13.06.2018, 08:30 Uhr

Dieser Ort atmet Geschichte: "Graz Inside" im Schloss Eggenberg

Hereinspaziert: Barbara Kaiser und Paul Schuster nahmen die WOCHE mit auf Entdeckungsreise durch Schloss Eggenberg. (Foto: Jorj Konstantinov)

24 Prunkräume, 500 Gemälde, ein Garten zum Träumen: Besuch im altehrwürdigen Schloss Eggenberg.

"Wo gehts denn hier zum Schloss Eggenberg?" Die WOCHE betätigt sich sogleich als Fremdenführer und lotst zwei Schweizer Touristen zum Eingang des im 17. Jahrhundert fertig gestellten Gesamtkunstwerks des frühen Barock. Im Rahmen der Serie "Graz Inside" gibt es aber keine klassische Tour durch die Top-Sehenswürdigkeit, vielmehr warten Leiterin Barbara Kaiser und Sammlungskurator Paul Schuster mit interessanten Ecken sowie Zahlenmaterial auf. Sofort ins Auge springen die zahlreichen Restaurationsarbeiten. "Es gibt ständig etwas zu tun, kein Wunder bei 8.000 Quadratmetern Innenraumfläche, 515 Deckengemälden und 3.500 Quadratmetern Holzböden", erklärt Kaiser. So wird gerade ein Ölgemälde in einer Nische im ersten Stock auf Vordermann gebracht.

Von Holz und Leitungen

"Das ist sehr aufwändig und nimmt allein 1,5 Jahre in Anspruch", betont Schuster. In der Schlosskapelle legt Birgit Hofer bei den vergoldeten Figuren gerade Hand an. Man kann sich also im wahrsten Sinn des Wortes ausmalen, wie anstrengend die Instandhaltung eines Schlosses dieser Größe ist.
Der Dachboden – unter dessen Zwischendecke die Fledermausart 'Große Hufeisennase' brütet – ist ein Unikat. "Das Holz aus 1625 ist noch perfekt erhalten." Ganz unten im Keller sieht es zwar weniger spektakulär aus, dort läuft aber die gesamte Haustechnik zusammen. "Wir haben 25 Kilometer Elektro-Leitungen im Schloss", meint Schuster.
Prachtvoller gestaltet sich da schon das 16 Hektar große Gartenareal, wo die meisten der 400 (!) Rosenstöcke noch aus der Zeit vor 1837 stammen. Wer das nicht glauben mag? Der muss schleunigst nach Eggenberg fahren ...

Infos zur Geschichte und zur neuen Ausstellung

Entstanden ist die Schlossanlage ab 1625 unter Hans Ulrich von Eggenberg, um den Rang des Hausherren überzeugend zum Ausdruck zu bringen. Bereits 1460 erwarb Balthasar Eggenberger den Orthof auf den Algersdorfer Feldern. Das Land Steiermark übernahm das Schloss im Jahr 1939. Nach umfangreichen Restaurierungen wurde es ins Landesmuseum Joanneum eingegliedert und 1953 für das Publikum geöffnet. Aktuell läuft noch bis Ende Oktober die Ausstellung "GesICHt und DU – Eine Ausstellung für junge Menschen" (Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen von zehn bis 17 Uhr).
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.