09.08.2017, 05:30 Uhr

Eine "Ring-Bahn" für Graz?

Der Umstieg auf die Öffis muss durch attraktive Angebote erleichtert werden. (Foto: meinbezirk.at)

Die Diskussion um die Mobilität in Graz geht weiter. Elke Kahr: Wir müssen Geld in die Hand nehmen!

Eine U-Bahn für Graz forderte vor zwei Wochen Jochen Schönberger. Viele Leser-Reaktionen folgten: Eine Straßenbahn zur Hauptuni müsse her, die Intervalle der Busse in den Randbezirken verkürzt werden, eine Mono-Rail solle gebaut werden und eigentlich das gesamte Mobilitätskonzept der Stadt überdacht werden.

Linienführung überdenken

"Man muss den Stadtplan neu aufrollen und berechnen, woher die Menschen in die Stadt kommen und wohin die meisten fahren. Dieses Mobilitätsverhalten hat sich in den letzten Jahren sicher verändert. Dementsprechend sollte dann die Linienführung, vor allem der Busse, neu überdacht werden", meint etwa WOCHE-Leser Martin Zöhrer.

Eine Ring-Bahn wie in Wien

So findet er auch eine Ring-Bahn, wie in Wien, für Graz überlegenswert. "Der innerstädtische Bereich ist gut erschlossen, rund um den Jakominiplatz und Hauptplatz. Aber die Randbezirke müsste man besser verbinden, wieso nicht durch eine Ring-Straßenbahn? Damit würde auch der innerstädtische Bereich zu den Stoßzeiten entlastet werden."

Stadträtin Kahr fordert Ausbau

Die zuständige Verkehrsstadträtin Elke Kahr freut sich auf Nachfrage der WOCHE über die vielen kreativen Ideen der Grazerinnen und Grazer.
"Es ist wichtig, die Ideen der Leute anzuschauen, sonst wären wir in der Vergangenheit nie weitergekommen. Viele Themen werden schon seit Jahren in Graz diskutiert, aber die Stadt muss mehr Geld in die Hand nehmen für die Mobilität." Konkret meint Kahr damit den Ausbau des schienengebundenen Verkehrs. "Die Uni-Anbindung durch eine Straßenbahn war immer Thema und steht auch auf der Prioritätenliste des Verkehrsplanungsamtes. Zuerst muss jedoch eine Innenstadtentflechtung stattfinden sowie die Smart City und Reininghaus mit Linien erschlossen werden und neue Busse im Grazer Westen kommen."


Ersticken im Individualverkehr

Speziell in Wetzelsdorf und Straßgang müsse man die Angebote für einen Öffi-Umstieg attraktiver gestalten: "Sonst ersticken die Menschen dort im Individualverkehr." Dem Thema Ring-Bahn steht die Stadträtin offen gegenüber. "Man muss die Randbezirke besser mit den Umlandgemeinden vernetzen, etwa durch einen Haltestellen-Ausbau."
An Graz lobt sie die Bereitschaft, aufs Rad umzusteigen. "Auch die Radwege gehören ausgebaut. Die Umsetzung von Verkehrsprojekten dauert oft Jahre. Es braucht schnelleren politischen Konsens und das nötige Geld, denn die Verkehrsproblematik wird nicht kleiner."


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Wir freuen uns über Ihre Ideen zum Thema per E-Mail an leserbrief@woche.at oder per Post an die "WOCHE Graz", Gadollaplatz 1, 8010 Graz,.
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