27.12.2017, 08:14 Uhr

Hier kracht es in Graz am häufigsten

In Graz kam es im letzten Jahr zu über 1700 Verkehrsunfällen, die meisten davon ereigneten sich im Oktober. (Foto: Fotolia/Stefan Körber)

Jeder Unfall ist einer zu viel. Die WOCHE gibt einen Jahresrückblick über die städtischen Gefahrenstellen.

Manche führen es auf besondere Strahlungen im Erdreich zurück, andere denken an schwarze Katzen, die dort besonders oft den Weg kreuzen, wieder andere machen schlicht den Zufall oder die zunehmende Ablenkung im Straßenverkehr dafür verantwortlich, wenn es an bestimmten Stellen besonders oft zu Unfällen kommt. Die WOCHE hat sich angeschaut, wo es in Graz am häufigsten kracht.

Grazer Unfall-Hotspots
Im aktuellen Jahr (Stichtag: 18.12.) kam es in Graz zu 1738 Verkehrsunfällen mit Personenschaden. Sieben Personen wurden dabei getötet, 157 schwer und 1940 Personen leicht verletzt. Am häufigsten gekracht hat es im Bereich Lazarettgürtel-Karlauergürtel, in der Kärntnerstraße und in der Conrad-von-Hötzendorf-Straße. Daneben zählen Dietrichsteinplatz, Jakominiplatz, die Petersgasse und der Kreuzungsbereich Puchstraße/Puntigamer Straße zu den Grazer Unfall-Hotspots. Im Bereich Liebenauer Gürtel, Auffahrt auf den Autobahnzubringer, wurden bereits bauliche Maßnahmen eingeleitet, da es innerhalb von zwei Monaten zu sieben Unfällen kam. Die meisten Unfälle – über 200 – wurden im Oktober verzeichnet.

Stoppschilder, Rote Ampeln
Laut einer Erhebung der Statistik Austria gehen knapp 40 Prozent aller Unfälle auf Unachtsamkeit und Ablenkung zurück. Stadtpolizeikommandant Kurt Kemeter kann dies so nicht bestätigen: "Hier lässt sich schwer eine Zahl festmachen. Involvierte Verkehrsteilnehmer geben ja nicht immer zu, dass sie abgelenkt waren, dass sie beispielsweise illegal telefoniert haben." Er sieht die Hauptursachen wo anders: "Im städtischen Bereich haben wir natürlich andere Verhältnisse als am Land. Hier sind es weniger Geschwindigkeitsübertretungen oder Fehler beim Überholen, sondern viel mehr das Nichteinhalten des gebotenen Sicherheitsabstandes oder Vorrangverletzungen." Zu diesen zählt er etwa das Nichtbeachten roter Ampeln oder Stopp-Schilder oder das Übertreten der Rechtsregel.

Unfälle vermeiden
Jeder einzelne Verkehrsteilnehmer kann durch achtsames und konzentriertes Fahren einen Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten. Auch von Seiten der Stadt gibt es Maßnahmen, um Unfälle zu vermeiden, wie Kemeter erklärt: "Eine Steuerungsgruppe, in der auch wir vertreten sind, begeht und bespricht regelmäßig sogenannte Unfallhäufigkeitsstellen. Um sie zu entschärfen, muss man sich fragen, was die Unfallursache sein könnte und durch welche Maßnahmen man sie vermeiden könnte."
In diesem Zusammenhang ist eine weitere präventive Maßnahme erwähnenswert: Die Statistik Austria betreibt eine interaktive Verkehrsunfallkarte, die einen detaillierten Einblick in das Unfallgeschehen auf den heimischen Straßen gibt, aufrufbar unter: http://www.statistik.at/verkehrsunfallkarte/.
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