15.09.2016, 09:41 Uhr

Klare Regeln bei Smartphones

Spielend: Kinder können früh mit Smartphones umgehen. (Foto: Bilderbox)

Kindern muss ein verantwortungsvoller Umgang vermittelt werden.

Es ist erstaunlich, wie gekonnt Kleinkinder mit Smartphones umgehen. Diesbezüglich ist aber Skepsis angebracht, denn der allzu frühe und übermäßige Umgang und Gebrauch von Smartphones ist für Kinder wenig förderlich, meint Familienflüsterer Dr. Philip Streit. Studienergebnisse belegen, dass die Gehirnentwicklung des Kindes eingeschränkt wird. In diesem Zusammenhang ist der Faktor Bewegungsmangel nicht zu unterschätzen. Weiters können dadurch auch Suchtverhalten, Ängste und Unkonzentriertheit ausgelöst werden. Für die frühkindliche Entwicklung ist der Kontakt mit Eltern und anderen Bezugspersonen im wirklichen Leben das Wichtigste.
Tipps für Eltern
Dr. Philip Streit erklärt, wie Eltern der Umgang mit Smartphones vor allem bei Kleinen gut gelingt:

1. Zeit lassen. Erlauben Sie die Nutzung eines Smartphones erst ab drei Jahren.
2. Gemeinsam. Entdecken Sie jedes Gerät gemeinsam mit Ihrem Kind. Seien Sie dabei, wenn Ihr Kind ein Smartphone nutzt.
3. Kein Ersatz. Verwenden Sie das Smartphone oder das Tablet nie als Babysitter.
4. Klare Regeln. Führen Sie eine klare Struktur und feste Regeln ein, wann ein Smartphone benutzt werden darf. Das sollte anfangs nie mehr als eine halbe Stunde pro Tag sein.
5. Benimm-Code. Schaffen Sie einen Knigge gemeinsam mit Ihrem Kind. Beim Essen, im Kindergarten oder bei Gesprächen hat ein Smartphone nichts verloren.
6. Vorbild sein. Gehen Sie bei der Nutzung des Smartphones mit gutem Beispiel voran. Modell-Lernen ist wichtig für Kinder.
7. Sicherheit. Kostenfallen sollen vermieden werden.
8. Strahlung. Es gibt keine Hinweise, dass Handystrahlung gesundheitsschädlich ist.
9. Auszeit. Achten Sie bitte auf jeden Fall auf medienfreie Zeiten.

DER EXPERTE

Dr. Philip Streit
ist klinischer Gesundheitspsychologe, Psychotherapeut sowie Lebens- und Sozialberater.

Seit 1994 leitet er das „Institut für Kind, Jugend und Familie“ in Graz. Es ist das größte Familientherapiezentrum in der Steiermark.
Tel.: 0316/77 43 44
Fax: 0316/76 39 19
Web: www.ikjf.at

Im Jänner 2016 hat er das „M42“, das neue Begegnungs- und Therapiezentrum des Institutes in der Moserhofgasse, eröffnet.

Jede Woche beantwortet der Psychologe in der „WOCHE“ eine Frage aus dem Themenfeld Erziehung und Beziehung.

Ihre Anregungen und Fragen richten Sie bitte an die Redaktion. Die E-Mail-Adresse lautet: redaktion.graz@woche.at oder senden Sie es uns auf dem Postweg an „WOCHE Graz“, Gadollaplatz 1/6. Stock, 8010 Graz.

Sein neues Buch „Ich will nicht in die Schule. Ängste verstehen und in Motivation verwandeln“ erscheint diese Woche. Zu bestellen ist das Buch unter akjf@akjf.at oder unter 0699/16 03 0001.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.