13.12.2017, 06:00 Uhr

Mario Brnic von "Forschungsgesellschaft Mobilität": Autofahren und Alkoholkonsum passen nicht zusammen!

Projektmanager Mario Brnic macht auf Gefahren bei Fahren unter Alkoholeinfluss aufmerksam. (Foto: FGM)

Mario Brnic vom Präventionsprojekt "Close to" appelliert für verantwortungsvollen Alkoholkonsum.

Ein Glühwein, ein Punsch, ein Tee mit einem Schuss Rum: Gerade in der Weihnachtszeit sind – neben den Weihnachtsfeiern – die Adventmärkte mit ihren Getränkeständen sehr beliebt. Dabei setzen sich manche Menschen auch nach einigen Tassen Glühwein hinters Steuer. Mario Brnic von der "Forschungsgesellschaft Mobilität" ist Projektmanager von "Close to – Risikoprävention für Fahranfänger" und erklärt, wieso dies keinesfalls ein Kavaliersdelikt ist und welche gravierenden Folgen Alkohol am Steuer haben kann.

Folgenschwere Konsequenzen

"Die einzige Angst von betrunkenen Autofahrern ist, dass sie von der Polizei aufgehalten werden", erzählt Brnic. "Niemand denkt daran, dass das Auto eine Waffe ist, mit der man jemanden töten kann." Brnic war vor elf Jahren selbst einer dieser "Trotteln", wie er selbst sagt, der sich nach dem Fortgehen betrunken ins Auto gesetzt hat. "Ich habe dadurch meine Jugend verloren, war vier Jahre in Behandlung und hatte auch strafrechtliche Konsequenzen", erzählt der 31-Jährige. In diesem Zusammenhang wurde er auf das Projekt "Close to" aufmerksam und erklärte sich bereit, freiwillig mitzuarbeiten. "Es war meine zweite Chance."

Schrecktherapie als Mittel

"Close to" wird von der "Forschungsgesellschaft Mobilität" seit 2008 in ganz Österreich durchgeführt. Die Idee ist Prävention: "Es bringt wenig, wenn man Jugendlichen nur theoretisch von dieser Gefahr erzählt." Erfahrungsberichte von "Alkofahrern" hinterlassen laut Brnic bei den Fahranfängern einen bleibenden Eindruck.

Warmer Alkohol wirkt schnell

"Die Unfälle häufen sich immer zu den Feiertagen. Daher muss Aufklärungsarbeit schon früh geleistet werden", erzählt Brnic und betont, dass für Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren der Verkehrsunfall die häufigste Todesursache ist. Daher setzt das Team von "Close to" auf Aufklärung durch Praxisbeispiele in Projektfahrschulen, beim Bundesheer oder an Schulen. Und auch der Grazer Polizeichef Kurt Kemeter betont: "Der warme Alkohol kommt schneller ins Blut und wirkt schneller, daher ist hier besondere Vorsicht geboten."
"Die falsche Selbsteinschätzung und Überschätzung können fatale Folgen haben", appelliert Brnic an alle – egal, welchen Alters –, nach Alkoholkonsum die Finger vom Steuer zu lassen. 

WOCHE-WISSEN

Junge Autofahrer sind bei Verkehrsunfällen durch Alkoholkonsum besonders gefährdet. Laut aktuellen Zahlen der Landesstatistik Steiermark starben im Jahr 2016 50 Menschen im Alter von 15 bis unter 25 Jahren. Die häufigste Todesursache in dieser Altersgruppe sind Transportmittelunfälle (16 Todesfälle), gefolgt von Selbstmord und Selbstbeschädigung (15 Todesfälle).

11,6 Prozent mehr Unfälle im Verkehr durch Trunkenheit

Es ist keine erfreuliche Bilanz, die von der Landesstatistik Steiermark präsentiert werden musste: Im Jahr 2016 stiegen die Unfälle durch Trunkenheit am Steuer auf 422 an, was ein Plus von 11,6 Prozent ausmacht. In ganzen Zahlen sind es 44 Unfälle. Die Zahl der Verletzten durch diese Unfälle stieg ebenfalls – um 11,3 Prozent auf 541 Verletzte. Im Jahr 2016 kamen fünf Personen bei Alkoholunfällen ums Leben. Der Anteil des Unfallgeschehens mit alkoholisierten Beteiligten an allen Straßenverkehrsunfällen lag im Jahr 2016 bei 7,3 Prozent. Die Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen ist mit 28,5 Prozent Verletztenanteil die größte Risikogruppe. Österreichweit wurden insgesamt 38.466 Straßenverkehrsunfälle verzeichnet, davon waren 2.361 Unfälle – das sind 6,2 Prozent – mit Alkoholeinfluss.
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