11.10.2017, 07:30 Uhr

Graz entdeckt sich kulinarisch neu

Karstboden und Hanglage: Die Weintrauben von Harald Florian-Schaar wachsen nicht im Süden, sondern am Grazer Stadtrand. (Foto: clicksandshots.com)

Nicht nur Graz wächst, auch in Graz wächst mehr, als man denkt: Trüffel und Wein beleben das Angebot.

Stadt der Menschenrechte, City of Design, Sporthauptstadt: Graz hat sich in den vergangenen Jahren in vielerlei Hinsicht positioniert und ist nicht zu Unrecht ein immer beliebteres Ziel für Touristen geworden. Über die Landesgrenzen hinweg ist auch die Kulinarik bekannt, neben zahlreichen Events wie Food Festival, Street Food Markets oder der Langen Tafel hat auch die Spitzengastronomie an der Mur Einzug gehalten. Die Zeiten, wo Wienerschnitzel, Backhendl und Kaiserschmarren das Höchste der lukullischen Genüsse waren, sind aber längst vorbei.

Melonen-Versuch geglückt

Um neue Spezialitäten auf die Tische zu zaubern, muss man aber nicht immer in die Ferne schweifen. Man würde auf den ersten Blick gar nicht glauben, was in und um Graz so alles wächst. Beispiele gefällig? Während der Klimawandel vielerorts für zahlreiche Probleme sorgt, ermöglichen die wärmeren Temperaturen nicht zuletzt das Ernten von Wassermelonen. Franz Pölzl hat auf seinen Anbauflächen in Waltendorf im Vorjahr damit begonnen: "Es hat super geklappt, mittlerweile sind sie nicht mehr aus unserem Sortiment wegzudenken."

In Graz wird gelesen

Am anderen Ende der Stadt fand erst kürzlich eine Weinlese statt: Nein, wir sind nicht in der Südsteiermark, sondern in Graz, wo der Dobler Weinhof Florian vor fünf Jahren ein rund ein Hektar großes Grundstück unweit der Ruine Gösting gepachtet hat. Nach fünf Jahren der Rebstock-Aufzucht darf der Wein heuer zum ersten Mal gelesen werden. "Wir brauchen hier keine Beregnung, der Boden ist reiner Karst wie in Kroatien. Meine Vision, dass jeder Grazer ein Achterl Wein aus Graz bekommt, wird bald Realität", freut sich Harald Florian-Schaar über den Weißburgunder. Eine weitere Spezialität, die man eigentlich eher in Istrien vermuten würde, findet sich mittlerweile auch in Graz: So wurden von der GBG Gebäude- und Baumanagement Graz GmbH mit Gabriele Sauseng und Marion Weissenbrunner zwei Trüffelexpertinnen beauftragt, um die im Eigentum der Stadt befindlichen Wälder auf Vorkommnisse zu kartieren.

Lizenz zum Trüffeln

Und siehe da, die beiden Damen wurden in Begleitung von ausgebildeten Trüffelhunden der Rasse Lagotto Romagnolo mehr als nur fündig. "Ich freue mich, dass durch diese Funde unser vor über 15 Jahren eingeschlagener Weg der nachhaltigen Waldbewirtschaftung bestätigt wurde", sagt Bgm. Siegfried Nagl. Darüber hinaus gibt es neben Trüffelwanderungen (siehe unten) 2018 auch ein eigenes Trüffelfestival. 

Trüffeltouren

Die Grazer Waldschule bietet im Herbst die Möglichkeit, an geführten Trüffelwanderungen teilzunehmen. Die nächsten Termine sind am 12, 17. und 19. Oktober sowie am 7. November, jeweils von 14 bis 17 Uhr. Anmeldungen sind unter waldschule@gbg.graz.at möglich. Der Unkostenbeitrag inklusive Verkostung beträgt 29 Euro für Erwachsene, Kinder zahlen 19 Euro.
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