26.01.2018, 15:06 Uhr

Starke Partnerschaft: Caritas und Energie Steiermark im Kampf gegen Energiearmut

Gemeinsam bekämpfen sie Energiearmut: Martin Graf, Christian Purrer, Herbert Beiglböck und Iris Eder (Foto: Caritas)

Steirischer Energiedienstleister stellt 100.000 Euro für von Energiearmut Betroffene zur Verfügung.

Nicht nur, aber vor allem in der kalten Jahreszeit wird einem erst bewusst, wie wichtig eine warme Wohnung tatsächlich ist. Umso betroffener machen Daten der Statistik Austria, wonach im Jahr 2016 rund 229.000 Menschen österreichweit nicht in der Lage waren, ihre vier Wände in angemessener Weise warm zu halten. "Diese abstrakte Zahl bekommt bei uns in der Caritas täglich ihr Gesicht: dann, wenn Betroffene in der Pfarrcaritas und in den Beratungsstellen zur Existenzsicherung Hilfe suchen", führt Caritas-Direktor Herbert Beiglböck aus. Gerade aufgrund von persönlichen Gesprächen wisse man, dass vor allem die Energiekosten ein großes Thema seien. Eine Partnerschaft mit der Energie Steiermark soll nun Abhilfe schaffen.

100.000 Euro für Hilfe und Beratung

Konkret stellt der Energieversorger der Caritas einen Fonds in Höhe von 100.000 Euro für direkte Hilfe und Beratungsleistungen zur Verfügung. "Wir haben uns zu diesem Weg entschlossen, da die Caritas viel besser weiß, wer Hilfe auch wirklich benötigt. Wichtig ist dabei auch, dass es eine nachhaltige Hilfe sein soll", betont Energie-Steiermark-Vorstandssprecher Christian Purrer. Konkret gehe es neben der raschen und effizienten Soforthilfe vor allem auch darum, "die Betroffenen gut zu informieren. Wenn gespart werden muss, werden nämlich oft alternative Heizmöglichkeiten, wie beispielsweise billige Radiatoren, angeschafft, die aber hohe Folgekosten nach sich ziehen. So kommt man dann in eine Abwärtsspirale hinein", gibt Beiglböck zu bedenken.

Energiearmut weit verbreitet

Energiearmut sei jedenfalls kein Randthema mehr, wie auch Energie-Steiermark-Vorstandsdirektor Martin Graf anführt: "Die Energiearmut nimmt auch in Österreich stark zu. Oft sind diese Probleme der Caritas aber gar nicht bekannt, da sich die Leute nicht trauen, zu erzählen, dass sie sich den Strom nicht mehr leisten können."
Doch gerade die regionalen Caritas-Beratungsstellen zur Existenzsicherung sollen als Anlaufstelle für Menschen, die in Not sind, dienen. "Wir haben ein Ohr für die Menschen, die nicht mehr weiter wissen, etwa weil sie in Schulden geraten sind oder weil eine Krankheit oder ein anderer Schicksalsschlag sie aus der Bahn geworfen hat. Unsere Hilfe im Bereich Energiearmut besteht dann darin, dass wir die finanzielle Situation und die Lebensumstände der Menschen genau ansehen und gemeinsam einen Plan entwickeln, um angehäufte Schulden zu begleichen und die Situation nachhaltig abzusichern", sagt Iris Eder, die Leiterin der Beratungsstelle zur Existensicherung der Caritas.
Die Partnerschaft zwischen Energie Steiermark und Caritas wurde im Herbst 2017 für ein Jahr geschlossen und läuft noch bis September diesen Jahres.
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