16.09.2014, 12:43 Uhr

Neuer Stoff für Leseratten

Wie man Kinder für Bücher begeistert.
Und: Zwei Grazerinnen präsentieren ihre druckfrischen Bücher für junge Leser.

Mit Schulbeginn stecken Kinder ihre Köpfe ja gezwungenermaßen in das eine oder andere Buch. Aber wie sieht es ansonsten mit der Lust am Lesen aus?
Einen guten Anhaltspunkt bietet die aktuell Oberösterreichische Kinder-Medien-Studie: Demnach macht Lesen zwei Drittel der befragten Kinder im Alter von 6 und 10 Jahren Freude – dieser Wert bleibt seit 2007 in etwa konstant. Was die Begeisterung betrifft, haben die Mädchen die Nase vorne: 37 Prozent lesen „sehr gerne“, bei den Buben sind es 22 Prozent. Nur „gerne“ lesen immerhin auch 36 Prozent der Burschen und 33 Prozent der Mädchen.
Und altersmäßig zeigt sich: 6- bis 7-Jährige lesen lieber als 8- bis 10-Jährige. Welcher Lesestoff am beliebtesten ist? Ganz eindeutig Abenteuer- und Tiergeschichten, gefolgt von Sachbüchern und Zeitschriften ebenfalls über Tiere.
16 Prozent der Kinder lesen jeden Tag, 19 Prozent fast jeden Tag und 26 Prozent mehrmals pro Woche.

Bock auf Bücher
Die Begeisterung für Bücher kann man bei Kindern schon früh wecken – das liegt großteils in den Händen der Eltern. Hier ein paar
Anregungen, wie das gelingen kann:
1.) Hör mal! Alles beginnt mit dem Vorlesen – und mitunter schon davor: Wer Kinder in den Schlaf singt, kann sie an fixe Einschlaf-Rituale gewöhnen. Etwas später wird daraus vielleicht eine Gute-Nacht-Geschichte.
2.) Zum Greifen nahe. Platzieren Sie ansprechende Kinderbücher nicht hoch oben in Regalen, sondern in Reichweite Ihres Kindes.
3.) Platz da! Kinder lieben gemütliche Rückzugsorte, die ihnen alleine gehören. Richten Sie für Ihr Kind eine eigene Leseecke ein.
4.) Wie vorbildlich! Kinder nehmen sich ein Beispiel an ihren Eltern: Wenn Ihnen Lesen Freude bereitet, können Sie die Begeisterung auch glaubhaft weitergeben.
5.) Selbst entscheiden. Welche Geschichte gefällt wem? Auch Kinder sind wählerisch, setzen Sie Ihnen keine Bücher vor, lassen Sie sie mitbestimmen. Schlagen Sie Themen vor und reagieren Sie auf das, was begeistert.

NEUE KINDERBÜCHER AUS GRAZ
Herausgegeben werden beide Bücher von der "edition keiper".

Tierische Gute-Nacht-Geschichten
Eine Person kennt die Geschichten vom Maulwurf Wühlowitz bestimmt auswendig: Die Tochter von Hannah Lux – ihr hat die Grazerin diese stets vor dem Einschlafen erzählt. Schuld daran, dass die Übersetzerin nun ihr Kinderbuch „Wühlowitz“ geschrieben – und es als passionierte Malerin auch selbst illustriert hat – sind aber auch ihre Enkerln: „Ich wollte ihnen ein Geschenk machen, das sie immer an ihre Oma erinnert, erklärt Lux. Als sie die Texte der „edition keiper“ vorlegte, stieß sie auch dort auf Begeisterung, sagt sie.
Entstanden ist ein Buch mit zehn Gute-Nacht-Geschichten rund um das Thema Freundschaft: Maulwurf Wühlowitz und Regenwurm Kuno Schlüpfer erleben etwa, dass Freunde nicht immer einer Meinung sein müssen, aber trotzdem aufeinander zählen können.

Malerisch: Die Menschen retten das Meer
Normalerweise erzählt Monika Schönbacher ihre Geschichten mit Farben und Pinselstrichen: Ins Bild rückt die Künstlerin dabei Themen wie den Umweltschutz. Nun will sie die Bedeutung des Meeres auch Kindern bewusst machen und hat ihr Kinderbuch „Als die Fische tanzen lernten“ veröffentlicht – bebildert mit ihren farbenprächtigen Gemälden. Darin beschäftigt sie sich mit der Frage: Was passiert, wenn das Meer krank wird? Ihre Antwort: Es verfärbt sich rot. Der Grund dafür: Immer und immer wieder versenken die Menschen Abfälle im Meer: Plastik oder Giftmüll. Vögel und Fischer sterben deshalb. Als die Menschen das bemerken, beschließen die – endlich – etwas zu unternehmen, um das Meer zu retten …

Preisgekröntes für junge Leser

Empfehlenswerter Lesestoff sind auf jeden Fall auch diese vier Bücher, die mit dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2014 ausgezeichnet wurden.

„Arche“
von Linda Wolfsgruber
Das Bilderbuch zeigt die biblische Geschichte anders: Die Tiere wandern zur Arche Noah und dabei beginnt es zu regnen, es entsteht ein lebendiges Gewusel – natürlich werden alle gerette. Ab 4 Jahren

„Essen Tote Erdbeerkuchen?“
von Rosemarie Eichinger
Ein Buch über Freundschaft: Der Vater von Emma ist Totengräber, deshalb ist ihr der Friedhof vertraut. Eines Tages taucht dort Peter auf: Tag für Tag sitzt er neben den Gräbern, denn sein Zwillingsburder ist gestorben. Ab 9 Jahren.

„Als mein Vater die Mutter der Anna Lachs heiraten wollte“
von Christine Nöstlinger
Cornelius, genannt „Stummel“, und Anna, genannt „Pummel“, sind beide Trennungskinder, gehen in dieselbe Klasse und können sich nicht ausstehen. Dann bemerken sie, dass sein Papa und ihre Mutter ineinander verliebt sind …
Ab 9 Jahren.

Sachbuch: „Gerda Gelse“
von Heidi Trpak, Laura Momo Aufderhaar
Die Gelse Gerda erzählt in diesem Sachbuch aus ihrem Leben: etwa von kleinen Schönheiten, die sonst nicht beachtet werden. Ab 5 Jahren.
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