30.01.2018, 13:59 Uhr

Keine Angst vor dem Robo-Postler

Bei jedem Wetter: Postzusteller Mario Kunasek legt täglich zehn Kilometer zu Fuß durch die Grazer Straßen zurück. (Foto: Jorj Konstantinov)

Autonome Roboter und Drohnen werden nun als Briefträger getestet. Die WOCHE begleitete einen Zusteller in Graz.

Viele Menschen, die rund um den Grazer Hauptbahnhof wohnen, wissen es wohl nicht, aber ihnen wird jeden Tag die Post von Mario Kunasek gebracht. Die Rede ist natürlich nicht vom kürzlich vereidigten Verteidigungsminister, sondern von einem Namensvetter.

Regenjacke immer dabei

Dieser Mario Kunasek schiebt seinen 160 Kilogramm schweren Trolley jeden Tag zehn Kilometer durch die Straßen. Eine ordentliche körperliche Leistung und dabei sind die Höhenmeter, die Kunasek in den Häuser auf- und absteigt, noch nicht miteinberechnet.
"Ich mag den Kontakt zu den Menschen und die Abwechslung, die der Job mit sich bringt. Aber wir sind natürlich auch bei jedem Wetter unterwegs, da wird die körperliche Belastung schon sehr hoch", erzählt Kunasek. Die Post hat in den letzten Jahren starke Veränderungen eingeführt.
Neben dem Abbau von Filialen und der Installation von Postpartnern im Jahr 2012 testet man immer mehr alternative Zustellmethoden. Vor allem in den Bergregionen wird die Zustellung von Paketen mit autonom fliegenden Drohnen versucht.


Postroboter für Graz

In Graz hingegen wird die Post teilweise mit innovativen Elektrofahrzeugen wie dem "Jetflyer" zugestellt, außerdem werden in Kooperation mit der Technischen Universität Graz erste Tests für komplett ohne menschliches Zutun funktionierende Zustellroboter durchgeführt.
"Wir haben gesehen, dass die technische Umsetzung sowohl in der Zustellung mit Drohnen als auch mit einem autonomen Fahrzeug gut funktioniert. Rechtliche Rahmenbedingungen, aber auch Themen wie zum Beispiel Schlechtwetter, stellen hier jedoch noch Hürden dar", so Post-Österreich-Sprecher David Weichselbaum.

Die Zukunft ist jetzt

Drohnen seien in der Paketmassenzustellung in absehbarer Zeit noch nicht angedacht. Den nächsten Schritt beim "autonomen Fahren" erwartet die Post in den Bereichen der Inhouse-Logistik, den übernächsten in der Zustellung. Trotz dieser neuen technischen Möglichkeiten hat Postzusteller Mario Kunasek keine Sorgen, dass sein Job in Zukunft von einem Roboter übernommen wird.

Postler ohne Angst

"Ich denke nicht, dass die Roboter menschliche Qualitäten vollwertig ersetzen können. Ich kann sie mir als arbeitserleichternde Unterstützung vorstellen, aber gerade bei der Zustellung von Briefen wird es sicher auch weiterhin den Menschen brauchen", so Kunasek.
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