22.03.2017, 09:00 Uhr

Leben im Gemeindebau: "Wohnen bedeutet Sicherheit!"

Neuer Hund, neue Wohnung, neues Leben: Bibiana Fleps ist froh über die von Elke Kahrs Ressort zugewiesene Gemeindewohnung. (Foto: Jorj Konstantinov)

Die WOCHE auf Rundtour im Gemeindebau: Von Existenzängsten und neuer Hoffnung.

"Kommen Sie nur herein", sagt Bibiana Fleps, ehe Hund Sami die für ihn unbekannten Besucher mit ein paar Sprüngen begrüßt. Sofort fällt der helle, offene Raum in der Wohnung auf, der vor allem durch die alte, aber stilvolle Einrichtung besticht. "Da muss noch einiges umgeräumt werden, ich bin gerade erst eingezogen."
Für die im Sozialbereich Tätige geht damit ein Jahr Wohnungssuche zu Ende. "Die alte konnte ich mir nicht mehr leisten." Umso mehr freut sich Fleps über die ihr vom Wohnressort der Stadt Graz zugewiesene Gemeindewohnung in der Mandellstraße. Die noch für den Wohnbau zuständige Stadträtin Elke Kahr zeigt sich bei einem Lokalaugenschein, auf dem die WOCHE sie exklusiv begleitet hat, erfreut über die Generalsanierung des Altbaus.
"Früher waren das Substandard-Wohnungen, teilweise ohne Nasszelle. Im Vorjahr wurden sie entkernt, dazu konnte auch ein moderner Lift eingebaut werden", erzählt die Vizebürgermeisterin.

Klischees halten nicht

Für die jahrelang in der angrenzenden Brockmanngasse wohnende Fleps hat sich durch die Siedelei somit nicht viel verändert. "Es ist schön, wenn man im Grätzel, wo man alles kennt, bleiben kann." Dass sie nun im oft vorverurteilten Gemeindebau wohnt, stört sie keineswegs.
"Wohnen bedeutet in erster Linie Sicherheit, da rückt alles andere in den Hintergrund." Laut Kahr müsse man weiter daran arbeiten, vorherrschende Klischees zu entkräften. Gerade für Alleinerzieher sei es am freien Wohnungsmarkt oft schwer, hohe Mieten zu zahlen. Mit ein Grund, warum auch Gabriele Lendowitsch mit Sohn Fabio Quartier in der Mandellstraße bezogen hat.
"Es gibt genügend Spielplätze in der Gegend, vom Verkehrslärm höre ich auch nichts. Wir fühlen uns sehr wohl hier." Auf einen Neuanfang hoffen indes auch Klaus Wildgruber und Sybille Cetinhaya, die sich bei einem Entzug kennengelernt haben. "Wir haben durch die eigenen vier Wände endlich wieder ein Leben."

Infos zum Gemeindebau Mandellstraße 40

Sanierungen: u.a. Dachgeschoßausbau, Lifteinbau, Herstellung von überdachten Balkonen an der Hoffassade, Einbau von zeitgemäßen Sanitäreinheiten
Anzahl Wohnungen: 11
Fläche: 583 m² Nutzfläche
Kosten: 1,1 Mio. Euro
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