Smaxtec – der Weltmarktführer aus der Murmetropole

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Stolze 80 Liter Milch trinken Herr und Frau Österreicher pro Jahr im Durchschnitt. Die Milch ist also so etwas wie eines unserer Grundnahrungsmittel. Eine kleine Revolution in der Milchproduktion haben nun Stefan Rosenkranz und Mario Fallast eingeläutet. Die beiden Grazer haben mit ihrem Unternehmen Smaxtec Sonden entwickelt, die Körperdaten der Kühe in Echtzeit an den Landwirt übertragen, der so optimal auf die Befindlichkeiten seiner Tiere einwirken kann. Klingt genial, ist es auch – beim „Business Lunch“ im „Gallo d’Oro“ erzählten uns die beiden Freunde und einstigen Schulkollegen, wie man überhaupt auf so eine Idee kommt und wohin die Reise noch gehen soll.

WOCHE: Wie kommt man eigentlich als Stadtkinder, wie Sie es sind, dazu, Magensonden für Kühe zu entwickeln?

Mario Fallast: Wir haben uns relativ zufällig mit Dr. Gasteiner, dem damaligen Tierarzt im Zentrum für Bildung und Forschung im ländlichen Raum in Raumberg-Gumpenstein getroffen. Und dort wurden wir eben auf das Problem der kontinuierlichen pH-Wert Messung aufmerksam gemacht – als Techniker haben wir uns gedacht, dass das ja nicht so schwer sein kann. Wir haben dann rasch einen Prototypen entwickelt, der damals schon in Echtzeit aus dem Pansen des Tieres übertragen hat.
Stefan Rosenkranz: Wir haben dann auch relativ schnell alle Konkurrenten überholt. Uns war von Anfang an klar, dass so ein System, wenn Sie wollen, wie ein iPhone, einfach zu bedienen und praxistauglich sein muss. Zunächst war’s aber eigentlich eher ein Wochenend-Spaßprojekt.

Mittlerweile haben Sie mit diesem „Spaß“ einige internationale Preise und auch den Fast-Forward-Award eingesackt – wie muss man sich aber als Laie den Nutzen für den Landwirt vorstellen?

S. Rosenkranz: Also, ganz einfach: Die Kuh schluckt die Sonde, in etwa so, wie wir ein Aspirin – das Gerät misst dann im Pansen, also dort, wo sich alles abspielt, den pH-Wert und wenn da irgendwas nicht passt, bekommt man sofort eine Push-Nachricht aufs Handy und kann dementsprechend einwirken. Alles, was man einer Kuh zu fressen gibt, hat ja seine Auswirkungen – und das wird eben im Magen messbar. So kann die Tiergesundheit quasi rund um die Uhr überwacht werden.

Wohin soll die Reise jetzt gehen – welche Pläne haben Sie?

M. Fallast: Unsere Exportquote liegt schon jetzt irgendwo zwischen 97 und 99 Prozent. Aber wir sind nach wie vor stetig im Aufbau. Aktuell haben wir Kunden von China, über den Mittleren Osten bis Indonesien – und auch in Australien sind wir bald präsent. Ein wichtiger Markt sind natürlich auch die USA.
S. Rosenkranz: Schon allein, wenn man sich vor Augen führt, dass der durchschnittliche Milchbetrieb in Österreich 14 Kühe hat und in den USA 550, sieht man, was dort noch für ein Potenzial schlummert.

Ist Graz ein guter Boden für ein innovatives Unternehmen wie das Ihre?

M. Fallast: Auf alle Fälle. Unser System ist technisch nicht zufällig in diesem Bereich das Führende – wir haben hier sehr gut ausgebildete Mitarbeiter. Die Nähe zu den Forschungseinrichtungen, wie etwa der TU Graz, ist für uns also ein richtig großer Vorteil.

Das ist Smaxtec

Gegründet durch Stefan Rosenkranz und Mario Fallast. 2009 wurde die GmbH angemeldet.
Geschäftsführer: Stefan Rosenkranz
Mitarbeiter: 12
Infos:www.smaxtec-animalcare.com

Stefan Rosenkranz

Geboren: 30. 8. 1978 in Graz
Ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.
Hat am BG/BRG Carnerigasse maturiert und anschließend an der TU Graz Medizintechnik studiert.
Seine Freizeit verbringt er aktuell natürlich meist mit seiner Familie – geht auch gerne wandern.
Sein liebstes Urlaubsziel ist eigentlich Spanien.

Mario Fallast

Geboren: 18. 8. 1978 in Villach, allerdings aufgewachsen in Graz
Ist in einer Beziehung.
Hat am BG/BRG Carnerigasse maturiert und anschließend Wirtschaftsingenieur und Maschinenbau in Graz und Helsinki studiert.
Seine Freizeit verbringt er am liebsten mit Sport in allen Varianten.
Sein liebstes Urlaubsziel ist Finnland – „wegen der Ruhe“.

Einen Überblick über unsere Serie "Business Lunch" finden Sie hier.

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