08.11.2017, 08:00 Uhr

Mit Genuss gewürzt – Genusscoach Sabine Flieser-Just im WOCHE-Gespräch

Ein Genussmensch: Sabine Flieser-Just geht mit viel Leidenschaft und Engagement ihrem Beruf nach, der für sie Berufung ist. Am liebsten würde sie eine Weinreise in 80 Tagen um die Welt machen. (Foto: Prontolux)

Stets das Besondere im Auge: Sabine Flieser-Just ist Genusscoach und steht an der Spitze des Sommeliervereins.

Wein, Kulinarik und Genuss liegen Sabine Flieser-Just im Blut. Sie wurde in die Gastronomiefamilie Just hineingeboren, die die bekannte Gaststätte "Zur Milchmariandl" und viele andere Lokale betrieb. Sie selbst machte sich mit dem Kirchenwirt in Straßengel, dem "Starcke Haus" und der "b-lounge" selbstständig. Die Diplom-Sommelière ist seit 2014 Genusscoach und bietet ihren Kunden Besonderes, Seltenes und Genussvolles an.

WOCHE: Was machen Sie als Genusscoach genau?
Sabine Flieser-Just: Neben meiner Liebe zur Gastronomie und Kulinarik habe ich eine stark ausgeprägte kreative Ader. Als Genusscoach kann ich alles vereinen. Ich biete meinen Kunden Genusstouren, Verkostungen und Erlebnisse an. Weiters werde ich auch für Eventmanagement gebucht, wo ich von der Dekoration über die richtige Auswahl der Weine bis hin zu speziellen Locations alles mitorganisiere.

Eine dieser Locations ist Ihr Weinkeller in der Innenstadt. Wo genau dieser ist, wollen Sie uns aber nicht verraten, oder?
Nein (lacht). Das ist ein Teil meines Tätigkeitsbereiches, dass ich Kunden an Plätze entführe, die nicht jeder kennt und die erst entdeckt werden wollen. Aber man kann den Weinkeller im Herzen der Stadt für Verkostungen und Feste gerne buchen (lacht).

Sie sind seit 2006 Obfrau des Sommeliervereins und damit Verfechterin des steirischen Weines ...

Auf alle Fälle. Wir leben hier wirklich in einem Paradies. Graz an sich ist eine entzückende Stadt, und schon im Umkreis von einer halben Stunde haben wir ein grandioses Weingebiet. Die steirischen Winzer leisten hervorragende Arbeit, und ihre ausgezeichneten Tropfen zählen auch international zu den Besten.

War es schwierig, sich bereits im Alter von 20 Jahren selbstständig zu machen?
Ich habe mit dem Kirchenwirt in Straßengel begonnen, und es war eine großartige Zeit. Wir haben einen neuen Stil hineingebracht, und ich möchte die Zeit nicht missen. Auch das Starcke Haus haben wir aus dem Dornröschenschlaf geholt, zu einem renommierten und prämierten Speisenlokal gemacht und sogar den Green Panther bekommen. Und auch die Leitung der "b-lounge" hat mir immer viel Spaß gemacht, aber ich wollte mich dann auf individuelle Kundenwünsche und Events konzentrieren. Dabei lege ich immer Wert darauf, den regionalen Slowfood-Gedanken umzusetzen – beim Essen wie beim Wein.

Auch der Nachwuchs ist Ihnen wichtig?
Ja, ich war in der Wirtschaftskammer in der Lehrlingsausbildung tätig und bin auch bei den "EuroSkills" als ehrenamtliche Workshop-Managerin dabei. Ich freue mich, dass wir in der Steiermark so viel Potenzial haben und die Lehrlinge die zahlreichen Chancen, die sich ihnen bieten, auch ergreifen.

Darf die Obfrau des Sommeliervereins einen Lieblingswein haben?
Ich habe im Jahreskreislauf verschiedene Rebsorten, die ich bevorzuge. Im Herbst sind das reifere Burgunderrebsorten wie Morillon, und wenn es sonniger wird, greife ich zu Fruchtigem wie dem Muskateller. Wer sich noch nicht sicher ist, sollte sich durch die Rebsorten kosten, um seinen Favoriten herauszuschmecken.

Trinken oder sammeln Sie lieber Weine?

Also ich trinke sie sehr gerne (lacht). Aber besondere Tropfen wie die Jahrgänge der Kinder muss ich natürlich für ganz besondere Gelegenheiten aufsparen. Und Wein steht auch immer auf meiner Wunschliste.

Was mögen Sie an Ihrer Arbeit?
Ich mache gerne Genusstouren im ganzen Land und suche dabei immer einen persönlichen Anknüpfungspunkt zum Kunden. Besonders mag ich es, wenn es eine totale Überraschung sein soll und ich meiner Kreativität freien Lauf lassen kann. Genuss ist nicht nur Kulinarik, sondern Leben mit allen Sinnen und Zeit für die liebsten Menschen zu haben. Genuss ist für das Leben wichtig – es geht nicht ohne. 

WOCHE-WORDRAP

Wein trinke ich am liebsten ... mit meinem Mann.
Als Kind wollte ich ... Künstlerin werden.
An Graz mag ich ... alles, und das immer.
Comic-Held meiner Kindheit ... Snoopy.

STECKBRIEF

Geboren am 10. Februar 1969
Verheiratet, zwei Kinder
Tourismusfachschule in Bad Gleichenberg, danach Berufserfahrung im In- und Ausland
Seit 1989 selbstständig in der Gastronomie und als Genusscoach
Aktuell auch ein Buchprojekt mit Claudia Rossbacher

Hier geht's zur Website von Genusscoach Sabine Flieser-Just.
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