08.02.2017, 15:40 Uhr

Bei den Elisabethinen in Graz: Kleiner Schnitt für den Arzt …

Spezialisten bei den Elisabethinen: Rüdiger Gogg (l.) und Thomas Roskaric (Foto: Elisabethinen)

… große Wirkung für den Patienten. Bei den Elisabethinen sagt man feuchten Händen den Kampf an.

Schwitzen ist gesund – dieser landläufigen Meinung können rund drei Prozent der Grazer Bevölkerung nur bedingt etwas abgewinnen. Sie leiden nämlich unter Hyperhidrose – spontanem, unkontrolliertem Schwitzen.
Selbst bei niedrigen Temperaturen wie den aktuellen leiden die Betroffenen unter feuchten Händen, stehen ihnen Schweißperlen auf der Stirn oder klebt das T-Shirt unter den Achseln. "Das geht so weit, dass diese Menschen nicht einmal ihr Werkzeug oder ihre Instrumente, die sie für ihre Arbeit benötigen, richtig halten können", weiß Thomas Roskaric. Die Hyperhidrose bringt daher oft eine massive psychische Belastung mit sich und kann bis hin zur Depression führen.
Doch es gibt gute Behandlungsmöglichkeiten: Roskaric ist Oberarzt im Krankenhaus der Elisabethinen in Graz und führt dort gemeinsam mit seinem Kollegen Oberarzt Rüdiger Gogg einen kleinen chirurgischen Eingriff durch, mit dem man die primäre Hyperhidrose in den Griff bekommen kann. "Bei diesem Eingriff erfolgen drei kleine Einschnitte im Brustbereich – endoskopisch wird der zuständige Nervenstrang, der sogenannte Sympathikus, durchtrennt bzw. entfernt."
Die Operation wird zunächst nur für eine Körperseite durchgeführt. "Erst am nächsten Tag erfolgt dann nach einer Kontrolle die zweite Seite. Insgesamt befindet sich der Patient fünf oder sechs Tage stationär bei uns", erklärt Roskaric.


Wenig Alternativen

Für den Experten ist diese Form der Behandlung im Grunde alternativlos: "Die Alternative wäre eine Behandlung mit Aluminiumsalzen, die Wirkung hält allerdings nicht sonderlich lange an. Eine andere Möglichkeit wäre die Behandlung mit Botox, was aber zum einen teuer und dann auch unglaublich schmerzhaft ist. Außerdem ist die Wirkung wieder begrenzt."
Die Elisabethinen sind eines der wenigen Krankenhäuser in Österreich, an denen die Methode der "endoskopischen transthorakalen Sympathektomie" (ETS) durchgeführt wird. In über 90 Prozent der Fälle ist die ETS auch dauerhaft erfolgreich, wird dadurch das Schwitzen an den Händen stark vermindert.
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