06.04.2017, 09:38 Uhr

Philip Streit zu Frühlingsgefühlen: Frühling lässt sein blaues Band ...

Positive Stimmung und viele Glücksgefühle im Frühling (Foto: Billion Photos/Fotolia)

Experte Philip Streit erklärt, was es mit Frühlingsgefühlen auf sich hat.

Die Temperaturen steigen, die Tage werden länger. Die positive Einstellung und Lust auf Unternehmungen im Freien steigen: Das sogenannte Frühlingserwachen ist kein Mythos, sondern Realität und das sowohl in der Natur als auch beim Menschen.
Grund dafür ist das Licht, das dafür verantwortlich ist, dass wir lebhafter, ausgeglichener, positiver, zuversichtlicher werden und sogenannte positive Frühlingsgefühle und Frühlingserwachen haben. Denn das Licht reduziert die Produktion des Schlafhormons Melatonin – dadurch kommt es zu einem Ansteigen des Glückshormons Serotonin ebenso wie Adrenalin und Dopamin, das für unsere Aktivität verantwortlich ist. Das sogenannte Sexualhormon Testosteron ist nicht der Grund für die Frühlingsgefühle.
Auch die Psychologie, die Seele und das seelische Erleben helfen, Frühlingsgefühle zu entwickeln. Zum einen sind es die optischen Reize: Alles ist heller, offener, farbenfroher. Das signalisiert Neubeginn und Vorwärtsgerichtetheit und führt zu positiver Entwicklung. Ein Übriges dazu tut der Geruch. Wenn der Geruch der Natur wahrgenommen wird, so tritt dies ein frühes kinetisches Programm der Entwicklung los. Für all diese Phänomene und Vorgänge liegen auch klare Forschungsbelege vor.

Frühjahrsmüdigkeit?

Nicht so eindeutig verhält es sich mit der oft zitierten Frühjahrsmüdigkeit. Viele halten sie für ein hochgespieltes Phänomen, das nicht genau erforscht ist. Dabei kommt am ehesten ein Melatoninüberschuss in Frage. Es braucht eine Eingewöhnungszeit, bis die neue Hormonaktivität der Neurotransmitter im Gleichgewicht ist. Ansonsten handelt es sich bei der sogenannten Frühjahrsmüdigkeit ganz simpel um eine möglicherweise auch leichte Depression. Die Frühjahrsmüdigkeit trifft die wenigsten und dauert glücklicherweise auch nur einige Tage.
Mit diesen Tipps vom Familienflüsterer kommen Sie gut durch den Frühling:

1. Gehen Sie ans Licht und genießen Sie die Helligkeit.

2. Bewegen Sie sich in der Natur. Bewegung harmonisiert den Stoffwechsel.

3. Versuchen Sie heiß-kalte Wechselduschen.

4. Denken und handeln Sie positiv. Das Glas ist halb voll und nicht halb leer.

5. Gehen Sie nach vorn in die Zukunft, strukturieren Sie sich und bringen Sie eine Ordnung in Ihr Leben damit alles wachsen und gedeihen kann.

6. Suchen Sie sich ein Projekt, dass größer als Sie selbst, bei dem Sie auch für andere da sind.

7. Suchen Sie den positiven Kontakt zu anderen.

8. Trinken Sie viel.

Der Experte Dr. Philip Streit

Philip Streit ist klinischer Gesundheitspsychologe, Psychotherapeut sowie Lebens- und Sozialberater. Seit 1994 leitet er das „Institut für Kind, Jugend und Familie“ in Graz. Es ist das größte Familientherapiezentrum in der Steiermark.
Telefon: 0316/77 43 44
Web: www.ikjf.at
Im Jänner 2016 hat er das „M42“, das neue Begegnungs- und Therapiezentrum des Institutes in der Moserhofgasse, eröffnet.
Ihre Anregungen und Fragen richten Sie bitte an redaktion.graz@woche.at oder per Post an „WOCHE Graz“, Gadollaplatz 1/6. Stock, 8010 Graz.

Das Institut für Jugend und Familie finden Sie hier.
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