02.10.2014, 08:18 Uhr

"Mehr Platz für das Grazer Nachtleben!"

Mehr Platz für das Nachtleben in Graz – vielleicht sogar auf Kosten des Straßenverkehrs? (Foto: Kottulinsky)

Eine autofreie Partymeile in der Nacht – daran denkt Touristiker Hardt-Stremayr.

Im Univiertel ist Schluss mit lustig – ab zwei Uhr morgens. Zumindest, wenn es nach den Mur-Politikern geht. Aber gerade dieser vorgezogene Zapfenstreich der Stadt Graz im Party-Eldorado liegt den heimischen Touristikern im Magen: "Die Zukunft der Stadt liegt bei den Universitäten und ihren Studierenden – und diese brauchen eine entsprechende Atmosphäre", meldet sich nämlich nun auch Tourismus Graz-Chef Dieter Hardt-Stremayr zu Wort. Nachsatz: "Die Interessen weniger stehen, was die Sperrstunde angeht, im Vordergrund."

Von New Orleans bis Caorle

Gerade für eine Studentenstadt wie Graz sei diese Entwicklung "kein gutes Zeichen", legt sich Hardt-Stremayr fest – auch aus touristischer Sicht. Denn: "Eine Partymeile ist definitiv ein extrem wertvolles touristisches Produkt", meint der Geschäftsführer von Graz Tourismus und spielt dabei auf prominente Beispiele an: "Memphis Tennessee, New Orleans, der Grand-Place in Brüssel oder Caorle – hier ist Klub an Klub gereiht: Für Touristen sind das massive Anziehungspunkte."



"Eine Partymeile ist
definitiv ein extrem wertvolles
touristisches Produkt"

Dieter Hardt-Stremayr

Verkehrsberuhigte Zonen

Was diese Partymetropolen vereint? "Hier werden – wie auch in südländischen Ländern oft üblich – Verkehrsströme temporär gesperrt", erklärt der Touristiker. Konkret: Partyzonen sind in Vierteln wie dem legendären Quartier Latin in Paris verkehrsfrei.
Ein Modell, das sich Hardt-Stremayr auch für Graz vorstellen könnte: "Man sollte darüber nachdenken, ob sich irgendwo im Univiertel etwas in diese Richtung anbietet."

Fehlende "Party-Gasse"

Vor allem, da Graz für den Touristiker "nicht mehr diese eine Party-Gasse" hat: "Dieses Fortgeh-Feeling hatte man früher vielleicht im Bermuda-Dreieck, aber dieser Bereich der Stadt hat sich in eine gehobene Gastroszene gewandelt – die Party-Karawane ist eben Richtung Univiertel weitergezogen." Dort, wo es eigentlich spätestens ab zwei Uhr morgens lauten müsste: Jetzt ist Schluss mit lustig.

Zum Kommentar
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.