18.03.2017, 16:49 Uhr

Rekord Rolltreppe in Graz

Maximale Geschwindigkeit auch um Mitternacht....
Rückblick
Im Jahr 2011 wurde das Joanneumsviertel in Graz eröffnet. Eines der Herzstücke ist die Rolltreppe, die in den unterirdischen Ausstellungsbereich vom Joanneumsviertel führt.

Im Oktober 2012 gab es sogar einen Artikel in der Kronen Zeitung, siehe beigefügten Zeitungsausschnitt.
Bei diesem Zeitungsartikel ging es um Stromverschwendung, wegen einer nicht vorhandenen Steuerung der Rolltreppe.


Viereinhalb Jahren Unfähigkeit

Seit diesem Zeitungsartikel sind bereits über viereinhalb Jahre vergangen und die Ökostadt Graz ist ihrem Ruf wieder nicht gerecht geworden.

Unnötiger Dauerbetrieb und maximale Geschwindigkeit

Über das Winterhalbjahr ist die Rolltreppe faktisch im 24 Stunden-Dauerbetrieb.
Zusätzlich ist sie auch im Maximal-Modus eingestellt. Maximal-Modus bedeutet, dass die Geschwindigkeit der Rolltreppe sich nicht verringert, wenn sie gerade keine Personen befördert. Der Dauerbetrieb im Winterhalbjahr ist angeblich nötig, um die Rolltreppe vor dem Einfrieren? zu bewahren.

Maximaler Stromverbrauch - minimale Lebensdauer

Seit diesem Zeitungsartikel vom Oktober 2012 haben sich die völlig unnötigen zusätzlichen Kosten für uns Steuerzahler sich weit über 10.000 Euro aufsummiert.
Als größten Kostenfaktor sehe ich hier aber nicht die zusätzlichen Stromkosten, sondern die erhöhten Wartungs- und Instanthaltungskosten wegen der stark erhöhten Betriebsstunden.

Eingesparte Bauteiele

Folgende wichtige Bauteile wurden bei der Neuanschaffung im Jahr 2011 eingespart.

Temperatur- und Feuchtigkeitssensor
Diese schaltet die Rolltreppe dann bei entsprechenden Witterungseinflüssen im Winter ein, um ein Einfrieren zu verhindern. Kostenpunkt bei Auftragsübergabe 200? Euro
Bewegungssensoren
Bewegungssensoren registrieren Fahrgäste und erhöhen dann die Geschwindigkeit der Rolltreppe. Sie sind die einfachsten Energieeinsparmaßnahmen bei einer Rolltreppe und seit vielen Jahren Stand der Technik, siehe Nahverkehrsdrehscheibe und Grazer Hauptbahnhof.
Kostenpunkt bei Auftragsübergabe 400? Euro

Schlussfolgerung

Bei der Auftragserstellung wurden somit 600? Euro eingespart. Diese "Einsparung" kostet uns Steuerzahler dann in Summe seither durch stark erhöten Stromverbrauch, sowie künstlich erhöhte Wartungs- und Instandhaltungskosten weit mehr als 10.000 Euro zusätzlich!
Leider nicht Neues - im dritten Jahrtausend,
in einer Stadt die sich Ökostadt nennt :-(

Großes Schweigen der Verantwortlichen

In unmittelbarer Nähe zu dieser Rolltreppe befindet sich das Grazer Rathaus...
Etwa 80 Meter entfernt die Energieberatungsstelle vom Land Steiermark...
Viele Besucher haben diese Rolltreppe natürlich benutzt und wenigstens einer hat sich eigene Gedanken darüber gemacht und einige Zeilen darüber geschrieben.

Zahle Steuerzahler - zahle

Zum Glück gibt es aber noch genügend (dumme) Steuerzahler, die für die oben beschriebene Unfähigkeit in der Ökostadt Graz, "brennen" dürfen.
Wer haftet eigentlich für solche kranke Zustände?



Rechtliche Hinweise:

Der Verfasser dieses Beitrages, Rainer Maichin,
ist Diplom-Energieeffizienztechniker,
und aktuell der EINZIGE in der Ökostadt Graz,
der den Mut hat - gegen solche Zustände öffentlich aufzutreten.

Videobeitrag vom März 2017
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