31.10.2016, 18:12 Uhr

Monika Martin - Kirchenkonzert im Stift Rein (30.10.2016)

Durch die Dunkelheit der Welt und der Kirche trägt Monika Martin das Licht einer Kerze, das Licht ihrer Musik und ihrer Stimme zum Altar und zu den Menschen, die sie damit berührt vom ersten Augenblick an.
"Vergiss hiaz dein Kummer, dei Load..."
Sie wird zum Magier, der Himmel und Erde verbindet, und das Weiß ihres Mantels ist wie ein Symbol nicht nur des Lichts, sondern auch spiritueller Erleuchtung.
Beinahe scheint es, als hätte sie die Helligkeit zum Leitmotiv genommen, als sie die Auswahl der Lieder für diesen Abend traf, die für ihre Kirchenkonzerte ungewöhnlich ist. Trost und Hoffnung leuchten in ihrer Moderation und in Liedern wie "Sonne in mir" für die irdische oder "Pie Jesu" für die jenseitige Welt.
In der schönsten Ballade ihres neuen Albums - "Sag mir alles" - verschmilzt der Klang der Sprache mit dem Klang der Melodie zu einem harmonischen Ganzen, ist wie maßgeschneidert für ihre Stimme. Lieder wie dieses, deren Texte Monika Martin ganz alleine schreibt, geben in ihrer Poesie und Sensibilität der Seele den Raum zu lächeln und der Fantasie die Freiheit zu fliegen - und es spielt dabei keine Rolle, ob der Rhythmus flott oder ruhig ist wie hier. Das sind ihre ureigensten und schönsten Lieder und "Weit übers Meer" ist eine Rarität aus früher Zeit, die das wunderbar zeigt und den Bogen über die Jahre spannt.
Beim "Ave Maria no morro" schließt sie an manchen Stellen die Augen: noli me tangere. Aus dem Reichtum ihrer eigenen Seele schöpft sie, um solche Lieder zu singen und zu reinem Gefühl zu transformieren.
Musik live zu singen bedeutet, sie in jedem Moment neu zu erschaffen, in der Wirklichkeit von heute aus sich heraus zu erleben und zu interpretieren. Es ist, als würde Monika Martin sie mit ihrer Stimme wie mit einem feinen Pinsel malen, voller Nuancen, voller Transparenz, voller Farben wie ein Kaleidoskop. Durch ihre Stimme sieht man die Welt mit seiner Seele neu, ihre Stimme ist das Prisma, in dem sich das Licht in tausend leuchtenden Farben bricht, und durch sie zeigt die Sängerin deren Schönheit - und Bitterkeit und Leid fallen von ihren Zuhörern ab wie nutzlos gewordene Hüllen.
Leben ist einfach. Lieben ist einfach.
Jedes Lied, jedes Konzert ist endlich. Nichts lehrt uns so sehr wie die Musik, wie wichtig der gegenwärtige Augenblick ist. Unwiederholbare Momente durch eine Stimme mystischer Schönheit, vollendet im a capella gesungenen "Ave Maria" von Bach-Gounod.
Monika Martin feiert Triumphe auf den großen Showbühnen der Welt, ihr Herz aber kommt heim in Konzerten wie diesem.
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