06.07.2017, 08:00 Uhr

Eine gute Schule fürs Leben: Brigitte Kogler geht nach über 40 Jahren im Lehrerberuf in Pension

Die Kinder sind die Welt: Brigitte Kogler war es stets wichtig, allen Menschen auf Augenhöhe zu begegnen. (Foto: Jorj Konstantinov)

Schulschluss nach 43 Jahren: VS Nibelungen-Direktorin Brigitte Kogler hat am Freitag ihren letzten Schultag.

Das Lachen, das Nachrufen und Entgegenlaufen der Kinder wird Brigitte Kogler vermissen. Nach 43 Jahren im Lehrerdienst geht die Direktorin der Volksschule Nibelungen in den wohlverdienten Ruhestand und blickt auf ein bewegtes Berufsleben zurück.

Kindheitstraum wurde wahr

"Kinder sind das Nonplusultra, sie sind das Wichtigste", sagt Brigitte Kogler, die seit 2003 Direktorin ist. Auch nach über 40 Jahren im Dienste der Kleinen würde sie den Job immer wieder wählen. Denn sie wusste schon als Kind, was sie werden will. "Als ich im Volksschulalter in dieses Haus in die Schulzahnklinik kam, fühlte ich mich sofort pudelwohl und habe mir gedacht: Hier will ich Direktorin sein", denkt Kogler lachend zurück.
Als Erwachsene hat sie dieses Ziel aber gar nicht verfolgt. Begonnen hat sie als Volksschullehrerin in Ligist, kam dann nach Seiersberg, in die Peter-Rosegger-Volksschule in Wetzelsdorf und schließlich in die Volksschule Eisteich, wo sie 21 Jahre unterrichtete. Als Mutter von vier Kindern und mittlerweile auch stolze Oma sagt sie zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf: "Alles geht, es ist eine Frage der Einstellung und Organisation."

Verständnis und Diplomatie

Sehr viel hat sich während ihrer Dienstzeit getan: Gesetzliche Änderungen und der technologische Fortschritt haben den Schulalltag grundlegend verändert. Was aber nach wie vor gleich geblieben ist und laut Kogler für den Lehrerberuf essenziell ist, ist die Menschlichkeit. "Diese muss fühlbar sein und Lehrer müssen unbedingt Liebe und Verständnis gegenüber den Kindern mitbringen", gibt die erfahrene Pädagogin ihren jungen Kollegen einen Rat.
Und Diplomatie. Diplomatie allen gegenüber, insbesondere aber im Kontakt zu den Eltern. "Sie sind sehr kritisch und kennen sich sehr gut aus", erzählt Kogler, dass es nicht immer einfach ist, die unterschiedlichen Vorstellungen der Eltern zu erfüllen. Die Direktorin spricht sich für ein gesundes und liebevolles Maß an Strenge aus und betont, was ihr hinsichtlich der Erziehung wichtig ist: "Der Grundstock wird zu Hause gelegt. Wir machen weiter, sind aber nicht die ersten Erzieher. Wir sind Wissensvermittler und können keine Wunder wirken."

Werte, die bleiben

Gelebtes Miteinander, Freundschaften, Akzeptanz, Fairness, Toleranz und das positive Denken anderen gegenüber: Neben dem Lehrstoff war es Brigitte Kogler stets ein Anliegen, dass die Kinder die Volksschule mit diesen Eigenschaften und Erfahrungen verlassen und sie auf ihrem weiteren Lebensweg weiter entfalten können. "Wir leben diese Werte vor, lernen und trainieren sie sogar", freut sich die leidenschaftliche Lehrerin, die auch regelmäßig Kontakt zu ehemaligen Schülern pflegt und sogar Firmpatin von drei ehemaligen Schülern ist.
Auch wenn es eine große Umstellung wird, freut sich Brigitte Kogler auf den neuen Lebensabschnitt, wo sie sich ihrer Rolle als Ehefrau, Mutter und Großmutter widmen wird. "Ich liebe die Kinder und weine ihnen schon nach. Ich werde sicher oft in der Gegend sein, denn die Herz-Jesu-Kirche ist meine Hauskirche und ich freue mich, wenn ich jemanden treffe", hofft die Direktorin auf ein Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichtern.
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