22.11.2017, 13:00 Uhr

Im Weltraum daheim: Graz greift nach den Sternen

Stolz auf die Weltraum-City: Das IWF rund um Direktor A. Baumjohann beschäftigt sich seit über 40 Jahren mit Planeten. (Foto: Daniel Hinterramskogler/ÖAW)

Im Bereich Weltraumforschung ist die Murmetropole seit Jahren spitze.

Gravity, Planet der Affen, Marsianer: Die nicht mehr zählbare Menge an Kinofilmen, die sich dem Thema Weltall widmet, zeigt, dass der Mensch weiterhin großes Interesse für unbekannte Sphären hat. Auf der Suche nach Leben im Weltraum nimmt die NASA seit Jahren eine zentrale Rolle ein, in Europa hat sich aber vor allem Graz zu einem Weltraum-Hotspot gemausert.

Satelliten aus der Murstadt

Passend dazu kann heuer ein besonderes Jubiläum gefeiert werden, ist Österreich doch seit 30 Jahren Mitglied der Europäischen Weltraumagentur ESA. "Wir sind eine Weltraumnation, und Graz ist unsere Weltraum-Hauptstadt", sagt Minister Jörg Leichtfried nicht ohne Grund. Und tatsächlich muss die Landeshauptstadt keinen Vergleich scheuen.
So gibt es etwa bereits drei steirische Satelliten aus den Labors der Technischen Universität Graz. "TUGSAT-1", der erste rot-weiß-rote Satellit überhaupt, ist bereits seit über vier Jahren im All unterwegs, während der nach dem Klimawandel forschende Nanosatellit "Pretty" 2020 starten soll. Doch nicht nur im All ist die Grazer Technologie gefragt. "Die Ergebnisse der Weltraumforschung unserer Universitäten sollen in Form von neuen Technologien in Jungunternehmen münden", erklärt Martin Mössler, der Chef des Grazer ESA-Gründerzentrums.

Grün-weiße Poleposition

Nicht immer sei offensichtlich, dass neue Entwicklungen ihren Ursprung im Weltraum haben. "Das trifft aber unter anderem auf Navigationssysteme, Klettverschlüsse und Rauchmelder zu. Graz ist für Weltraum-Technologien der ideale Nährboden." Dieser Meinung kann sich Alexander Baumjohann, Direktor des ebenfalls in Graz angesiedelten Instituts für Raumforschung (IWF), nur anschließen: "Das IWF ist das einzige Institut in Österreich, das weltraumtaugliche Messgeräte im großen Rahmen entwickelt, baut und Daten auch selbst auswertet. Unsere Poleposition hat sich durch zusätzliche Aktivitäten an den Unis und bei Joanneum Research weiter verstärkt."
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