 Uhr, samstags 9 bis 18 Uhr; Telefon: 0664/1353936

Gast und Wirtschaft

Café Fotter

Attemsgasse 6, 8010 Graz
Web:cafe-fotter.at
Telefon: 0316/32 21 46
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 7.30 bis 19 Uhr, samstags von 9 bis 14 Uhr, Sonn- und Feiertage geschlossen
Beschreibung: Das Fotter ist eines der ältesten Kaffeehäuser der Stadt und hat durch die Neuübernahme 2016 einen besonderen Charme erhalten. Alte Möbel treffen auf liebevoll ausgesuchte Dekorationen und eine feine Karte, die salzig und süß im Angebot hat. Das wahre Highlight ist der Rosengarten, einer der schönsten Gastgärten von Graz.
Das Essen: Die Nachmittagskarte im Fotter lud dazu ein, Kaffee und Kuchen zu wählen. Der Cheesecake und die Schokotarte sowie der Kaffee schmeckten Johann Obendrauf und Martina Maros-Goller ausgezeichnet. Auch WOCHE-Fotograf Jorj Konstantinov war mit seinem Apfelsaft und der Schinken-Focaccia wunschlos glücklich.
Die WOCHE meint: Das Fotter ist eine wahre Bereicherung für die Stadt und verbindet mit seinem einmaligen Charakter und Charme mehrere Generationen. Mitten im Univiertel gelegen, ist es aber nicht nur bei Studenten beliebt.

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