10.07.2016, 10:28 Uhr

Kindergarten sponsert Holding Graz

Restmüllcheck - am Ende war dann fast kein Restmüll in der Restmülltonne. Es blieben dann drei Sackerl voll übrig - mit Restmüll. Der größte Müllanteil im Restmüll waren die Kunststoffverpackungen, die aber in die gelbe Tonne gehören!!!
Ein Kindergarten der Ökostadt Graz, der sich im Bezirk Geidorf befindet, sponsert nebenbei die Holding Graz. Künstlich erhöhte Restmüllgebühren, die durch ein sehr schlechtes Müllmanagement erreicht werden, ermöglichen dies.

Für diesen Kindergarten gibt es folgende Müllbehälter:

Restmüll: Ein 1.100-Liter Behälter mit wöchentlicher Abholung.
Altpapier: Zwei 240-Liter Behälter mit wöchentlicher Abholung.
Kunststoff: Kein Behälter vorhanden - wird über den Restmüll entsorgt.
Biomüll: Ein 120-Liter Behälter bei wöchentlicher Abholung (während der Wintermonate 14-tägige Abholung).

Die Restmüllquote beim Kindergarten der Ökostadt Graz beträgt somit etwa 65,3! Prozent und ist eine der höchsten von Graz.


Müllcheck

Die 1.100 Liter Restmülltonne wurde zweimal von Müllchecker auf die Trenn- moral überprüft. Etwa 80 bis 160 Liter Restmüll wurden dabei in der 1.100 Liter Restmülltonne registriert, die aber im Schnitt nur zu etwa 50 bis 60 Prozent voll war. Der höchste Müllanteil in der Restmülltonne waren Kunststoffleichtver-packungen, die wegen einer fehlenden gelben Tonne auch über den Restmüll entsorgt werden (müssen). Daneben gab es auch biogenen Abfall und Papier.

Es geht auch anders

Dass es auch anders geht, zeigt eindeutig ein katholischer Kindergarten in Geidorf, siehe beigefügtes Foto.

Für diesen Kindergarten gibt es folgende Müllbehälter:

Restmüll: Ein 240-Liter Behälter mit wöchentlicher Abholung.
Altpapier: Zwei 240-Liter Behälter mit wöchentlicher Abholung.
Kunststoff: Zwei 240-Liter Behälter mit wöchentlicher Abholung.
Biomüll: Ein 240-Liter Behälter bei wöchentlicher Abholung (während der Wintermonate 14-tägige Abholung).

Die Restmüllquote bei diesem privaten Kindergarten beträgt etwa 20,6 Prozent.

Zusammenfassung

Bei einem privaten Kindergarten, der ebenfalls 50 Kinder betreut, ist eine 240-Liter Restmülltonne, die wöchentlich abgeholt wird, genug. Der private Kindergarten wendet somit 719,3 Euro (netto) für die jährliche Restmüllentsor- gung auf, während der Kindergarten der Ökostadt Graz, wo ebenfalls 50 Kinder betreut werden 3049,1 Euro pro Jahr in seine Restmüllentsorgung investiert.

2.329,8 Euro jährliches Sponsoring

Das jährliche Geschenk vom Kindergarten an die Holding Graz beträgt somit 2.329,8 Euro.

Klarer Verstoß gegen die Abfuhrordnung der Stadt Graz!

Die Ökostadt Graz verstößt hier klar gegen ihre eigene Abfuhrordnung, die auf der einen Seite das Mülltrennen gesetzlich vorsieht (§ 5) und auf der anderen Seite der Stadt Graz "...nachvollziehbare Maßnahmen zur Abfallvermeidung, Maßnahmen für die Sicherstellung einer nachhaltigen Abfall- und Umwelt- beratung sowie Maßnahmen und Projekte zur Förderung einer
nachhaltigen Abfall- und Stoffflusswirtschaft..." vorschreibt (siehe § 1 Abs. 1).

Keine Reaktion von den Verantwortlichen

Am 2.6.2016 wurden über diesen Missstand folgende Personen informiert:

Der verantwortliche Stadtrat im Rathaus: Herr Hohensinner, MBA...
Das Umweltamt der Stadt Graz: Frau Dr. Loidl...
Die Leiterin des Kindergartens: Frau XXXX...

Da ich keine Reaktion auf mein E-Mail bekommen habe, habe ich nun diesen Beitrag öffentlich gestellt.


"Kleiner Fisch"

Auf die gesamte Stadt Graz bezogen ist dieser Kindergarten allerding ein kleiner Fisch. Viele öffentliche Betriebe bezahlen in Summe wahrscheinlich über hunderttausend Euro pro Jahr zu viel in die Kasse der Holding Graz und in weiterer Folge in die der Ökostadt Graz ein.
Die Ökostadt Graz, die auf der einen Seite Nachhaltigkeit predigt und auf der anderen Seite, wie dieser Beitrag eindeutig zeigt, durch Misswirtschaft, Umwelt und Steuerzahler vorsätzlich schädigt, wird einmal mehr - ihrem Namen nicht gerecht.

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Dieser Beitrag ist ein Teil der Energie-Jagd,
die ein wichtiges Projekt vom Einsparkraftwerk ist.

Das Einsparkraftwerk ist zu 100 Prozent unabhängig von Energiekonzernen
und sonstigen politischen Entscheidungsträgern, und wird nicht gefördert.

Durch solche und ähnliche Beiträge möchte ich für ein mehr an Bewusstsein sorgen.
Ebenso wird das kranke und teilweise unfähige System, mit hoffentlich einfachen Worten und Mitteln, der Öffentlichkeit präsentiert, sodass sich dann irgendwann doch etwas ändern sollte - oder?

Links:

Die Müllchecker live im Einsatz (Radiobeitrag von "morgen".
7.600 Euro beim Drogenmüllplatz bis Juni 2016 eingespart.
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