14.02.2018, 07:20 Uhr

Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl meint: "Fasten heißt, innere Schwerpunkte zu überprüfen"

Anlässlich des Fastenzeit-Beginnes lädt Bischof Wilhelm Krautwaschl jeden Einzelnen zu einer Neuausrichtung ein. (Foto: Christian Jungwirth)

Die Fastenzeit solle kein Wettbewerb sein, mahnt der steirische Bischof. Vielmehr gehe es um Selbstfindung.

Wer ist heute mit einem schlechten Gewissen (und möglicherweise einem Kater) aufgewacht? Beim Blick auf den Kalender wird deutlich, dass mit dem Aschermittwoch der Fasching endgültig vorbei ist und die Fastenzeit beginnt. 40 Tage sind es bis Ostern: Ein Zeitraum, in dem sich viele Menschen im Verzicht üben.
Was wirklich hinter dem Fasten steht, ist heute aber gar nicht mehr so klar, geht es doch oft nur mehr darum, einem Trend zu folgen und Autofasten, Essensfasten oder Handyfasten zu betreiben, weil es einfach "in" ist.

Fasten ist kein Selbstzweck

Dass hinter der Fastenzeit aber viel mehr steckt, betont nicht zuletzt Bischof Wilhelm Krautwaschl. "Wir beginnen heute die ,Heiligen Vierzig Tage' hin auf Ostern. Und allein mit dieser Bezeichnung, die ja die offzielle ist, wird der Akzent bewusst weiter, zugleich aber auch tieferwurzelnd gesetzt, als wenn es bloß darum ginge, das körperliche Fasten im Blick zu haben", bekräftigt der Bischof.
Gerade in der heutigen zum Teil extrem hektischen Zeit werde oft vergessen, dass Fasten kein Selbstzweck sei. "Viel mehr sollen diese 40 Tage dazu dienen, sich aufs Neue tief ,fest zu machen' und zu orientieren an dem, was unseren Glauben ausmacht."

Über die innere Balance

Es gehe auch darum, die Balance und das Gleichgewicht im Leben wieder zu entdecken.
"Wenn Fasten nur eine körperliche Übung ist, die ich mit mir selbst als ,Nabelschau' im wahrsten Sinne des Wortes ausmache, fehlt die Ausrichtung, wieder in Balance zu kommen. Dazu muss ich meine inneren Schwerpunkte überprüfen. Die dazu notwendige Ausrichtung muss an Gott und den Mitmenschen erfolgen und dazu lädt die Fastenzeit ein." Sich in Verzicht zu üben sei eine Methode, in diese Dynamik zu kommen. Der Verzicht solle aber nicht als Selbstzweck dienen.

Die Kunst der Neuausrichtung

Krautwaschl selbst sieht diese 40 Tage als Einladung, um sich neu auszurichten. "Das Evangelium ist dabei Richtschnur. Fasten ist aber kein Wettbewerb, darüber sollte man sich im Klaren sein."
In der Diözese selbst gebe es dazu noch drei große Fastenaktionen, die auch auf Verzicht aufbauen.

Teilen als Antrieb

"Ganz egal, ob wir von der Aktion Familienfasttag, Autofasten oder ,Gerecht Leben – Fleisch fasten' sprechen, allen ist der Aspekt des Teilens gemein. Teilen setzt genau die richtige Dynamik in Gang. Es geht schließlich darum, den Schwerpunkt zu verändern und so Gott und den Mitmenschen stärker in den Blick zu nehmen." Zurück zu den Wurzeln soll es also gehen. Vielleicht genau das Richtige, um sich selbst wieder besser kennenzulernen ...
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