Business Lunch
Hier wird mit viel Genuss gestrampelt – Business Lunch mit "Velofood"

Zu Tisch: Martina Maros-Goller (WOCHE, l.) und Jonathan Stallegger wurden im Café Erde von Lena Baronigg bewirtet.
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  • Zu Tisch: Martina Maros-Goller (WOCHE, l.) und Jonathan Stallegger wurden im Café Erde von Lena Baronigg bewirtet.
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240 Bestellungen am Tag: Velofood-Gründer Jonathan Stallegger im – nicht zugestellten – Business Lunch.

Im Fall von Velofood treffen persönliche Überzeugung, Leidenschaft und harte Arbeit auf Zeitgeist und das kommt richtig gut an. Der Grazer Jonathan Stallegger gründete 2016 das Radzustellservice, das ausschließlich mit Lokalen zusammenarbeitet, die biologisch abbaubare Verpackungen nutzen. Im WOCHE-Interview spricht er über Radfahren in Graz, den enormen Arbeitsaufwand und Essgewohnheiten der Grazer.

WOCHE: Durch Velofood stellen auch Lokale ohne eigenen Lieferservice zu und das per Rad und nachhaltig. Wie kam es zu der Idee?
Jonathan Stallegger: Ich war kein Fan von klassischen Zustelldiensten und fand es schade, dass keine guten Restaurants liefern. Und genau das wollte ich ändern. Ich habe zunächst versucht, mit fünf Freunden selbst auszuliefern und wollte schauen, ob das funktioniert. Es war schon gewagt, als 27-Jähriger mit einem noch nicht existierenden Unternehmen zu renommierten Lokalen zu gehen und meine Idee vorzustellen.

Und wie kam das Konzept an?
Ich habe ja nicht nur einen klassischen Zustellservice per Rad angeboten, sondern verlangte von den Lokalen, dass sie sich verpflichten, bei ihren Verpackungen auf Plastik und Aluminium zu verzichten. Zum Glück konnte ich die teilnehmenden Restaurants davon überzeugen, dass es nur Vorteile hat, auf biologisch abbaubare Verpackungen umzusteigen.

Von anfänglich fünf Lokalen stehen Sie mittlerweile bei 54. Auf wie viele Lieferungen kommen Sie täglich und wie viele Fahrer sind insgesamt im Einsatz?
Wir haben gut 240 Bestellungen pro Tag und in Summe sind 70 Zusteller unterwegs, täglich sind es über 20. Die durchschnittliche Länge einer Lieferung ist vier Kilometer und so kommen wir auf knappe 1.000 Kilometer täglich.

Wie läuft die Bestellung ab?

Alle teilnehmenden Restaurants sind auf unserer Website und App gelistet und dort erfolgt auch die Bestellung. Der Kunde gibt seine Adresse ein und es werden ihm alle Lokale angezeigt, die im beliefernden Radius von vier Kilometern sind. Das Restaurant gibt uns Bescheid, wie lange sie brauchen und die durchschnittliche Lieferzeit ab Bestellung beträgt 32 Minuten. Wenn wir das Essen übernehmen ist es in sieben Minuten beim Kunden, bezahlt wird per Kreditkarte, Sofort-Überweisung oder Paypal.

Man sieht immer mehr Mitbewerber auf den Straßen. Wie beurteilen Sie diese Entwicklung?

Ich begrüße natürlich, dass Lieferungen nachhaltiger werden, aber die Mitbewerber in diesem Bereich gehören zu internationalen Konzernen. Wir sind ein Grazer Unternehmen, wo alle zu 100 Prozent dahinter stehen und jeder selbst noch ausliefert. Das gesamte Office-Team und ich springen im Notfall auch gerne ein.

Heißes Thema: Radeln in Graz.
Ja, in der Tat (lacht). Wir sagen in unseren Schulungen immer, dass Sicherheit vor Schnelligkeit kommt. Aber natürlich gibt es im Verkehr immer wieder brenzlige Situationen. Da heißt es Rücksicht nehmen und das gilt für Rad- wie für Autofahrer.

Was essen Grazer am liebsten?
Oft wird indische und thailändische Küche gewählt. Aber auch Sushi, Pizza, Burger und Hausmannskost sind vorne dabei.

