26.07.2017, 06:00 Uhr

Bürger für Busspur statt Ostgürtel

Der Weg wird frei: Grundstückskäufe und Freimachen der Flächen, so wie der Abriss des Hauses Leonhardstraße 61, sorgen Anrainer. (Foto: Martina Maros/WOCHE)

Kommt er, kommt er nicht? Stadt betont sanfte Mobilität, Bürgerforum hat neuen Lösungsvorschlag.

"Es wird ernst", sagt Kurt Eugen vom Bürgerforum gegen den Ostgürtel. Kürzlich sind Anrainern Information über den Bebauungsplan zugegangen, diesbezüglich wird es im September eine Informationsveranstaltung geben. "Es geht um den Bebauungsplan der Stadtplanung", erklärt Martin Kroißenbrunner, Abteilungsleiter für Verkehrsplanung der Stadt Graz. Aber auch der Ostgürtel werde thematisiert werden. Das Bürgerforum beobachtet die Entwicklungen mit Sorge und hat auch eine alternative Lösung parat.

Keine Verbindungen für Autos

Seit Jahren im Gespräch, zunächst für den gesamten Individualverkehr geplant, soll der Ostgürtel nun für die sanfte Mobilität, also Fußgänger, Radfahrer und den Öffentlichen Verkehr, kommen. "Es gibt schon seit Jahren einen gültigen Beschluss des Gemeinderates, wo eine Achse der sanften Mobilität langfristig umgesetzt werden soll. Konkret planen wir für den Abschnitt Morellenfeldgasse bis Leonhardstraße", erzählt Martin Kroißenbrunner. "Es wird keine durchgehende Verbindung für motorisierten Individualverkehr geben. Das betonen wir seit Jahren und es hat sich nichts geändert", so Kroißenbrunner weiter.

Bedenken weiter vorhanden

Das wird auch von Bürgerforum-Sprecher Kurt Eugen bestätigt. "Die Trasse am Leonhardgürtel soll für die Buslinie 64 kommen." Das Bürgerforum kann dieser Lösung aber nichts abgewinnen. "Es werden wichtige Grünflächen und Ruheoasen zerstört und für diesen kurzen Streckenabschnitt von der Morellenfeldgasse bis zur Leonhardstraße besteht für so ein Projekt keine Notwendigkeit", erklärt Eugen. Seiner Meinung nach wäre es wichtiger, das Geld dieses Projektes in den Straßenbahnausbau und in den Öffentlichen Verkehr in Reininghaus zu investieren. "Außerdem: Wenn die Trasse einmal da ist, kann man sie jederzeit auch für den Individualverkehr freigeben", äußert er seine Bedenken.

Busspur in der Merangasse

Wie eine Lösung für die verkehrsüberlastete Merangasse ohne Ostgürtel aussehen könnte? "Die Busspur in der Merangasse hört stadteinwärts auf Höhe der Morellenfeldgasse auf. Diese müsste man einfach bis zur Leonhardstraße fortführen, eventuell auch nur mit zeitlicher Beschränkung im Morgenverkehr", erläuert Eugen den Lösungsvorschlag. Dieser Idee erteilt der Verkehrsplaner eine klare Absage: "Das geht sich rein rechnerisch nicht aus. Parkplätze sind knapp zwei Meter breit, eine Busspur über drei Meter. Weiters bemühen wir uns um Ersatz für die Grünflächen, das ist ein gemeinsames Projekt mit dem Hochwasserschutz."
Aus dem Büro von Verkehrsstadträtin Elke Kahr heißt es zum Thema Ostgürtel: "Es ist nur sanfte Mobilität geplant. Wir kennen die Idee der Busspur in der Merangasse und müssen sie prüfen." Bleibt also weiterhin die Frage offen: Kommt der Ostgürtel oder kommt er nicht?
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