17.01.2018, 06:00 Uhr

"Hanf ist kein Wundermittel"

CBD-Produkte im "Hanf aufs Herz" von Michael Langerwisch. (Foto: Jorj Konstantinov)

Arzneimittel oder Problemfall: Grazer Hanfshops sorgen für Diskussionen.

CBD-Hanfshops erobern Graz. Die steirische Fachstelle für Suchtprävention Vivid steht dieser Entwicklung kritisch gegenüber.

Kein "High"-Gefühl

CBD ist die Abkürzung für Cannabidiol, eine chemische Verbindung, die sich natürlicherweise in Hanf befindet. Da das nicht psychoaktive CBD (es bewirkt also kein „High“-Gefühl) nicht den rechtlichen Beschränkungen wie THC unterliegt, findet es eine breitere praktische Verwendung.

Hilfe zur Selbsthilfe

Einer dieser Hanfshops ist das "Hanf aufs Herz" in der Sporgasse. Geschäftsführer Michael Langerwisch sieht in seinen Produkten ein Arzneimittel: "Ich behaupte sicher nicht, dass unsere Produkte gegen alles helfen und Tumore heilen. Aber ich denke, dass wir dieses 6.000 Jahre alte Naturheilmittel nicht vergessen sollten. Jedem sollte die Art, wie er sich hilft, selbst überlassen werden." Langerwisch bietet in seinem Shop auch die Chance, sich zu über die Wirkungen seiner Produkte – von CBD-haltigen Blüten, über Öle bis hin zu Keksen – zu informieren.

Gefahr der Banalisierung

Expertin Roswitha Baumgartner von Vivid sieht das Problem der Vermischung: "Viele Leute denken, dass es sich bei Hanf um ein Wundermittel handelt, dabei sind die Langzeitwirkungen noch gar nicht vollends erforscht." Außerdem könne man die legalen Produkte aufgrund desselben Geruchs und Aussehens kaum von illegalen, THC-haltigen Produkten unterscheiden.
"Die Menschen sollen nicht glauben, dass Marihuana jetzt legal sei. Es besteht die Gefahr der Banalisierung", so Baumgartner.
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