Gibt es Zukunftspläne?
Wir bleiben definitiv in Graz, erweitern unser Angebot aber stets. Auch weiterhin wollen wir bei unseren Kriterien bleiben und stellen deshalb auch kein Fast Food zu. Und auch bei der Bezahlung setzen wir auf Fairness und wollen uns dadurch abheben. Besonders stolz machen uns auch die positiven Google Bewertungen: Von 240 haben 236 fünf Sterne. Das freut und bestärkt uns für die Zukunft.

Das ist
Jonathan Stallegger

Geboren am 22. Jänner 1989 in Graz
War als Jugendlicher ein Computernerd und beschäftigte sich fast ausschließlich mit Computern.
Brach deshalb die Schule mit 15 Jahren ab und fing an, im Bereich der Informatik und Programmierung zu arbeiten.
Damals wog er rund 40 Kilogramm mehr.
Mit 17 Jahren stellte er fest, dass er sein Leben ändern wollte und fing an, Sport zu betreiben.
Auch holte er seinen Maturaabschluss im Abendgymnasium nach.
Dann studierte er Ethnologie.
Auch im Sport erzielte er immer mehr Erfolge und nahm am Triathlon teil.
Viele, lange Radtouren gehörten bald zu seinem Leben, das ist auch nach wie vor so.
Heuer radelte er beispielsweise nach Neapel.
Beim Aufbau von Velofood unterstützte ihn sein damaliger Mitbewohner Daniel Hofko, der auch heute noch bei Velofood aktiv ist.
Bereits vor der Selbstständigkeit war er im Lebensmittelbereich wie etwa bei der Foodsharing-Lebensmittelrettung tätig.
Und als Fahrradbote ist er selbst bei Velofood aktiv.
Hatte zum Glück nie einen schweren Radunfall.
Mit Velofood hat er sich einen Traum erfüllt und er steht aus voller Überzeugung hinter dem Konzept.

Informationen zu Velofood

Gegründet 2016 durch Jonathan Stallegger
Zustellung von Essen im Raum Graz per Fahrrad.
Kooperation nur mit ausgewählten Lokalen, die auf biologisch abbaubare Verpackungen setzen.
Derzeit sind 54 Lokale im Raum Graz dabei.
In Summe fahren 70 Boten für Velofood. Weiters gibt es fünf Fixangestellte.
Bestellungen werden über die Website oder App abgewickelt.
Die Boten und die Zentrale kommunizieren über Walkie Talkie-Apps.
Das Lager befindet sich in der Jakoministraße 29, dort ist aber selten jemand, weil immer alle unterwegs sind.
Die Speisen werden in einem thermoisolierten Rucksack zugestellt. In einen Rucksack passen rund neun Speisen und Velofood hat davon etwa 30.
Die Liefergebühr beträgt in jedem Fall 2,90 Euro.
Web:www.velofood.at

Gast und Wirtschaft
Café Erde

Andreas-Hofer-Platz 3, 8010 Graz
Öffnungszeiten: Montag bis Samstag von 11.30 bis 22 Uhr, (Küche bis 21.30 Uhr), Sonntag von 17 bis 22 Uhr
Telefon: 0316/82 04 13
Web:www.cafeerde.com
E-Mail: info@cafeerde.com
Beschreibung: Das kleine, feine Café Erde hat sich mit seinen veganen Speisen längst einen Namen in der Grazer Gastronomie gemacht. Von Montag bis Freitag gibt es – solange der Vorrat reicht – ein ständig wechselndes Tagesmenü bestehend aus Suppe und Tagesteller. Am Abend kommt eine erweiterte Karte hinzu.
Das Essen: Die Windkrapferl-Suppe wurde von Jonathan Stallegger und Martina Maros-Goller gewählt, Stallegger entschied sich zusätzlich für die indonesische Gemüsepfanne mit Sojanudeln und Mangosauce. Dazu gabs einen gemischten Salat.
Die WOCHE meint: Sehr gutes Essen und eine einladende Atmosphäre dominieren im Café Erde. Das Tagesmenü steht am schwarzen Brett und Fans von veganen Speisen sind hier definitiv an der richtigen Adresse.

Autor:

Martina Maros-Goller aus Graz

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