13.09.2017, 00:01 Uhr

Mehr Radwege für Graz

Radfahren ist des Grazers Lust, und genau das birgt große Herausforderungen für die Verkehrszukunft der Stadt. (Foto: meinbezirk.at)

Stadträtin Elke Kahr, Verkehrsplaner Martin Kroißenbrunner und Verkehrsexperte der TU sind sich einig: Graz braucht ein noch dichteres Radnetz.

13 Hauptradrouten verlaufen quer durch Graz. Doch wie sinnvoll sind diese geplant? Die Verbreiterung der Wickenburggasse lässt Autofahrer auf die Palme steigen, der Fahrradstreifen-Ausbau auf nur einem Teilabschnitt der Plüddemanngasse heizt wiederum die Gemüter der Radler-Community an und die Kärntner Straße lädt schon gar nicht zum Radeln ein.

Straßen sanieren

"Graz hat als Studentenstadt immer schon einen hohen Radfahranteil gehabt", sagt Alexander van Dulmen vom Institut für Straßen- und Verkehrswesen der TU. Verkehrsstadträtin Elke Kahr stimmt dem zu: "Zum Glück hat Graz einen hohen Eigenanteil an Radlern, aber leider sind viele Straßen in schlechtem Zustand, auch die Querverbindungen fehlen."


Ost-West-Routen notwendig

Konkret spielt die Stadträtin auf solche Routen wie von der Kalvarienbergstraße zur Peter-Tunner-Gasse an: "Es braucht viel mehr Lückenschlüsse, etwa von Ost nach West."
Van Dulmen erklärt, dass die durchschnittliche Radfahrakzeptanz für Alltagswege bei 3,5 Kilometern aufhört. Diese Wege sollten zudem angenehm und sicher befahrbar sein. "Bei Reininghaus oder der Smart City achtet man in Graz darauf: Wo ich wohne, muss ich auch unmittelbar arbeiten und einkaufen können und alles gut mobil erreichen. Die Zukunft gehört der Stadt der kurzen Wege." 


Über Stadtgrenzen denken

Dass man an der Radinfrastruktur in Graz noch arbeiten kann, davon ist auch Martin Kroißenbrunner, Abteilungsleiter für Verkehrsplanung der Stadt Graz, überzeugt. "Es braucht vor allem auch Anreizsysteme Richtung stadtauswärts. Am Beispiel der Kärntner Straße sieht man, dass Radwege bis über die Stadtgrenzen hinaus gedacht werden sollten."


E-Bikes am Vormarsch

Auch E-Räder als neue Mobilitätsform spielen eine Rolle. Die Zahl ist österreichweit im Jahr 2016 um zwölf Prozent auf 86.546 Stück angestiegen. "Gerade die Höhenunterschiede bei äußeren Bezirken in Graz wie Mariatrost oder Waltendorf, wo es hügelig ist, oder die Distanzen, nach Seiersberg oder Premstätten, hier liegt das Potenzial", sagt van Dulmen, der derzeit mit einem Team an der Erhebung der Grazer Verkehrsdaten arbeitet, um einen Plan für die Rad-Hotspots zu erstellen.
"Wir wollen feststellen, wo wir zuerst ansetzen sollen. Viele Verkehrsteilnehmer auf engstem Raum zusammenzubringen, dafür gibt es einfach noch nicht die perfekte Antwort."
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