20.12.2017, 06:00 Uhr

Das Christkind ruft auf: Machen wir Weihnachten zu einem Fest des Miteinanders!

Das Christkind wünscht sich mehr Gelduld und ein friedliches Miteinander. (Foto: Jorj Konstantinov)

Das Christkind verriet der WOCHE exklusiv, was ihm an seinem Geburtstag besonders wichtig ist.

In vier Tagen ist Heiligabend, das heißt, es gibt noch richtig viel zu tun für das Christkind. Wir sprachen vorab mit dem Hauptakteur des Weihnachtsfests, wie es mit den Vorbereitungen läuft und was es sich zu seinem Geburtstag wünscht. Die WOCHE verrät, wo das Christkind in Graz in dieser stressigen Zeit zu finden ist.

In der Christkindschule

"Bist du das echte Christkind?" Diese und andere Fragen werden dem Christkind oft gestellt, wenn es unter anderem beim "Aufsteirern"-Adventmarkt am Schloßberg auf Kinder jeglichen Alters trifft. "Ich frage die Kleinen immer, wie sie heißen und was sie sich vom Christkind wünschen", erzählt das Christkind, das unter dem Jahr als Michaela Fröhlich auftritt. Auf die häufige Frage der Kinder, was das Christkind unter dem Jahr macht, gibt es auch eine Antwort: Es geht in die "Christkindschule". "Ich studiere im ersten Semester Musikologie an der Kunstuniversität", lacht die Studentin.

Geduld ist gefragt

Laut Fröhlich stehen Lego, Puppen, PlayStation, iPhone und Nintendo als Geschenkwunsch in den Briefen. "Ich sehe aber auch Kinder, die unzufrieden sind, wenn sie mit ihrer Familie unterwegs sind", berichtet das Christkind. Dabei wünscht es sich, dass alle Menschen die gemeinsame Zeit schätzen und genießen. "Es macht mich traurig, dass manche Eltern und Großeltern ungeduldig sind und mit den Kindern schimpfen", ist seine Beobachtung. "Geduld ist das Zauberwort. Gerade in der Weihnachtszeit sollte man sich besinnen und die Familienzeit schätzen."

Stressige Vorbereitungen

Wie es dem Jubilar dabei geht, dass die ganze Welt seinen Geburtstag feiert? "Es ist ein schönes Gefühl. Erfüllend ist das Strahlen der Kinderaugen und die Vorfreude", ist das Christkind aber auch froh, wenn sein Geburtstag wieder vorbei ist. Briefe abholen, lesen, Geschenke einpacken und verteilen – etwas stressig hat’s das Christkind zurzeit schon.
Woher es Geld für die ganzen Geschenke nimmt, wird nicht verraten, aber dass es Engel als Transporthelfer hat, sehr wohl. "Ich besuche alle Kinder der Welt, daher muss ich mich beeilen", ist die Erklärung, wieso man den Geschenkebringer nicht sehen kann. "Er ist ein netter Kollege aus den USA", erzählt das Christkind über den Weihnachtsmann.

Aufs Wesentliche besinnen

"Ruhe, Frieden, Gesundheit und eine Zeit des Miteinanders, wo nicht das Materielle in den Vordergrund gestellt wird", wünscht sich das Christkind zu seinem Geburtstag von allen Menschen. "Und weiße Weihnachten. Aber dafür ist Frau Holle zuständig." 

WOCHE-WISSEN

Bis 23. Dezember haben die Grazer Christkindlmärkte für kleine und große Besucher noch geöffnet. Das Christkind nimmt auch noch "Last Minute"-Geschenkwünsche an, und zwar am 22. und 23. Dezember beim "Aufsteirern"-Weihnachtsmarkt am Schloßberg. Dort erwartet die Besucher eine besinnliche Stimmung, und es gibt die Möglichkeit, mit dem Christkind in der Bastel- und Backstube Zeit zu verbringen.

Historischer Ursprung des Glaubens an das Christkind

Das Christkind als Gabenbringer ist in vielen Teilen der Welt beliebt. Früher war es üblich, dass der heilige Nikolaus die Kinder beschenkte. Erst durch die Protestanten, die die Heiligenverehrung ablehnten, wurde die Bescherung auf Weihnachten verschoben. Mit hoher Wahrscheinlichkeit geht das Christkind daher auf Martin Luther zurück. Laut dem Brauchtumskalender ist auch der Weihnachtsmann ein Produkt der Reformation. In protestantischen Gebieten hat sich dieser durchgesetzt, bei Katholiken ist das Christkind präsenter.
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Gerhard Woger aus Deutschlandsberg | 22.12.2017 | 11:00   Melden
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