09.01.2018, 13:23 Uhr

Seitinger: Umwidmung bei Alt-Grottenhof ist nötig

Grund-Verkauf als notwendige Maßnahme: J. Seitinger (Foto: Lebensressort/Oliver Wolf)

Der VP-Landesrat sieht im Verkauf des Ackerlands der Fachschule einen wichtigen Schritt. KPÖ kontert.

Das Land Steiermark will fünf Hektar Ackerland der Land- und forstwirtschaftlichen Fachschule Alt-Grottenhof verkaufen, die Fläche soll künftig als Wohnfläche dienen. "Um das modernste Bio-Impulszentrum Österreichs zu werden, braucht die Fachschule 20 Millionen Euro Investition", sagt Seitinger. "Diese Modernisierung gelingt nicht aus dem normalen Landesbudget. Durch den Erlös des verkauften Ackerlands kann investiert werden." Diesen Plänen stellt sich die Initiative „Retten wir Alt-Grottenhof“ mit der Unterstützung der Grazer KPÖ, SPÖ und Grünen entgegen. Durch eine erfolgreich durchgeführte Unterschriftenaktion im Sommer wird am 14. Jänner eine Volksbefragung durchgeführt, die ein Zeichen für den Erhalt der Bioflächen setzen soll.



Die Initiatoren der Bürgerbewegung rund um Thomas Schmidt und Rainer Hauer, den Sohn von Alt-Grottenhof-Namensgeber Ekkehard Hauer, verweisen auf die Besonderheit des zur Diskussion stehenden Bodens. „Humusboden ist ein extrem kostbares Gut. Er bindet Kohlenstoff, verhindert Überflutungen und ist vor allem perfekter Nährboden für die Landwirtschaft“, so Hauer. Für Schmidt sei außerdem einfach kein Platz für neue Bauvorhaben in Wetzelsdorf und Straßgang: "Die Straßganger Straße ist jetzt schon immer überlastet, und bei Wohnbauten gäbe es auch keinen Platz für die benötigten Parkplätze." Seitinger verweist darauf, dass nur fünf der 250 Hektar Land, die von der Fachschule bewirtschaftet werden, verkauft werden sollen. Es gelte weiters, auf Bevölkerungswachstum und den damit einhergehenden Wohnungsengpass zu reagieren.



Seitinger für Schulerhalt

Die KPÖ mit Stadträtin Elke Kahr will vor der Befragung mit Infoständen noch Aufklärungsarbeit für die Wetzelsdorfer Bevölkerung leisten. Rund 12.400 Menschen sind stimmberechtigt, Kahr erhofft sich ein klares Ergebnis: „Die Bedeutung der Volksbefragung ist abhängig von der Wahlbeteiligung, wir erhoffen uns zumindest eine Zwei-Drittel-Mehrheit für den Erhalt der Ackerflächen.“ 
Laut Kahr sei der Erhalt der Acker- und Grünflachen nicht nur für die Schule, sondern auch für die Anrainer von großer Bedeutung. Die Stimmen aus der Bevölkerung seien klar gegen die Umwidmung. Seitinger will auch für den Fall, dass es zu einer Verhinderung des Verkaufs der Ackerflächen kommt, gerüstet sein: „Ich kämpfe für den Erhalt des Schulstandortes und auch für die Bereitstellung der dafür notwendigen Finanzmittel. Ich werde trotzdem versuchen, diese und weitere Kleingrundstücke zur Aufbringung des Finanzvolumens zu veräußern. Leider werden aber durch die geringeren Geldmittel wichtige weitere Investitionen im Bildungsbereich kaum oder nicht möglich sein.“
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