08.11.2017, 23:49 Uhr

GRAZ - auch eine lebenswerte Stadt für Hunde?

(Foto: Pixabay)

Hunde sind Teil unseres Lebens und Lebewesen, die uns Menschen liebevoll zugetan sind, in Abhängigkeit von uns leben und unserer Zuneigung, Fürsorge und Zuwendung bedürfen. Sie sind Rudeltiere, die wie wir positive und negative Stimmungen spüren und sich über Begegnung, Spiel und Austausch mit gleichgesinnten Artgenossen freuen.

Dazu sind sie noch sehr bewegungsfreudig und können nur ein gesundes und glückliches, also sogenanntes „artgerechtes“ Leben führen, wenn sie auch genug Bewegung machen können – das bedeutet vor allem freie Bewegung mit genügend Möglichkeiten zum Schnuppern. Ausgestattet nicht nur mit millionenfach mehr Riechzellen als wir Menschen, sondern auch einem weitaus sensibleren Gehör, ist es für sie eine große Herausforderung, manchmal Überforderung, manchmal auch Qual, sich in verkehrslärmintensiven und dementsprechend sauerstoffarmen Zonen bewegen zu müssen, dazu noch an einer – meist kurzen – Leine. Im Sommer kommen dazu noch die Temperaturen des Asphalts, die oft unerträglich und gesundheitsschädigend sind, im Winter Salz und Streusplitt, die Schmerzen an den Pfoten verursachen können.

Dies und noch viel mehr sollte uns allen bewusst sein, wenn wir einen Hund in unser Grazer Leben aufnehmen.

Um mit Respekt und Verantwortungsbewusstsein den Bedürfnissen unseres Tierfreundes oder Familienmitglieds, wie es die meisten Hunde in Graz sind, gerecht werden zu können, gilt es zuallererst, ihnen entsprechenden Raum zur Verfügung zu stellen.
Das bedeutet, in der Städteplanung darauf Rücksicht zu nehmen und entsprechende Hundezonen und Hundewiesen (2 verschiedene, für kleinere und größere Hunde getrennt, mit schattenspendenden Bäumen für den Sommer, genug Platz zum Laufen, nachbarschaftsfreundlichen Benützungszeiten etc.) einzuplanen (bei jedem der derzeit zahlreichen Grazer Wohnbauprojekte) – ebenso wie auch Kinderspielplätze und Sportplätze sowie Aufenthaltsorte für Jugendliche.
Graz verfügt über eine weitaus (und beschämend) niedrigere Hundewiesendichte im Verhältnis zur EinwohnerInnenzahl als etwa Wien oder andere Städte.
Obwohl ich selbst keine Hundebesitzerin bin, sehe ich es als Grundbedingung für ein lebenswertes Hundeleben an, genug Auslauf und Bewegungsfreiheit zu haben so wie es auch für uns Menschen gilt.

Was die Entsorgung von Hundekot anbelangt, so sehe ich das als keinesfalls tierspezifisches, sondern vielmehr menschenspezifisches Thema – wie die allgemeine Müllentsorgung (Mülltrennung im Haushalt, Entsorgung des Mülls in ensprechenden Behältern statt ihn einfach fallen zu lassen, egal ob auf dem Gehsteig, aus dem Autofenster oder in der Natur) obliegt auch die Entsorgung des Hundekots den Menschen, in deren Begleitung sich der Hund befindet (egal, ob angeleint oder frei).

Für Freilaufzonen gelten dieselben Verhaltensregeln wie auch andere Regeln wie sie für alle Lebewesen im Straßenverkehr und in öffentlichen Zonen gelten (räumliche Distanz zu anderen, Höflichkeitsregeln etc.). Ebenso wie im Straßenverkehr können wir höflichere und weniger höflichere Begegnungen haben – es liegt an uns, unser Zusammenleben so zu gestalten, dass wir uns wohlfühlen und gerne miteinander kommunizieren - Hunde sind Teil dieses Miteinanders und verhalten sich uns entsprechend.
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