24.11.2016, 17:33 Uhr

#graz17: An diesen Orten braucht Graz ein besseres Radnetz

Sommer 2016: Die Wickenburggasse wurde für Radfahrer verbreitert und ist laut "Argus Radlobby" ein positives Beispiel für einen Radweg in Graz. (Foto: Stadt Graz/Müller)

Die "Argus Radlobby" nennt Brennpunkte, wo ihrer Meinung nach dringend Handlungsbedarf bei der Ausweitung der Radwege besteht.

Welcher Radfahrer in Graz kennt es nicht? Auf einmal hört der Radweg auf – etwa am Joanneumring oder in der Conrad-von-Hötzendorf-Straße. Für die WOCHE erklärt die Wolfgang Wehap von der "Argus Radlobby Steiermark", wo Radwege ausgebaut werden sollen und wo Handlungsbedarf in Sachen Radverkehr besteht.

Wohngebiete erschließen

"Das Wichtigste ist, die Wohngebiete in der Peripherie zu erschließen. Da gibt es noch sehr viel zu tun", erzählt Wolfgang Wehap. Der Murradweg wird positiv hervorgehoben, aber abseits dieser Strecke und weiter in die Stadt hinein, gibt es keine Erschließung der Wohngebiete durch Radwege. Wehap nennt insbesondere die Bezirke St. Peter, Liebenau, Puntigam und Straßgang. Zwar sei im Bereich der Plüddemanngasse in der letzen Zeit eine Verbesserung festzustellen, aber dennoch ist laut Wehap das Netz Richtung St. Peter zu wenig ausgebaut. "Andritz kann als Positivbeispiel genannt werden", hebt er den neuen, attraktiven Radweg entlang des Andritzbachs hervor.

Joanneumring

"Einer der wichtigsten Radstrecken ist der Joanneumring", erklärt Wehap den Radweg, der vom Stadtpark entlang des Opernrings in die Innenstadt führt und am Joanneumring – plötzlich – endet. "Es fehlt eine Verbindung zum Griesplatz", die laut Wehap über die Brückenkopfgasse führen muss und auch die Rösselmühlgasse müsse für Radfahrer attraktiver gestaltet werden. Bereits zwei Mal wurde versucht, eine Lösung für den Joanneumring, zuletzt unter Stadträtin Lisa Rücker, zu finden. Die Idee, dass Parkplätze und die Schaufenster entlang des Joanneumrings eliminiert werden, ist am Widerstand der Innenstadtgeschäftsleute gescheitert. "Aber das wäre auch nur die zweitbeste Lösung, denn hier gäbe es sehr viele Konfliktsituationen mit Fußgängern." Wehaps beste Lösung? "Einen Fahrbahnstreifen vom KFZ-Verkehr in einen Streifen für Radverkehr umwidmen." Laut Wehap sei das eine verkehrspolitische Richtungsfrage, die sich die Verantwortlichen der Stadt Graz stellen und in weiterer Folge beantworten müssen.


Wickenburggasse – Keplerstraße

"Die Wickenburggasse ist ein Jahrhundertwurf. Das ist ein richtiger Radweg", freut sich Wehap über die Adaptierung der Wickenburggasse von der Keplerbrücke zur Jahngasse. Diese Ausweitung wünscht er sich auch für die Keplerstraße in Richtung Bahnhof. "Dies ist eine Hauptachse und es wäre nur konsequent die gesamte Strecke so zu gestalten."

Ost-West-Achse

Reinighaus und Smart City – in Graz entstehen zwei neue Stadtteile, die es auch verkehrstechnisch zu erschließen gilt. Wolfgang Wehap meint, dass der Radverkehr im Projekt Reinighaus gut integriert wurde und so auch funktionieren wird, aber für die Smart City sieht er dringend Handlungsbedarf. "Ein grundsätzliches Problem ist, dass eine Ost-West-Achse fehlt", meint Wehap und nennt unter anderem die Peter Tunner Gasse und den Kalvariengürtel als Beispiele.
Nach der Wahl und der Neuzusammensetzung des Gemeinderats wird es für den zuständigen Verkehrsstadtrat viel zu tun geben. "Das sind nur einige Beispiele", sagt Wehap abschließend.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.