17.03.2016, 13:48 Uhr

Herr des Grazer Waldes

Im Wald ist er zuhause: Peter Bedenk zeichnet für 600 Hektar Wald im Grazer Stadtgebiet verantwortlich. (Foto: Prontolux)

Stadtförster Peter Bedenk erzählt in unserer Serie "Graz persönlich" über seinen Lieblingsplatz in Graz, die Jagd und mehr.

„Haben Sie eigentlich gewusst, dass wir hier auf Hügelgräbern stehen?“ Nein, haben wir nicht – aber bei der Waldschule am Grazer Hilmteich können eben nicht nur Kinder etwas lernen. Und genau dort haben wir uns mit dem Grazer Stadtförster Peter Bedenk getroffen.
„Die Eröffnung der Waldschule 2005 war sicher einer der Meilensteine meiner bisherigen Tätigkeit“, sagt der gebürtige Murtaler, der nun schon seit über 25 Jahren Herr des Grazer Waldes ist – oder genauer gesagt, eben für jene 600 Hektar verantwortlich ist, die von der GBG (Gebäude- und Baumanagement Graz GmbH) verwaltet werden.
Was man im Gespräch schnell bemerkt, für den Familienvater ist das viel mehr als nur ein Beruf. „Für mich ist’s einfach die interessanteste Tätigkeit, die man sich vorstellen kann. Ich empfinde es schon als großes Privileg, in der freien Natur arbeiten zu können.“


Der Lieblingsplatz

Und genau dort, unter freiem Himmel, befindet sich auch sein Lieblingsplatz in Graz. „Auf der Forststraße am Plabutsch gibt’s eine bestimmte Kehre, da hat man quasi die gesamte Steiermark zum Greifen nahe – unter einem liegt Graz, dann sieht man runter bis zur Riegersburg und auf der anderen Seite bis zur Roten Wand und sogar der Hochschwab ist an schönen Tagen zu sehen.“
In seinem Beruf ist Bedenk oft auch als eine Art Vermittler zwischen den Interessen der Grundstückseigentümern, der Jägerschaft und der Politik gefordert. „Um all diese Interessen unter einen Hut zu bringen, ist viel Information nötig. Mittlerweile kann ich aber behaupten, dass uns das meist sehr gut gelingt. In der Umsetzung gibt’s deshalb meist wenig Widerstände. Mittlerweile kennen mich eben die Leute“, lächelt der Forstspezialist.

Meilensteine …

Weitere der eingangs erwähnten Meilensteine in seiner Ära sind der Ankauf von 140 Hektar am Buchkogel durch die Stadt, wo man sogar eine Eigenjagd verwaltet, die mühsame Erschließung des Plabutsch – „und natürlich der Gemeinderatsbeschluss vom 5. Oktober 2001, wo die Weichen für die zukünftige Grazer Waldwirtschaft gestellt worden sind – quasi die Basis für unsere tägliche Arbeit.“
Auch privat ist Bedenk als passionierter Jäger oft im Wald anzutreffen. „Die Jagd ist ein wesentlicher Teil unseres Berufes. Wobei ich auch anmerken muss, ich sehe etwa die Gatterjagden sehr kritisch – durch schwarze Schafe darf man aber nicht die gesamte Jägerschaft in einen Topf werfen.“ Eine Leidenschaft des 58-Jährigen ist auch seine Mitgliedschaft bei den Kiwanis Graz Schloßberg, wo er auch als Konzertveranstalter zugunsten karitativer Einrichtungen auftritt. Da kann dann auch der Herr des Grazer Waldes eben jenen einmal hinter sich lassen …
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