02.11.2016, 07:00 Uhr

Zurück zu den Anfängen – Graz persönlich mit Bernhard Murg

Dort, wo alles begann: Der gebürtige Grazer Schauspieler und Regisseur Bernhard Murg genießt am Rosenhain seinen Verlängerten. Am 19. November gastiert er mit "Reset – Alles auf Anfang" im Orpheum. (Foto: Prontolux)

Schauspieler Bernhard Murg kehrt für sein neues Stück zurück in seine Heimatstadt.

"Daheim ist halt daheim", sagt Bernhard Murg, greift zum Verlängerten und lässt den Blick über das herbstliche Graz schweifen. Hoch oben, im Gastgarten des Café Rosenhain erinnert sich der Schauspieler, der seine Geburtsstadt Anfang der 90er-Jahre verlassen hat, an die Anfänge seiner Karriere zurück. "So einfach war es zu Beginn nicht", schmunzelt Murg und verweist auf seine zahlreichen Ehrenrunden in der Schule. Aus dem Konzept hat ihn die verlängerte Schulzeit aber nicht gebracht, so war er während seiner Bundesheerzeit maßgeblich am Aufbau der "Komödianten in St. Leonhard", einem Hinterhoftheater in der Rechbauerstraße, beteiligt.

Ein Leben im Simpl

"Dann ist mir Graz aber etwas zu eng geworden, ich wollte unbedingt nach Wien." Nach der nicht bestandenen Aufnahmeprüfung am Reinhardt Seminar ging es für Murg an das Konservatorium der Stadt Wien bei Elfriede Ott.
Während des Studiums kam es dann auch zu einer "folgenschweren" Begegnung mit Kabarett-Simpl-Mastermind Michael Niavarani. 1996 heuerte Murg schließlich selbst im Simpl an. "Mit dem ‚Nia‘ habe ich dort unzählige Male gespielt. Er ist ein Partner auf der Bühne, der einen fordert und unterstützt und trotzdem ein Kindskopf geblieben ist", umreißt der 47-Jährige die Vorzüge von einem der bekanntesten Kabarettisten Österreichs. 16 Saisonen und rund 3.500 Vorstellungen (!) später wechselte der Tausendsassa ins Produktionsteam Globe Wien. Jetzt folgt die schauspielerische Rückkehr zu den Wurzeln, nach Graz.

Freude auf Graz

In "Reset – Alles auf Anfang" ist Murg sowohl Regisseur als auch Schauspieler, als Autor fungiert neben Roman Frankl auch sein "Hawara" Michael Niavarani. Am 19. November kann sich das Grazer Publikum im Orpheum von der Amnesie-Komödie überzeugen.
"Es freut mich ungemein, dass wir mit dem Stück auf Tournee gehen und ich damit auch in Graz auftreten kann." Besuche in der Heimat sind nämlich ansonsten eher rar gesät. Und dennoch: "Graz, und da im Speziellen der Rosenberg, ist einfach Heimat für mich, hier bin ich aufgewachsen."
Den richtigen steirischen Dialekt hat Murg, der aktuell auch als Lektor an der Universität für Musik und darstellende Kunst fungiert, jedoch nicht verlernt. "Den kann man immer gut gebrauchen."

Abschalten vom Leben

Steiermark hin, Heimat her, mittlerweile fühlt sich der Nichtraucher ("Seit vier Jahren bin ich clean, jetzt habe ich endlich wieder Luft") in Wien ebenfalls sehr wohl. "Ich schätze dort die Freiheit und Anonymität, es kennt nicht jeder jeden."
So gut wie sich der seit 20 Jahren mit seiner Astrid Verheiratete an seine Anfänge erinnert, so schlecht arbeitet sein Gedächtnis in "Reset", wo Murg einen vom Gedächtnisverlust gezeichneten Geschäftsmann spielt. "Ich bin wirklich gespannt, wie das Stück ankommt. Jetzt muss ich aber erst einmal den Text lernen", sieht’s der dreifache Familienvater ("Meine Kinder genieren sich manchmal für mich") gelassen.
Und wenn dann doch einmal nichts zu tun ist? "Ich bin begeisterter Radfahrer, habe etwa schon die Nockalmstraße bezwungen. Auf dem Rosenkogel haben wir auch eine Almhütte, ganz ohne WLAN und Fernsehen." Dort kann Murg abschalten – und wieder den Reset-Knopf drücken ...

Steckbrief
Geboren am 16. Februar 1969 in Graz, lebt in Wien.
Ist verheiratet mit Astrid, Vater dreier Kinder (Carolina, David, Elisa).
Besuchte das Konservatorium der Stadt Wien, erste Engagements am Theater der Jugend.
TV-Auftritte: u.a. Kaisermühlen Blues, Dolce Vita, Soko Donau
Zahlreiche Regiearbeiten

WOCHE-Wordrap
Am liebsten mache ich …
immer das, was ich gerade nicht mache.
Stolz bin ich …
vor allem auf meine Kids. Carolina hat Erfolge beim Musical, David beim Handball und Elisa beim Ballett.
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