09.11.2016, 10:58 Uhr

Film ab und aufi auf'n Berg heißt's beim Mountainfilmfestival!

Naturfreund: Robert Schauer fühlt sich im Wald wohl. (Foto: geopho.com)

Zum 30. Mal jährt sich das Mountainfilmfestival in Graz. Organisator Robert Schauer über die Anfänge und heute.

"Land der Berge, Land am Strome ..." – Graz steht diese Woche ganz im Zeichen des Alpinsports. Das Mountainfilmfestival feiert sein 30-jähriges Jubiläum in der Murmetropole.

Internationale Abenteuer

Über 220 Filme aus 36 Nationen sollen die Zuschauer an fünf Tagen im Congress, im Dom im Berg und im Schubertkino mitreißen und den Atem stocken lassen. "Ich will die Menschen für die unglaubliche Faszination der Natur begeistern", sagt Robert Schauer. Seit 1986 organisiert der Grazer das einzige Filmfestival dieser Art im deutschsprachigen Raum. Damals selbst noch aktiver Extrembergsteiger, entwickelte der zertifizierte Filmproduzent die Idee für das Festival.

Reise in die Vergangenheit

"Ich habe Foto und Film selbst immer als wichtigen Begleitgegenstand für meine aktiven Bergabenteuer gesehen." So lud er seine Kollegen aus Frankreich, der Schweiz, Deutschland und anderen Ländern ein, ihre Geschichten in Graz zu präsentieren. 3.000 Leute in drei Tagen war damals die erfolgreiche Bilanz.
Mit dem Mountainbike durch die Mongolei, mit dem Kajak über die Niagarafälle oder mit dem Snowboard auf gewaltige Bergriesen – beim Mountainfilmfestival geht es um mehr als um den Klettersport. Einen speziellen Status nimmt dieser aber trotzdem ein. So liegt ein Film Robert Schauer ganz besonders am Herzen: "Vier Steirer am Nanga Parbat" zeigt Schauers eigene Geschichte. "Vor 40 Jahren haben wir diesen schwierigen Achttausender bestiegen. Das ist ein Zusammenschnitt dessen, was wir damals erlebt haben." Doch nicht alle haben es überlebt. Ein Kollege Schauers ist bei der Expedition ums Leben gekommen. Ein Risiko, das man als Extremalpinist stets mit sich trägt. "Man macht das Ganze schon auch für den Adrenalinkick, weil sonst würde man sich nicht diesen extremen Witterungsbedingungen aussetzen. Es gibt am Berg keinen Exit-Button." Dennoch sei für Schauer immer das Ziel gewesen, das Risiko so weit zu minimieren, dass er am Ende seine Geschichten selbst erzählen kann. "Natürlich ist der Moment hart, wo man umdrehen muss. Aber aus Misserfolgen lernt man fürs nächste Mal. Es gibt aber immer Adrenalinjunkies, die lieber einmal intensiv leben und vielleicht nicht von ihrem Abenteuer zurückkehren." Dass das Adrenalin in die Adern der Besucher schießt, dafür möchte Schauer beim Festival sorgen. "Ich will, dass die Zuseher aufhüpfen, weil sie einfach so emotional von den Filmen mitgerissen werden."
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