15.11.2016, 16:30 Uhr

Mega-Pleite für das Grazer Wiesn Fest

Stimmung ist bei Egon 7 immer garantiert – Geld sah die Erfolgsband für ihren Auftritt auf der Grazer Wiesn aber keines. (Foto: KK)

Grazer Wiesn war ein Total-Flop – Künstler sahen kein Geld, Veranstalter vor Konkurs.

Auf diese "Zugabe" war wohl niemand scharf – die Grazer Wiesn hat ein bitteres Nachspiel. Veranstalter und Künstler streiten ums Geld. Grund: Die als "Volksfest" angepriesene Veranstaltung, die von 29. September bis 3. Oktober auf der Grazer Messe stattgefunden hat, war wirtschaftlich ein Total-Flop.
Zu wenig Zuschauer, zu teure Kartenpreise (ursprünglich knapp 30 Euro pro Tag), falsche Programmierung – die Gründe für das Scheitern sind vielschichtig, die Rechnung dafür bekamen nun die auftretenden Künstler quittiert. "Wir haben bisher leider noch keinen Cent gesehen", konstatiert etwa ein merklich zerknirschter Egon 7 Mastermind Manfred "Cook" Koch. "Insgesamt geht’s bei uns um rund 5.000 Euro."

160.000 Euro Minus

Kein Einzelschicksal – auch die übrigen Acts wie die Edlseer, das Nockalm Quintett, Roberto Blanco oder Jazz Gitti bekamen nur einen Teil der vereinbarten Gage oder gar nichts ausbezahlt, wie auch "Adlmann Promotion" auf Nachfrage der WOCHE bestätigte. Insgesamt soll die Veranstalter-Agentur "Team 42" bei der Wiesn mit einem Minus von 160.000 Euro ausgestiegen sein.
Zunächst wurden die Künstler mit der Zahlung vertröstet – später bot man 20 Prozent an. Vergangene Woche wurde dann per E-Mail mitgeteilt, dass der bisherige Geschäftsführer Gernot Kaiser in seiner Funktion abberufen wurde und Michael Ternes sein Amt sowie 100 Prozent der Geschäftsanteile übernommen hat. Ternes ist als neuer Geschäftsführer angetreten, die Firma über einen Ausgleich zu sanieren, heißt es in dem Mail, das der WOCHE vorliegt – und weiter: "Sollte das nicht gelingen, wird er gezwungen sein, das Konkursverfahren einzuleiten, was eine Befriedigung der offenen Forderungen im niedrigen Prozentbereich bedeuten würde."

Neuauflage 2017?

Ternes verspricht: "Mein Bestreben ist es, eine Lösung zu suchen, die rechtlich gangbar und haltbar ist." Er strebt eine Einigung mit den Gläubigern an. "Normalerweise einigt man sich in so einem Fall auf eine Quote irgendwo zwischen null und 20 Prozent. Es muss aber auch allen klar sein, dass, wenn das nicht gelingt, ich spätestens am 3. Dezember Konkursantrag stellen muss und dann würden alle mit null aussteigen."
Für den Misserfolg macht Ternes den Standort ("Die neue Messe hat mit dem Charme von vor dem Umbau nichts mehr zu tun") und "Marketing-Hoppalas" seines Vorgängers verantwortlich. "Trotzdem, wir wollen gemeinsam mit der Messe das Konzept überdenken und es nächstes Jahr besser machen …"

Den Kommentar von WOCHE-Graz-Redaktionsleiter Marcus Stoimaier findet ihr hier.
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